Das Wichtigste in Kürze

Die besten Hotelfachschulen der Welt sind keine Geheimnisse — aber sie unterscheiden sich deutlich in Philosophie, Preis und Reputation. Von der EHL Lausanne über Cornell bis zur Hotelschool Den Haag: ein Überblick über die Top-Adressen, ihre Programme und welche Karrieren dort geformt werden.

Wer in der Hotellerie ganz nach oben will, landet früher oder später in einer der rund zehn weltweit führenden Hotelfachschulen. Nicht weil ein Abschluss dort Pflicht wäre — sondern weil sich Netzwerke, Praktikumskontakte und Arbeitgeber auf diese Institutionen konzentrieren. Der Überblick.

1. EHL Hospitality Business School (ehemals Ecole hôtelière de Lausanne)

Die 1893 gegründete EHL gilt als Mutter aller Hotelfachschulen. Seit Jahrzehnten steht sie in internationalen Rankings an der Spitze — etwa im QS World University Ranking für Hospitality. Der Bachelor of Science in International Hospitality Management dauert vier Jahre, inklusive Preparatory Year mit echtem operativen Training.

EHL Lausanne — die Eckdaten

Standort: Lausanne (Schweiz), Campus in Singapur und PassuggBachelor: 4 Jahre, rund 115.000 CHF GesamtkostenStudierende: über 3.500 aus 120+ NationenAlumni-Netzwerk: 35.000+ Mitglieder in 150 LändernStärken: Luxury Hospitality, Consulting, Real Estate

2. Glion Institute of Higher Education

Gegründet 1962 in der Schweiz, mit Campus in Glion, Bulle und London. Glion ist stark praxisorientiert, pflegt enge Beziehungen zu Luxushotelgruppen und gilt als klassische Sprungbrett-Schule für Posten in Dubai, Singapur und New York. Der Bachelor in International Hospitality Business dauert 3,5 Jahre und enthält zwei bezahlte Internships.

3. Les Roches Global Hospitality Education

Les Roches wurde 1954 in Bluche (Wallis) gegründet und gehört wie Glion zur Sommet Education Group. Campus stehen heute in der Schweiz, in Marbella und in Crans-Montana. Les Roches ist bekannt für eine starke operative Grundausbildung — Studierende lernen im ersten Jahr die Küchen- und Service-Basics — und für einen MBA in Global Hospitality Management.

4. Cornell University — School of Hotel Administration

Die Cornell SHA in Ithaca, New York, ist seit 1922 die führende Hotelmanagement-Ausbildung in den USA. Als Teil einer Ivy-League-Universität kombiniert sie akademische Tiefe mit dem Cornell Hotel (ein echtes Teaching Hotel auf dem Campus). Der Bachelor dauert vier Jahre, dazu kommen MBA-, Executive- und Online-Programme.

5. Hotelschool The Hague

Die Hotelschool The Hague in den Niederlanden wurde 1929 gegründet und gilt als Pionier im europäischen Managementstudium. Das Bachelor-Programm ist komplett auf Englisch, dauert vier Jahre und schickt Studierende in zwei sechsmonatige Internships, oft in international renommierten Häusern. Günstiger als die Schweizer Schulen, akademisch exzellent.

6. ESSEC Business School — Master in Hospitality Management (IMHI)

Das IMHI-Programm an der ESSEC in Cergy (Paris) existiert seit 1981 in Kooperation mit Cornell und richtet sich an Absolvent:innen mit erstem Hochschulabschluss. Der MSc dauert 15 Monate und hat einen starken Fokus auf Luxury, Finance und Asset Management. Besonders beliebt bei Absolvent:innen, die in Hotel-Investment oder bei Operator-Marken arbeiten wollen.

7. SHMS — Swiss Hotel Management School

SHMS gehört zur Swiss Education Group und hat Standorte in Caux und Leysin. Die Schule kombiniert klassische Schweizer Hospitality-Tradition mit modularen Bachelor- und Master-Programmen, die auch in drei Jahren abgeschlossen werden können. Der Fokus liegt auf Events, Resorts und Spa-Management.

8. Vatel International Business School

Vatel ist die grösste private Hotelfachschul-Gruppe der Welt mit über 50 Campus weltweit — darunter Paris, Lyon, Los Angeles, Bangkok, Kapstadt. Durch die Grösse sind die Kosten günstiger als bei den Schweizer Spitzenanbietern. Der Bachelor in International Hotel Management dauert drei Jahre, ein MBA schliesst nach fünf Jahren an.

