Radisson Hotel Group hat die ersten zwei Verified Net Zero Hotels eröffnet – in Manchester und Oslo. Die Häuser erfüllen Klimaziele für 2040 schon heute. Bis 2030 soll das Netzwerk auf 100 solcher Hotels wachsen.
Zwei Hotels. Zwei Städte. Und ein Anspruch, der die Branche aufhorchen lässt. Das Radisson Hotel Manchester City Centre und das Radisson RED Oslo City Centre sind die ersten „Verified Net Zero“-Häuser der Radisson Hotel Group – verifiziert durch TÜV Rheinland. Damit treffen sie Klimaschutzziele, die eigentlich erst für 2040 geplant sind – Jahrzehnte früher als erwartet.
Was steckt hinter Verified Net Zero?
Der Begriff Net Zero taucht in der Hotellerie immer häufiger auf – oft als Marketing-Versprechen ohne klare Substanz. Radisson geht einen anderen Weg: Die Zertifizierung durch TÜV Rheinland bedeutet, dass die Hotels messbar und nachprüfbar klimaneutral operieren. Kein Greenwashing, sondern ein externer Prüfprozess.
Was konkret dazugehört, macht Radisson im Responsible Business Report 2025 deutlich:
- 100 % erneuerbare Energie im Hotelbetrieb
- Low-Carbon-Menüs in der Gastronomie
- Minimierung von Lebensmittelabfällen und Abfallmengen
- Ganzheitliche Emissionsreduktion über den gesamten Hotelbetrieb
2 Hotels erfüllen heute bereits den Net-Zero-Standard (Manchester, Oslo)
Ziel: 100 Hotels bis 2030 weltweit
23 % Emissionsreduktion der gesamten Gruppe – bei gleichzeitigem Portfoliowachstum von 20 %
Verifizierer: TÜV Rheinland
23 % weniger Emissionen – und trotzdem gewachsen
Das vielleicht bemerkenswerteste Detail aus dem Report: Radisson hat seinen CO₂-Ausstoß um 23 % gesenkt – während das Portfolio gleichzeitig um 20 % gewachsen ist. Mehr Hotels, weniger Emissionen. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines strukturierten Ansatzes, der über Einzelmaßnahmen hinausgeht.
Für die Branche ist das relevant, weil es zeigt: Wachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus. Wer Effizienz konsequent ins Betriebsmodell integriert, kann beides gleichzeitig voranbringen.
Think People, Think Community, Think Planet
Der Responsible Business Report 2025 gliedert sich in drei Handlungsfelder. Net Zero ist dabei nur ein Teil des Gesamtbildes:
Think Planet
Klima, Energie, Abfall – hier liegt der Fokus auf dem messbaren CO₂-Fußabdruck. Die Verified-Net-Zero-Häuser sind das Flaggschiff. Radisson will zeigen, dass bestehende Hotels – nicht nur Neubauten – in klimapositive Assets umgebaut werden können.
Think People
Mitarbeitende, Diversität, Arbeitsbedingungen – Radisson verankert soziale Verantwortung als zweites Standbein. Details aus dem Report liegen öffentlich noch nicht vollständig vor, der Fokus liegt aber laut Unternehmensangaben auf Entwicklung und Inklusion.
Think Community
Lokales Engagement, Partnerschaften, gesellschaftliche Wirkung – der dritte Pfeiler adressiert, wie Hotels als lokale Akteure Mehrwert für ihr Umfeld schaffen. Auch hier gilt: Anspruch muss mit konkreten Programmen hinterlegt werden.
100 Net-Zero-Hotels bis 2030 – realistisch oder ambitioniert?
Radisson hat das Ziel offiziell formuliert: 100 Verified Net Zero Hotels weltweit bis 2030. Aktuell stehen zwei. Das heißt, die Gruppe muss in fünf Jahren fast 100 weitere Häuser durch einen aufwendigen Zertifizierungsprozess bringen.
Das ist ambitioniert. Aber es ist auch ein klares Bekenntnis, das sich messen lässt. Die Hotellerie-Branche hat es lange vermieden, solche konkreten Ziele öffentlich zu setzen – weil sie damit angreifbar wird. Radisson nimmt dieses Risiko bewusst in Kauf.
Was das für die Branche bedeutet
Radisson ist nicht das erste Unternehmen mit Klimaambitionen – aber die Kombination aus externer Verifikation, konkretem Zieldatum und transparenten Einzelmaßnahmen ist selten. Die meisten Ketten kommunizieren Klimaziele als langfristige Absichtserklärungen ohne kurzfristige Meilensteine.
Für Hoteliers, die wissen wollen, wie ein belastbarer Klimapfad aussieht, liefert Radisson damit einen der wenigen wirklich vergleichbaren Benchmarks der Branche. Dass beide Pilothäuser in Europa stehen – Manchester und Oslo – ist kein Zufall: Beide Märkte haben strenge regulatorische Anforderungen und eine kaufkräftige Reisende-Schicht, die Klimaperformance aktiv nachfragt.
Ob das Modell auf 100 Hotels skaliert, wird sich bis 2030 zeigen. Die Messlatte liegt jetzt öffentlich. Das ist gut so.
