Mobile Ordering am Pool macht den Liegestuhl zur Verkaufsfläche. Hotels wie die Sheraton-Gruppe berichten von F&B-Umsatzsteigerungen zwischen 51 und 60 Prozent nach der Einführung. Gäste bestellen mehr, warten weniger – und das Personal arbeitet effizienter.
Sonne, Liege, Cocktail – und trotzdem niemanden in Sichtweite, der die Bestellung aufnimmt. Dieses Problem kennt jedes Resort mit Poolbereich. Mobile Ordering löst es – und macht den Pool gleichzeitig zur profitabelsten Fläche im Haus.
Warum der Poolbereich so viel Potenzial verschenkt
Der Poolbereich ist im Sommer der frequentierteste Ort eines Resort-Hotels. Gleichzeitig ist er operativ der schwierigste: Gäste verteilen sich auf großer Fläche, das Service-Personal läuft weite Wege, und wer nicht aktiv angesprochen wird, bestellt oft gar nicht. Die Folge: unterdurchschnittlicher F&B-Spend trotz hoher Auslastung.
Genau hier setzt digitales Bestellen an. Wenn Gäste Menü, Bestellung und Zahlung direkt vom Smartphone erledigen, entfällt die Abhängigkeit vom vorbeilaufenden Kellner. Der Impuls zur Bestellung entsteht beim Gast selbst – und wird sofort umgesetzt.
Laut Angaben von IRIS, Anbieter für Hotel-Mobile-Ordering, verzeichneten Sheraton-Hotels nach der Einführung eines mobilen Bestellsystems am Pool F&B-Umsatzsteigerungen von 51 bis 60 Prozent. Die Plattform erlaubt es Gästen, Menüs zu durchstöbern, Bestellungen aufzugeben und direkt zu bezahlen – ohne Wartezeit auf Personal.
10 Hebel, die Mobile Ordering am Pool aktiviert
IRIS hat in einem aktuellen Beitrag zehn konkrete Wege beschrieben, wie Hotels ihre Poolbereich-Profitabilität durch mobiles Bestellen steigern können. Hier die wichtigsten davon – mit operativem Kontext:
1. Frictionless Point of Sale
Der Liegestuhl wird zur Verkaufsfläche, sobald Gäste ohne Unterbrechung ihrer Entspannung bestellen können. Kein Aufstehen, kein Handzeichen, keine wartende Bedienung. Die Conversion vom „Ich hätte eigentlich Lust auf etwas“ zur tatsächlichen Bestellung steigt deutlich.
2. Höherer durchschnittlicher Bestellwert
Digitale Menüs mit Bildern, Beschreibungen und Empfehlungen führen nachweislich zu höherem Upselling als mündliche Kommunikation. Wer am Smartphone durch ein ansprechend gestaltetes Menü scrollt, bestellt häufiger eine zweite Runde oder ein zusätzliches Gericht.
3. Weniger Personalaufwand pro Bestellung
Das Team nimmt keine Bestellungen mehr auf – es liefert nur noch aus. Das spart Zeit pro Gast-Kontakt und erlaubt es kleineren Crews, größere Flächen zu bedienen. Gerade in Zeiten hohen Personaldrucks ein entscheidender Vorteil.
4. Kürzere Wartezeiten für Gäste
Bestellungen gehen direkt in die Küche oder Bar – ohne Zwischenschritte über ein Kassenblatt oder mündliche Weitergabe. Das reduziert Fehler und verkürzt die Lieferzeit spürbar.
5. Echtzeit-Daten für Menu Engineering
Jede Bestellung wird erfasst. Welche Drinks laufen am Nachmittag besonders gut? Welche Gerichte werden fast nie bestellt? Diese Daten fließen direkt in Menüplanung und Preisstrategie – und helfen, das Sortiment profitabler zu gestalten.
6. Saisonale und tagesaktuelle Anpassungen
Digitale Menüs lassen sich in Minuten aktualisieren. Wenn ein Produkt ausverkauft ist, verschwindet es sofort aus der Ansicht. Wenn eine Sonderkarte für den Abend geplant ist, ist sie mit einem Klick live – kein Drucken, kein Verteilen.
