Expedia Group hat Derek Andersen als neuen CFO benannt – den dritten unter CEO Ariane Gorin in unter zwei Jahren. Andersen kommt von Snap und hat zuvor bei Amazon gearbeitet. Sein Vorgänger Scott Schenkel verlässt das Unternehmen nach nur 16 Monaten im Amt.
Der Wechsel kam abrupt: Expedia Group gab am Donnerstag per Pflichtmitteilung bekannt, dass Derek Andersen ab Mai 2026 als Chief Financial Officer übernimmt. Andersen war zuletzt CFO bei Snap und hat davor Finanzrollen bei Amazon bekleidet. Er wird von Seattle aus arbeiten.
Aktueller CFO Scott Schenkel tritt nach gerade einmal 16 Monaten ab. Expedia betont, der Abgang sei einvernehmlich und habe nichts mit Meinungsverschiedenheiten über die Finanzlage des Unternehmens zu tun. Wie das immer klingt.
Drei CFOs in weniger als zwei Jahren
Ariane Gorin leitet Expedia Group seit Mai 2024. In dieser Zeit hat sie bereits zum dritten Mal das Finanzressort neu besetzt – ein Tempo, das Fragen aufwirft. Schenkel hatte das Unternehmen Anfang 2025 übernommen, nachdem er zuvor als Interim-CEO und CFO bei eBay tätig war. Gorin hatte ihn damals mit Verweis auf seine Erfahrung in globalen E-Commerce-Strukturen geholt.
Nun ist er schon wieder weg. Und das in einem Moment, der für die Reisebranche alles andere als ruhig ist.
- Zuletzt CFO bei Snap Inc.
- Davor Finanzrollen bei Amazon
- Standort: Seattle (wie Expedia Group)
- Amtsantritt: Mai 2026
- Dritter CFO unter CEO Ariane Gorin seit Mai 2024
Schlechtes Timing, gute Zahlen
Expedia selbst steht finanziell nicht schlecht da. Die Aktie hat unter Gorin zugelegt, und das Unternehmen kommuniziert Wachstum. Trotzdem: Ein ungeplanter CFO-Wechsel mitten in geopolitisch turbulenten Zeiten – mit schwankender Reisenachfrage, Tarifunsicherheiten und einem nervösen Kapitalmarkt – ist kein Signal, das Vertrauen aufbaut.
Investoren und Analysten schauen bei Reise-Konzernen dieser Größe besonders genau hin, wer die Zahlen verantwortet. Continuity auf der CFO-Ebene gilt als Stabilitätssignal. Expedia sendet gerade das Gegenteil.
Drei CFO-Wechsel in unter zwei Jahren – das ist eine Frequenz, die in der Branche auffällt.Was das für die Branche bedeutet
Expedia ist nach wie vor einer der größten OTA-Konzerne weltweit und damit ein Gradmesser für die gesamte digitale Reisedistribution. Personalrochaden an der Spitze haben direkte Auswirkungen auf Strategie und Prioritäten – auch für Hotels, die über die Expedia-Plattform buchen lassen.
- Unter Gorin hat Expedia begonnen, Performance-Marketing deutlich präziser zu steuern – Stichwort „Micro-Measurements“ auf Kampagnen-Ebene
- Schenkel hatte diesen strategischen Umbau mitbegleitet
- Ob und wie Andersen diesen Kurs fortsetzt, ist offen
Gorin muss jetzt liefern
Ariane Gorin steht unter Druck. Nicht weil Expedia schlecht performt – sondern weil Führungsstabilität ein Vertrauensfaktor ist, den man nicht einfach mit guten Quartalszahlen wegdiskutiert. Drei CFOs in unter zwei Jahren: Das wirft Fragen auf, die ein offizielles Statement nur bedingt beantworten kann.
Andersen tritt sein Amt in einem Umfeld an, das für die gesamte Reiseindustrie herausfordernd bleibt. Ob er der Richtige ist, um Expedia durch diese Phase zu steuern – das wird man spätestens nach dem ersten vollen Quartalsbericht unter seiner Führung sehen.



