Im Jahr 2025 starteten oder landeten an deutschen Hauptverkehrsflughäfen 652.000 Passagierflüge mit einer Distanz von maximal 1.000 Kilometern. Das entspricht 45 Prozent aller 1,5 Millionen Passagierflüge, wie Destatis mitteilt.
Besonders auffällig: 82 Prozent dieser Kurzstreckenflüge gingen ins Ausland. Für die nächsten Wochen und Monate könnte der weltweite Kerosinmangel den Druck auf genau diese Verbindungen erhöhen.
Kurzstrecke dominiert den Flugverkehr
Die Zahl ist hoch. Von den 1,5 Millionen Passagierflügen an deutschen Hauptverkehrsflughäfen im Jahr 2025 entfielen 652.000 auf Strecken bis 1.000 Kilometer. Das sind 45 Prozent aller Flüge mit Passagieren.
Die Daten stammen aus der Pressemitteilung von Destatis vom 26. Mai 2026. Erfasst wurden die deutschen Hauptverkehrsflughäfen mit mehr als 150.000 Fluggasteinheiten im Vorjahr.
Wo die Kurzstrecke besonders stark ist
Auf der Kurzstrecke lagen 2025 vor allem Verbindungen ins Ausland vorn. 82 Prozent der Flüge mit einer Distanz von maximal 1.000 Kilometern waren Auslandsflüge. Damit landet die Debatte schnell bei europäischen Drehkreuzen und Nahzielen.
Die häufigste Kurzstreckenverbindung war Frankfurt am Main – London-Heathrow mit 11.000 Passagierflügen. Dahinter folgen Frankfurt am Main – Berlin Brandenburg mit knapp 11.000 Flügen, München – Frankfurt am Main mit 10.700 Flügen und Frankfurt am Main – Hamburg mit 10.300 Flügen.
Diese Strecken stechen heraus
- Frankfurt am Main – London-Heathrow: 11.000 Passagierflüge
- Frankfurt am Main – Berlin Brandenburg: knapp 11.000 Flüge
- München – Frankfurt am Main: 10.700 Flüge
- Frankfurt am Main – Hamburg: 10.300 Flüge
Destatis rechnet mit der Großkreismethode. Im Inlandsverkehr zählt nur der Start, damit keine Doppelzählung entsteht. Rundflüge tauchen in der Statistik nicht auf.
Was das für Airlines und Flughäfen heißt
Kurzstreckenflüge sind oft die Verbindungen, bei denen sich Engpässe zuerst zeigen. Ein weltweiter Kerosinmangel trifft genau diese Routen besonders schnell, weil sie eng getaktet laufen und oft stark ausgelastet sind.
Auch der Blick ins erste Quartal 2026 zeigt Bewegung: 137.700 Passagierflüge unter 1.000 Kilometern lagen 3 Prozent unter dem Vorjahreswert von 141.800. Insgesamt sank die Zahl der Passagierflüge leicht auf 282.100, nach 284.400 im ersten Quartal 2025.
Warum der EU-Blick wichtig bleibt
Destatis verweist auch auf Eurostat: In der EU war das Flugzeug 2024 bei 48 Prozent aller Auslandreisen mit mindestens einer Übernachtung das Hauptverkehrsmittel. Bei Auslandsreisen mit ein bis drei Übernachtungen lag der Anteil bei 30 Prozent, bei Reisen ab vier Übernachtungen bei 55 Prozent.
Bei Inlandsurlauben ab einer Übernachtung nutzten nur 2 Prozent das Flugzeug. Der Kontrast ist klar. Kurzstrecke und Ausland hängen eng zusammen, Inland und Flugzeug deutlich weniger.
Der EU-Vergleich im Überblick
- 48 Prozent bei Auslandsreisen mit mindestens einer Übernachtung
- 30 Prozent bei Auslandsreisen mit ein bis drei Übernachtungen
- 55 Prozent bei Urlaubsreisen ab vier Übernachtungen
- 2 Prozent bei Inlandsurlauben ab einer Übernachtung
Für die Luftfahrtbranche zählt jetzt vor allem eines: Wie stabil bleiben die Kurzstrecken, wenn der Treibstoff knapp wird? Die Antwort entscheidet über Flugpläne, Auslastung und Umbuchungen — und damit über den Sommerverkehr 2026.


