Das Wichtigste in Kürze

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im März 2026 real 2,2 % weniger umgesetzt als im Vormonat. Im Jahresvergleich beträgt das reale Minus 5,2 %. Der reale Umsatz liegt damit auf dem tiefsten Stand seit März 2022 – Beherbergung und Gastronomie sind beide im Minus.

Die Zahlen sind eindeutig: Das Gastgewerbe schwächelt. Destatis hat am 20. Mai 2026 vorläufige Ergebnisse für März veröffentlicht – und die zeigen, dass der reale Umsatz im deutschen Gastgewerbe so niedrig liegt wie zuletzt im März 2022, als die Branche noch mit den Nachwirkungen der Pandemie kämpfte.

Beherbergung verliert besonders stark

Hotels und sonstige Beherbergungsunternehmen verzeichnen das größte Minus: real 5,6 % gegenüber Februar 2026, nominal 3,4 %. Im Jahresvergleich liegt das reale Minus bei 4,2 %, wenngleich der nominale Umsatz um 2,6 % gestiegen ist.

Das Auseinanderdriften von nominalem und realem Umsatz ist ein zentrales Signal: Die Branche nimmt zwar mehr Geld ein als vor einem Jahr – aber nach Abzug der Preissteigerungen bleibt weniger übrig. Inflation und gestiegene Kosten fressen die nominalen Zuwächse auf.

Gastronomie: kaum Bewegung zum Vormonat

Die Gastronomie zeigt im Monatsvergleich ein anderes Bild als die Beherbergung: real minus 0,1 % gegenüber Februar, nominal sogar plus 0,2 %. Das klingt nach Stabilisierung – doch der Jahresvergleich zeigt, wo das eigentliche Problem liegt: real minus 5,7 % gegenüber März 2025. Restaurants, Cafés und Bars bedienen also deutlich weniger Nachfrage in realer Kaufkraft.

DESTATIS-ZAHLEN Gastgewerbe Deutschland, März 2026
−5,2 %
Gesamt real (YoY)
Realer Umsatzrückgang gegenüber März 2025 – tiefster Stand seit März 2022.
Tiefstwert
−5,6 %
Beherbergung real (MoM)
Hotels und Beherbergungsbetriebe verlieren im Monatsvergleich am stärksten.
+2,5 %
Gesamt nominal (YoY)
Nominaler Zuwachs täuscht: Real schrumpft die Branche deutlich.
−5,7 %
Gastronomie real (YoY)
Restaurants und Cafés verlieren im Jahresvergleich real mehr als Hotels.
Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 170, 20. Mai 2026

Was steckt hinter den Zahlen?

Die Schere zwischen nominalem und realem Umsatz erklärt sich durch Preissteigerungen. Destatis weist darauf hin, dass für die Bereinigung Nettopreise ohne Mehrwertsteuer herangezogen werden. Heißt konkret: Wer heute mehr zahlt als vor einem Jahr, kauft nicht unbedingt mehr – Energie, Personal und Lebensmittel haben sich verteuert, und diese Kostensteigerungen landen zum Teil in den Preisen.

Hinzu kommt ein statistischer Effekt: Im März 2025 war die Nachfrage nach dem Januar-Schwächemonat noch robust. Das macht den Jahresvergleich für März 2026 besonders ungünstig.

Real vs. nominal – was bedeutet das?

Nominaler Umsatz = tatsächliche Einnahmen ohne Mehrwertsteuer, nicht inflationsbereinigt.
Realer Umsatz = nominaler Umsatz abzüglich Preissteigerungen – zeigt, ob die Branche tatsächlich mehr oder weniger verkauft.
Steigt der nominale Umsatz, während der reale sinkt, bedeutet das: höhere Preise, aber weniger Volumen.

Vormonat Februar leicht revidiert

Für Februar 2026 hat Destatis die vorläufigen Zahlen leicht nach oben korrigiert: real plus 0,2 % gegenüber Januar (ursprünglicher Wert: 0,0 %), nominal plus 0,5 % (ursprünglich: 0,4 %). Eine kleine Aufwärtsrevision – die den März-Einbruch aber nicht relativiert.

Der März-Wert ist das deutlichste Signal seit vier Jahren, dass die Branche strukturell unter Druck steht – nicht nur saisonal.

Einordnung: Kein Ausreißer, sondern Trend

Der Rückgang auf das Niveau von März 2022 ist kein statistischer Zufall. Die Branche kämpft mit mehreren gleichzeitigen Belastungen:

  • Konsumzurückhaltung bei privaten Gästen durch gestiegene Lebenshaltungskosten
  • Höhere Betriebskosten (Energie, Personal, Lebensmittel) drücken Margen trotz höherer Preise
  • Strukturelle Nachfrageverschiebungen: weniger spontane Restaurantbesuche, stärkerer Preisvergleich bei Hotelübernachtungen
  • Wettbewerb durch Alternativen: Lieferservices, Ferienwohnungen, Homeoffice

Die nominalen Zuwächse von 2,3 bis 2,6 % im Jahresvergleich zeigen, dass die Branche Preiserhöhungen durchsetzen konnte – aber eben auf Kosten des Volumens. Das ist kurz- bis mittelfristig keine Lösung.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie stark ist der Umsatz im Gastgewerbe im März 2026 gesunken?

Kalender- und saisonbereinigt sank der reale Umsatz im März 2026 um 2,2 % gegenüber Februar 2026. Im Jahresvergleich zu März 2025 beträgt das reale Minus 5,2 %.

Warum liegt der reale Umsatz niedriger, obwohl der nominale gestiegen ist?

Nominale Umsätze bilden die tatsächlichen Einnahmen ab, reale Umsätze werden zusätzlich um Preissteigerungen bereinigt. Weil Energie, Personal und Lebensmittel teurer wurden, steigen die Preise – aber das Volumen, also wie viel die Gäste tatsächlich konsumieren, sinkt.

Welcher Bereich trifft es im März 2026 am härtesten?

Hotels und Beherbergungsunternehmen verlieren im Monatsvergleich real 5,6 %, im Jahresvergleich real 4,2 %. Die Gastronomie liegt im Jahresvergleich mit real minus 5,7 % sogar noch etwas schlechter.

Seit wann war der reale Gastgewerbeumsatz nicht mehr so niedrig?

Destatis gibt an, dass der reale Umsatz im März 2026 auf dem niedrigsten Niveau seit März 2022 liegt – also seit der Phase, in der die Folgen der Corona-Pandemie noch spürbar waren.

Woher stammen die Daten zum Gastgewerbeumsatz?

Die Zahlen sind vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes (Destatis), veröffentlicht in Pressemitteilung Nr. 170 vom 20. Mai 2026. Langfristige Zeitreihen sind in der Destatis-Datenbank GENESIS-Online abrufbar.
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