Der Hotelmarkt Großraum Paris hat 2025 ein Investitionsvolumen von 1,9 Milliarden Euro erzielt – bei 75 gehandelten Immobilien. Der RevPAR blieb mit 115,7 Euro stabil. Nach dem Ausnahmejahr 2024 mit Olympischen Spielen konsolidiert sich der Markt auf einem soliden Niveau.
Paris ist und bleibt eine der liquidesten Hotelmärkte Europas. Das zeigt der aktuelle Cushman & Wakefield Marketbeat Greater Paris FY 2025: 75 Hotels wechselten 2025 den Eigentümer, das Gesamtvolumen lag bei 1,9 Milliarden Euro. Kein Rekord – aber ein klares Signal, dass Investoren den Markt weiterhin für attraktiv halten.
Konsolidierung nach Olympia-Effekt
Das Jahr 2024 war ein Ausreißer. Die Olympischen Spiele in Paris trieben Auslastung, Preise und Investoreninteresse gleichermaßen in die Höhe. 2025 folgt die Normalisierung – was in der Branche niemanden überrascht, den Zahlen aber eine gewisse Fallhöhe gibt.
Besonders deutlich wird das im ersten Halbjahr: Zwischen Januar und Juni 2025 überstieg das Transaktionsvolumen zwar die 600-Millionen-Euro-Marke, doch das bedeutete einen Rückgang von 46 Prozent gegenüber H1 2024. Der Grund: Großdeals fehlten. Im Vorjahreszeitraum hatten einzelne Mega-Transaktionen das Volumen in die Höhe getrieben. 2025 war der Markt kleinteiliger – dafür aber breiter: 28 Hotels mit insgesamt 2.120 Zimmern wurden in den ersten sechs Monaten verkauft, die Anzahl der Deals stieg also sogar.
RevPAR stabil – das ist mehr als es klingt
Ein RevPAR von 115,7 Euro klingt nach Stillstand. In Wirklichkeit ist das ein starkes Signal. Nach einem Jahr, das durch Olympia-Sondereffekte verzerrt war, auf diesem Niveau zu bleiben bedeutet: Die operative Performance des Pariser Hotelmarkts ist strukturell robust.
Paris profitiert dabei von einem Nachfragemix, den wenige europäische Märkte replizieren können: Internationaler Tourismus, Geschäftsreisende, Messen und Kongresse sowie ein stabiles Inlandspublikum. Selbst in Konsolidierungsphasen schlägt sich das in den Kennzahlen nieder.
Kleinteiliger Markt, mehr Deals
Der Rückgang des Transaktionsvolumens täuscht über eine interessante Entwicklung hinweg: Der Markt wird aktiver, nicht passiver. Mehr Einzeldeals, kleinere Objekte, mehr Käufer – das deutet auf einen Markt hin, der sich in der Breite öffnet, nicht verengt.
Diese Entwicklung kennen Investoren aus anderen reifen Märkten wie London oder Amsterdam: Nach Phasen großer Portfoliotransaktionen folgen Perioden, in denen Einzelobjekte dominieren. Das erhöht die Markttransparenz und gibt neuen Akteuren Einstiegsmöglichkeiten.
- 28 Transaktionen allein in H1 2025 – mehr Deals als im Vorjahreszeitraum
- Rückgang im Volumen hauptsächlich durch fehlende Großdeals, nicht durch schwächere Nachfrage
- 2.120 Zimmer in H1 gehandelt – solides Niveau für einen liquiden Primärmarkt
- RevPAR-Stabilität signalisiert operative Resilienz nach dem Olympia-Ausnahmejahr
- Angebotserweiterung 2024 durch große Neueröffnungen (u.a. 5-Sterne-Objekte im Disneyland-Resort-Bereich)
Angebotsseite: Neues Angebot absorbiert
Das Pariser Hotelangebot ist 2024 gewachsen. In der ersten Jahreshälfte 2024 kamen rund 21 neue Häuser mit etwa 2.500 Zimmern auf den Markt – darunter 5-Sterne-Eröffnungen im Großraum. Dass der RevPAR trotz dieser Angebotserweiterung stabil geblieben ist, spricht für eine starke Absorptionskraft des Marktes.
Für 2025 und darüber hinaus dürfte das Angebotswachstum moderater ausfallen. Die Baukosten bleiben hoch, Finanzierungskonditionen sind anspruchsvoll, und große Entwicklungsprojekte in einer Stadt wie Paris brauchen Zeit. Das stützt mittelfristig die Auslastung bestehender Häuser.
Der Marketbeat Hospitality Greater Paris ist ein halbjährlicher Marktbericht von Cushman & Wakefield, einem der weltweit führenden gewerblichen Immobilienberater. Der Report analysiert Transaktionsvolumen, Angebot, Nachfrage und operative KPIs des Hotelmarkts im Großraum Paris (Île-de-France). Er gilt als Referenzdokument für institutionelle Investoren, Hotelbetreiber und Finanzierer, die den Pariser Markt beobachten oder in ihm aktiv sind.
Was das für die Branche bedeutet
Paris bleibt ein Pflichttermin auf der Investoren-Landkarte. Der Markt konsolidiert nach einem Ausnahmejahr – aber er bricht nicht ein. Wer jetzt sucht, findet mehr Einzelobjekte als in Boomzeiten, ohne in einen Verdrängungswettbewerb einzusteigen.
Operative Teams in Pariser Hotels können 2025 als Jahr der Normalisierung verbuchen. Der RevPAR hält. Die Nachfragequellen sind stabil. Und der Markt zeigt, was er kann, wenn kein Großereignis als Katalysator wirkt: solides, strukturelles Wachstumspotenzial ohne Sondereffekte.



