Accor hat in Australien und Neuseeland die Marke von 150 Franchise-Hotels überschritten. Der Konzern sprach dazu in Sydney mit mehr als 270 Franchise-Partnern, Hotelbesitzern, Branchenvertretern und Führungskräften über Markttrends und den Ausbau des Modells.
Die Entwicklung passt zu Accors Strategie mit schlankeren Asset-Strukturen. Dazu kommt: Mit Accor will im Pazifik bald auch die Marke greet starten.
Warum Accor jetzt auf Franchise drückt
Accor nennt den Pazifikraum den größten und am schnellsten wachsenden Franchise-Markt des Konzerns in der Region. Das ist kein Zufall. In Australien und Neuseeland suchen viele Eigentümer nach Markenbindung, ohne das Haus komplett aus der Hand zu geben.
Genau darauf setzt das Franchise-Modell: Die Betreiber behalten ihr Hotel, Accor liefert Marke, Vertrieb, Loyalty und Systeme. Laut der Meldung wächst das Netz vor allem in regionalen und suburbanen Märkten. Dort rechnet sich ein bekannter Markenauftritt oft schneller als in großen Metropolen.
150+ Franchise-Hotels in Australien und Neuseeland
270+ Teilnehmer
einen Woche in Sydney: Pacific Franchise Conference
zwei Länder im Fokus: Australien und Neuseeland
Was Eigentümer an dem Modell reizt
Accor verweist auf drei Punkte: starke Distribution, Loyalität über das Bonusprogramm und Effizienz über die Größe des Netzes. Übersetzt heißt das: mehr Reichweite, mehr direkte Nachfrage, mehr Standards. Für viele unabhängige Häuser klingt das nach einem fairen Tausch.
Worauf es in der Praxis ankommt
- ein klarer Markenauftritt ohne kompletten Kontrollverlust
- Zugang zu Vertriebskanälen und Loyalty-Nachfrage
- ein Betrieb, der sich an den lokalen Markt anpasst
- geringere Einstiegshürden als bei einem Neubauprojekt
Leire Leoz, Chief Franchise Officer für Premium, Midscale und Economy, beschreibt Franchising als wichtigen Teil der globalen Wachstumsstrategie. Das ist die Konzernsprache für einen simplen Gedanken: Mehr Expansion mit weniger Kapitalbindung. Das wird spannend, vor allem in einem Markt mit steigenden Kosten.
“Franchising is playing an increasingly important role in Accor’s global growth strategy, and the Pacific region is a strong example of that momentum in action.”
– Leire Leoz, Chief Franchise Officer für Premium, Midscale und Economy bei Accor
Managed Hotels bleiben trotzdem wichtig
Interessant ist, was Accor nicht fallen lässt: das Management-Modell. Der Konzern sagt, dass er in der Region auch das größte Managed-Hotel-Netz betreibt. Damit deckt Accor beide Seiten ab: Franchising für Eigentümer, die mehr Freiheit wollen, und Management für Häuser, bei denen der Betreiber stärker eingreifen soll.
Das ist klug. Denn nicht jedes Hotel passt in dasselbe Modell. Einige Assets brauchen klare operative Steuerung. Andere laufen besser, wenn der Eigentümer mehr selbst entscheidet.
Franchise oder Management — was passt besser?
Dafür spricht
- mehr Markennähe bei gleichbleibender Eigentümerrolle
- Zugang zu Vertrieb, Loyalty und Systemen
- oft gut für bestehende Häuser mit Umbaupotenzial
Dagegen spricht
- weniger operative Freiheit als im unabhängigen Betrieb
- Markenstandards kosten Zeit und Geld
- nicht jedes Haus passt zu jeder Marke
Der nächste Zug heißt greet
Accor will die Marke greet bald erstmals in den Pazifikraum bringen. Die Marke zielt auf value-orientierte Umwandlungen und dürfte deshalb vor allem für bestehende Häuser interessant sein, die ein neues Profil suchen, ohne komplett neu zu bauen. Genau dort liegt gerade viel Bewegung im Markt.
Für die Branche in Australien und Neuseeland heißt das: Die großen Ketten kämpfen nicht nur um neue Standorte, sondern um die passenden Eigentümer. Und Accor spielt diese Karte gerade sehr offensiv aus.
Was das für Hoteliers bedeutet
- Bestehende Hotels können über Franchise schneller in ein Markenportfolio wechseln.
- Eigentümer behalten operative Teile oft näher an ihrem Haus.
- Starke Vertriebs- und Loyalty-Systeme werden zum Entscheidungsfaktor.
- Conversion-Marken wie greet könnten Umbauten einfacher machen.
Wer ein Haus in der Region führt, sollte jetzt genau auf die Konditionen schauen: Marke, Gebühren, Investitionsbedarf, Vertragslaufzeit. Das ist der Punkt, an dem aus einem guten Pitch ein echter Deal wird.