7. Mehrsprachigkeit ohne Aufwand
Internationale Resorts profitieren besonders: Mobile-Ordering-Plattformen wie IRIS bieten automatische Übersetzungen an. Der Gast wählt seine Sprache, das Menü passt sich an – die Küche bekommt die Bestellung trotzdem im Standard-Format.
8. Cross-Selling in andere Bereiche
Wer am Pool bestellt, kann über dieselbe App Spa-Termine buchen, Abendrestaurant-Reservierungen anfragen oder Ausflüge planen. Der Pool wird zum digitalen Touchpoint für das gesamte Hotel-Erlebnis.
9. Kontaktloses Bezahlen
Zahlung per App oder Zimmerverrechnung ohne Kassenbon und Unterschrift. Das spart Service-Zeit und reduziert Fehler bei der Abrechnung. Gäste schätzen den reibungslosen Abschluss – besonders im Luxussegment.
10. Gästedaten für personalisierte Folgeangebote
Wer wiederholt einen bestimmten Cocktail bestellt, bekommt beim nächsten Pool-Besuch eine passende Empfehlung. Bestell-History kombiniert mit CRM-Integration ermöglicht echtes Gäste-Profiling – und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Folgebestellungen.
Welche Plattformen Hotels nutzen
Im Hotel-Bereich haben sich einige Anbieter als Platzhirsche etabliert. IRIS gehört zu den bekanntesten europäischen Plattformen für In-Room Dining und Poolside Ordering. Daneben sind Anbieter wie Bopple, Dineout oder das PMS-integrierte Bestell-Modul von Mews in der Diskussion. Entscheidend für die Wahl: Integration ins bestehende POS-System (häufig Oracle MICROS oder Lightspeed), einfache Menü-Verwaltung und Mehrsprachigkeit.
Was du vor der Einführung klären musst
Mobile Ordering klingt nach Plug-and-Play – ist es aber nur dann, wenn die Vorarbeit stimmt. Diese Punkte entscheiden darüber, ob das System wirklich läuft oder nach drei Wochen wieder abgeschaltet wird:
- POS-Integration: Läuft das Bestellsystem direkt auf dein bestehendes Kassensystem auf? Ohne nahtlose Integration entstehen Doppelerfassungen und Fehler.
- WLAN-Abdeckung: Der Poolbereich ist oft ein WLAN-toter Winkel. Ohne stabiles Netz funktioniert Mobile Ordering nicht – Infrastruktur prüfen, bevor man investiert.
- Onboarding der Gäste: QR-Code am Tisch, Hinweis beim Check-in, kurze Erklärung vom Team. Wer nicht weiß, dass es die Option gibt, nutzt sie nicht.
- Menü-Pflege: Jemand muss das digitale Menü aktuell halten. Wenn ausverkaufte Items trotzdem bestellbar sind, frustriert das Gäste mehr als kein System.
- Küchen- und Bar-Kapazität: Mehr Bestellungen bedeuten mehr Produktion. Wenn das Back-of-House nicht mitskaliert, leidet die Qualität trotz steigendem Umsatz.
- Datenschutz: Bestelldaten sind Gästedaten. DSGVO-konformes Setup und Datenspeicherung müssen vor dem Go-Live geprüft sein.
Fazit: Der Pool ist mehr als eine Auslastungsfläche
Hotels, die ihren Poolbereich noch mit klassischem Service betreiben, lassen Geld auf dem Wasser liegen. Die Kombination aus geringerem Personalaufwand, höherem Bestellwert und belastbaren Gästedaten macht Mobile Ordering zu einem der wenigen Tech-Investments, die sich operativ und umsatzseitig gleichzeitig auszahlen. Die Sheraton-Zahlen sind kein Ausreißer – sie zeigen, was möglich ist, wenn Infrastruktur, Menü und Gäste-Kommunikation zusammenpassen.
