Das Wichtigste in Kürze

iVvy und Lightwave verbinden erstmals Event-Management-Software direkt mit smarter Gebäudetechnik: Licht, AV und Elektrogeräte schalten sich automatisch ein und aus – gesteuert vom Buchungskalender. Edgbaston Stadium in Birmingham gehört zu den ersten Venues, die die Lösung produktiv einsetzen. Ziel ist weniger Energieverschwendung in ungenutzten Räumen.

Das Problem: Strom läuft, obwohl niemand im Raum ist

Wer Eventlocations kennt, kennt das Bild: Ein Konferenzraum ist für 9 Uhr gebucht, die Klimaanlage läuft seit 7 Uhr, die Beleuchtung brennt durch, der Kühlschrank hinter der Bar summt vor sich hin – und der Raum steht leer. Laut Unternehmensangaben von Lightwave ist genau das der Normalzustand in vielen Venues: Licht, Heizung, Kühlgeräte und AV laufen unabhängig vom tatsächlichen Buchungsstatus.

Das kostet Geld. Und es ist schlicht unnötig – wenn Buchungssystem und Gebäudetechnik miteinander reden könnten. Genau das ist jetzt möglich.

Wie die Integration funktioniert

iVvy ist eine internationale Venue- und Event-Management-Plattform, die Buchungen, Angebote und Veranstaltungsabläufe zentral verwaltet. Lightwave stellt smarte Hardware für Beleuchtung, Heizung und Steckdosen bereit. Die neue Partnerschaft verbindet beide Systeme direkt: Sobald eine Buchung in iVvy aktiv wird, schalten sich die verknüpften Geräte im entsprechenden Raum ein. Endet die Buchung, gehen sie automatisch wieder aus.

Was die Integration steuert
  • Beleuchtung – raumgenau, nach Buchungszeitraum
  • AV-Equipment – Bildschirme, Projektoren, Beschallungsanlagen
  • Elektrogeräte – Kühlschränke, Kaffeemaschinen, sonstige Verbraucher
  • Heizung und Klimaanlage (sofern über Lightwave-Hardware angebunden)

Die Steuerung erfolgt vollautomatisch auf Basis des iVvy-Eventkalenders – kein manueller Eingriff nötig.

Edgbaston Stadium als Pilot-Venue

Das Edgbaston Stadium in Birmingham – Heimstätte von Warwickshire Cricket – gehört zu den ersten Venues in Großbritannien und Europa, die die Lösung im laufenden Betrieb einsetzen. Das Stadion nutzt seine Räumlichkeiten intensiv für Konferenzen, Bankette und Veranstaltungen neben dem Spielbetrieb. Für solche Multi-Use-Venues mit wechselnden Belegungen und vielen Räumen ist der Nutzen besonders groß: Der Energieverbrauch folgt dem tatsächlichen Bedarf, nicht dem Worst-Case-Szenario.

Devices now respond directly to room schedules

So formuliert es Lightwave selbst laut Unternehmensangaben: „Geräte reagieren jetzt direkt auf Raumbelegungen – sie schalten sich nur ein, wenn eine Buchung aktiv ist, und aus, wenn sie endet.“ Kein Satz, der viel verspricht. Aber einer, der eine konkrete operative Lücke schließt.

Warum das für Venue-Betreiber relevant ist

Der Energiekostenblock ist in der Veranstaltungswirtschaft einer der wenigen, bei dem sich mit Technik wirklich etwas verschieben lässt – ohne Servicequalität zu senken. Gäste merken keinen Unterschied, wenn der Raum zum Buchungsbeginn vorbereitet ist. Sie merken aber sehr wohl, wenn die Rechnung am Jahresende zeigt, dass Strom für Leerstände bezahlt wurde.

Integration: Was spricht dafür, was dagegen?

