United Airlines hat seine Gewinnprognose für 2026 deutlich gesenkt: Statt 12 bis 14 Dollar erwartet die Airline jetzt nur noch 7 bis 11 Dollar bereinigten Gewinn pro Aktie. Grund sind massiv gestiegene Treibstoffkosten, unter anderem ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten. United ist damit die erste große US-Fluggesellschaft, die ihre Jahresziele nach unten korrigiert.
Die Zahlen klingen erst mal gut: United Airlines meldete im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 14,61 Milliarden Dollar – und schlug damit die Erwartungen der Wall Street. Doch gleichzeitig lieferte die Airline eine Nachricht, die die gute Stimmung schnell wieder eintrübte: Der Gewinnausblick für das Gesamtjahr fällt deutlich schlechter aus als bisher kommuniziert.
Treibstoff frisst Gewinn auf
Der Kern des Problems ist klar: Kerosin ist teuer. Im ersten Quartal zahlte United 340 Millionen Dollar mehr für Treibstoff als im Vorjahreszeitraum – ein Anstieg, der direkt auf die Ölpreis-Rallye im Zuge des Konflikts im Nahen Osten zurückzuführen ist. Die Konsequenz: Der bereinigte Gewinn je Aktie soll 2026 nur noch zwischen 7 und 11 Dollar liegen, nach einer früheren Prognose von 12 bis 14 Dollar.
- Q1-Umsatz: 14,61 Mrd. USD (über Erwartungen)
- Treibstoff-Mehrkosten Q1: +340 Mio. USD ggü. Vorjahr
- Neue EPS-Prognose 2026: 7–11 USD (bereinigt)
- Alte EPS-Prognose 2026: 12–14 USD
- Kapazitätskürzung: 5 Prozentpunkte für den Rest des Jahres
Um die Kosten zu dämpfen, fährt United die Kapazität für das restliche Jahr um fünf Prozentpunkte zurück. Weniger Flüge bedeuten weniger Treibstoffverbrauch – aber eben auch weniger potenzielle Einnahmen. Die Airline setzt deshalb parallel auf Preiserhöhungen, um zumindest einen Teil des Drucks weiterzugeben.
United ist nicht allein – aber die Erste
Was United jetzt öffentlich macht, beschäftigt die gesamte US-Branche. Alaska Airlines hat nach seinen Q1-Zahlen kurzerhand die gesamte Jahresprognose ausgesetzt – eine Art stilles Eingeständnis, dass verlässliche Planungen unter den aktuellen Bedingungen kaum möglich sind. Höhere Ticketpreise und gestiegene Gepäckgebühren sind branchenweite Reaktionen, die Reisenden 2026 zunehmend auffallen dürften.
- United: EPS-Prognose von 12–14 auf 7–11 USD gesenkt
- Alaska Airlines: Jahresziele komplett ausgesetzt
- Branchentrend: Ticketpreise und Gepäckgebühren steigen
- Kapazitätskürzungen bei mehreren US-Carriern erwartet
Was das für die Reisebranche bedeutet
Für Hoteliers, Reiseveranstalter und alle, die vom Luftverkehr abhängen, ist das eine relevante Entwicklung. Wenn Flugkapazitäten schrumpfen und Ticketpreise steigen, verändert sich das Buchungsverhalten. Kürzere Reisen, weniger Interkontinentalverbindungen, stärkere Nachfrage nach Nah- und Mittelstrecken – das sind mögliche Folgen, die auch das Destinationsmanagement und die Hotellerie direkt treffen.
Ölpreis als unkalkulierbarer Faktor
Das eigentliche Problem sitzt tiefer. Kerosin macht je nach Airline 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten aus – und der Preis hängt an geopolitischen Entwicklungen, die keine Airline steuern kann. Der Krieg im Nahen Osten hat die Rohölpreise getrieben, und solange keine Deeskalation in Sicht ist, bleibt der Ausblick unscharf. United hat das mit seinen zwei möglichen Szenarien – 7 Dollar im pessimistischen, 11 Dollar im optimistischen Fall – bereits eingepreist. Die Bandbreite allein sagt viel über die Unsicherheit aus.
Für die Reisebranche insgesamt bleibt 2026 damit ein Jahr mit echten Unwägbarkeiten. Steigende Flugpreise, sinkende Kapazitäten und nervöse Investoren – das ist kein idealer Rahmen für Wachstum. Wer in Planung und Einkauf arbeitet, sollte die Quartalsberichte der großen Carrier jetzt genauer lesen als gewohnt.