9. HTMi — Hotel and Tourism Management Institute Switzerland

Die HTMi in Sörenberg (Zentralschweiz) ist spezialisiert auf Managementausbildungen für internationale Studierende. Praxisnah, mit Kooperationen zu grösseren Luxus- und Boutique-Hotelgruppen, und deutlich günstiger als Les Roches oder EHL. Die Programme umfassen Bachelor, Master und Post-Graduate Diplomas.

10. Oxford Brookes — Oxford School of Hospitality Management

Oxford Brookes gilt als führende britische Hospitality-Schule und ist besonders bei Studierenden beliebt, die ein britisches Universitätsdiplom mit akademischer Tiefe wollen. Bachelor- und Master-Programme kombinieren Hotelmanagement mit Event-, Tourismus- und Marketingmodulen.

Kosten im Vergleich

Was sich wirklich unterscheidet

Bei der Wahl geht es weniger ums Ranking als um den Fit. Drei Dimensionen unterscheiden die Schulen deutlich:

  1. Pädagogik: EHL, Glion, Les Roches und SHMS setzen auf das Schweizer Modell — erst Kellner und Köchin werden, dann Manager. Cornell und Hotelschool The Hague sind akademischer.
  2. Netzwerk: EHL ist unschlagbar in Luxury Consulting. Cornell dominiert den US-Markt und Real Estate. Hotelschool The Hague ist gross bei operativen Programmen grosser Ketten.
  3. Kosten-Nutzen: Hotelschool The Hague und Oxford Brookes bieten hervorragende Qualität zum Bruchteil der Schweizer Gebühren — allerdings mit weniger internationalem Glamour.

🎓

Der Abschluss einer Top-Schule beschleunigt die Karriere besonders in den ersten 10 Jahren — danach entscheiden Leistung, Netzwerk und internationale Erfahrung. Wer nach 15 Jahren GM ist, wird selten nach dem Hochschulabschluss gefragt.
Karriereberatung Hospitality

Wann sich eine Top-Schule lohnt

Der Besuch einer internationalen Top-Hotelfachschule lohnt sich vor allem in drei Fällen: Erstens, wenn eine internationale Karriere in Luxushotellerie oder in Hospitality-Consulting das Ziel ist. Zweitens, wenn ein breites, aktives Alumni-Netzwerk strategisch wichtig ist — etwa für spätere Wechsel in Owner- oder Investor-Rollen. Drittens, wenn Eltern oder Stipendien einen grossen Teil der Kosten tragen können. Für eine Karriere in operativen Rollen in Deutschland reicht eine klassische duale Ausbildung oder ein deutsches Hospitality-Studium völlig aus — bei einem Bruchteil der Kosten.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche Hotelfachschule gilt als die älteste und führende der Welt?

Die EHL Hospitality Business School (ehemals Ecole hôtelière de Lausanne) wurde 1893 gegründet und gilt als Mutter aller Hotelfachschulen. Sie steht seit Jahrzehnten in internationalen Rankings an der Spitze und hat ein Alumni-Netzwerk von über 35.000 Mitgliedern in 150 Ländern.

Wie lange dauern die Bachelor-Programme an den Top-Hotelfachschulen?

Die meisten Programme dauern zwischen 3,5 und 4 Jahren. Beispiele sind die EHL mit 4 Jahren, Glion mit 3,5 Jahren und Vatel mit 3 Jahren. Viele Programme beinhalten integrierte bezahlte Praktika in renommierten Hotels.

Sind Hotelfachschulen-Abschlüsse Pflicht für eine Karriere in der Hotellerie?

Ein Abschluss ist nicht zwingend erforderlich, aber die Top-Schulen konzentrieren Netzwerke, Praktikumskontakte und Arbeitgeber auf sich, was für den Aufstieg in führende Positionen vorteilhaft ist.

Welche Hotelfachschule ist die günstigere Alternative zu den Schweizer Top-Schulen?

Die Hotelschool The Hague in den Niederlanden bietet akademische Exzellenz zu günstiger als die Schweizer Schulen, während Vatel als größte private Hotelfachschul-Gruppe mit über 50 Campus weltweit ebenfalls kostengünstiger ist.
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