Dafür spricht

  • Energieverbrauch sinkt automatisch, ohne Verhaltensänderung beim Personal
  • Keine manuelle Steuerung nötig – läuft über bestehenden Buchungskalender
  • Messbare Kosteneinsparung bei hoher Raumbelegungsfrequenz
  • Nachweisbare Reduktion des CO₂-Ausstoßes für Nachhaltigkeitsberichte
  • Skalierbar: funktioniert für einzelne Räume bis zum Mehrhallen-Betrieb

Dagegen spricht

  • Lightwave-Hardware muss installiert und mit bestehender Infrastruktur kompatibel sein
  • Kurzfristige Buchungsänderungen müssen sauber ins System eingepflegt werden
  • Abhängigkeit von zwei Software-Plattformen gleichzeitig
  • Rollout-Aufwand bei großen Venues mit vielen Räumen und Legacy-Technik

Einordnung: Wo steht dieser Ansatz im Markt?

Smarte Gebäudesteuerung für Hotels und Venues ist kein neues Konzept. BMS-Systeme (Building Management Systems) von Anbietern wie Siemens, Johnson Controls oder Schneider Electric existieren seit Jahrzehnten. Was iVvy und Lightwave anders machen: Sie verbinden die Ebene der Event-Software direkt mit der Gebäudesteuerung – ohne teure Middleware oder komplexe BMS-Integration.

Das macht den Ansatz besonders für mittelgroße Venues attraktiv, die keine eigene Haustechnikabteilung betreiben und trotzdem von automatisierter Energiesteuerung profitieren wollen. Edgbaston Stadium zeigt, dass der Einsatz auch in komplexen Multi-Use-Umgebungen funktioniert.

Interessant: Der Ansatz setzt nicht auf KI-Prognosen oder Sensorik, sondern auf die schlichteste aller Datenquellen – den Buchungskalender. Manchmal ist die einfachste Lösung die wirksamste.

Was das für die Branche bedeutet

Für Venue-Betreiber, die iVvy bereits nutzen, ist die Integration ein naheliegender nächster Schritt. Für alle anderen ist die Partnerschaft ein Signal: Event-Management-Software wird zunehmend zum Betriebssystem des gesamten Hauses – nicht nur für Buchungen und Angebote, sondern auch für Energiemanagement, Auslastungsoptimierung und künftig möglicherweise Wartungszyklen.

Der Roll-out startet in UK und Europa. Konkrete Preisangaben zur Lightwave-Hardware oder Integrations-Lizenz hat keines der beiden Unternehmen öffentlich kommuniziert – Interessierte wenden sich direkt an die Anbieter.

HÄUFIGE FRAGEN

Was macht die Integration von iVvy und Lightwave konkret?

Die Integration verbindet den iVvy-Buchungskalender mit Lightwaves smarter Gebäudetechnik. Licht, AV-Equipment und Elektrogeräte schalten sich automatisch ein, sobald eine Buchung aktiv ist, und wieder aus, wenn sie endet – ohne manuellen Eingriff.

Welches Venue nutzt die Lösung als erstes?

Das Edgbaston Stadium in Birmingham gehört zu den ersten Venues in UK und Europa, die die iVvy-Lightwave-Integration im laufenden Betrieb einsetzen.

Für welche Venue-Typen lohnt sich der Einsatz besonders?

Besonders attraktiv ist die Lösung für mittelgroße Multi-Use-Venues mit wechselnden Raumbelegungen, die keine eigene Haustechnikabteilung betreiben und trotzdem automatisiert Energie sparen wollen.

Welche Geräte lassen sich über die Integration steuern?

Über Lightwave-Hardware lassen sich Beleuchtung, AV-Equipment, Kühlschränke, Kaffeemaschinen und – sofern angebunden – Heizung und Klimaanlage direkt nach dem iVvy-Eventkalender steuern.

Brauche ich dafür ein bestehendes Building Management System?

Nein. Der Ansatz von iVvy und Lightwave funktioniert ohne klassische BMS-Integration. Die Verbindung läuft direkt über die iVvy-Plattform und die Lightwave-Hardware – das macht die Lösung auch für Venues ohne komplexe Haustechnik umsetzbar.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →