Duetto und Meliá Hotels International bauen ihre Partnerschaft aus: In einer mehrjährigen Co-Development-Kooperation entstehen branchenweit erste Resort-spezifische Revenue-Management-Funktionen. Den Anfang macht ein Tour-Operator-Modul für Wholesale-Kanäle — ein Bereich, den bestehende RMS-Lösungen bislang kaum abbilden.
Revenue-Management-Systeme sind in der Stadthotellerie längst Standard. In der Resorthotellerie aber klaffen noch immer große Lücken — vor allem bei der Steuerung von Wholesale-Kanälen und Tour-Operator-Verträgen. Genau hier setzen Duetto und Meliá Hotels International an.
Die beiden Unternehmen haben eine strategische Co-Development-Partnerschaft angekündigt, die Resort-spezifische Funktionen direkt in Duettos Revenue-and-Profit-Software integrieren soll. Das erste Ergebnis: ein dediziertes Tour-Operator-Modul.
Warum Resorts ein eigenes RMS brauchen
Resorthotels ticken anders als Stadthotels. Buchungsvorlauf, Saison-Muster, Pauschalreise-Anteile, Allotment-Verträge mit Veranstaltern — all das macht klassische Revenue-Management-Logik nur bedingt anwendbar. Ein RMS, das für Transient-Business in Businesshotels optimiert wurde, trifft im Resort-Kontext schnell an seine Grenzen.
Wholesale-Kanäle sind dabei besonders komplex: Tour-Operator-Verträge laufen oft Monate im Voraus, zu Festpreisen, mit festen Kontingenten. Wer hier keine dedizierte Steuerungslogik hat, verschenkt Marge — oder blockiert Zimmer für direktere, ertragsstärkere Buchungen.
- Einer der größten Hotelkonzerne der Welt
- Sieben Marken, darunter Meliá, Gran Meliá, ME by Meliá und Sol Hotels
- Mehr als 370 Hotels in 43 Ländern
- Hauptsitz: Palma de Mallorca, Spanien
- Langjähriger Duetto-Kunde: Partnerschaft besteht seit 2017
Was das Tour-Operator-Modul leisten soll
Details zur genauen Funktionsweise hat Duetto noch nicht veröffentlicht. Klar ist: Das Modul soll Wholesale-Distributionskanäle erstmals systematisch in die Revenue-Strategie einbinden — also den Bereich, über den große Resortkonzerne wie Meliá einen erheblichen Teil ihrer Auslastung generieren.
Das ist kein Nischenthema. Gerade im mediterranen Markt, in der Karibik und in Südostasien laufen Resortbuchungen zu bedeutenden Teilen über Veranstalter wie TUI, DER Touristik oder Jet2holidays. Wer diese Kanäle nicht intelligent steuert, optimiert nur einen Bruchteil seines Geschäfts.
Co-Development als Modell: Was steckt dahinter?
Die Partnerschaft geht über eine klassische Kundenbeziehung hinaus. Meliá bringt operative Expertise und reale Anforderungen aus dem Resort-Betrieb ein — Duetto die technologische Plattform und die Entwicklungskapazität. Das Ergebnis soll laut Ankündigung branchenweit einmalig sein.
Für Duetto ist das strategisch interessant: Mit Meliá hat man einen der wenigen globalen Hotelkonzerne, der einen Großteil seines Portfolios im Resort-Segment betreibt. Die gemeinsam entwickelten Features dürften anschließend auch anderen Resortbetreibern auf der Plattform zugutekommen.
- Mehrjährige Laufzeit der Co-Development-Partnerschaft
- Erstes Produkt: Tour-Operator-Modul für Wholesale-Kanäle
- Weitere Resort-spezifische Features geplant
- Meliá nutzt Duettos Cloud-Lösungen bereits seit 2017
- Ziel: branchenweit erste Resort-RMS-Funktionalität dieser Art
Einordnung: Was bedeutet das für die Branche?
Resort-Revenue-Management ist ein unterschätztes Thema — und ein wachsendes. Mit dem Boom bei Leisure-Reisen, All-Inclusive-Konzepten und Premium-Resorts steigt der Druck auf Hoteliers, auch komplexe Vertriebsstrukturen profitabler zu steuern.
Dass ein etabliertes RMS wie Duetto hier gezielt nachrüstet — und das gemeinsam mit einem der resort-erfahrensten Konzerne der Welt — ist ein Signal für den Markt. Andere Anbieter wie IDeaS oder Atomize werden das beobachten.
Für Resortbetreiber, die heute noch mit manuellen Tour-Operator-Prozessen arbeiten oder Wholesale-Kanäle über Excel steuern, könnte dieses Modul mittelfristig eine echte Alternative werden. Wann es für den Markt verfügbar ist, hat Duetto noch nicht kommuniziert.
