Das Wichtigste in Kürze

Riyadh Air verkauft ab sofort Tickets für die Strecke Riad–London Heathrow. Ab 1. Juli 2026 fliegen eigene Boeing 787-9 Dreamliner – kein Leihflieger mehr. Die Airline ist Teil von Saudi-Arabiens Vision 2030 und will schnell ein globales Netz aufbauen.

Monatelang hat Riyadh Air im sogenannten Pathway to Perfect-Programm mit einem gemieteten Boeing 787-9 namens „Jamila“ operiert – ein Testbetrieb vor dem echten Start. Damit ist jetzt Schluss. Wie Skift berichtet, hat die saudische Airline den öffentlichen Ticketverkauf für die Strecke Riad–Heathrow eröffnet. Bis 30. Juni bleibt „Jamila“ im Einsatz. Danach übernehmen ausschließlich neue 787-9 Dreamliner aus der eigenen Flotte.

Was bisher passiert ist

Den Soft-Launch gab es bereits im Oktober 2025. Am 26. Oktober starteten täglich Flüge zwischen Riad und London Heathrow – allerdings eben mit dem Leihflugzeug und unter dem Label Pathway to Perfect: operativ eingeschränkt, offiziell kein vollständiger kommerzieller Betrieb. Gleichzeitig rollte Riyadh Air sein Vielfliegerprogramm Sfeer aus, das mit einem ungewöhnlichen Feature aufwartet: Mitglieder können Punkte und Statusvorteile mit Freunden und Familie teilen.

Riyadh Air auf einen Blick
  • Eigentümer: Public Investment Fund (PIF), Saudi-Arabiens Staatsfonds
  • Flaggschiff-Flugzeug: Boeing 787-9 Dreamliner
  • Kabine: Vier Klassen
  • Erste kommerzielle Route: Riad (RUH) – London Heathrow (LHR)
  • Betriebsstart mit eigenem Flugzeug: 1. Juli 2026
  • Loyalitätsprogramm: Sfeer (Punkte teilbar mit Dritten)
  • Nächste Europa-Route: Riad–Manchester (Datum noch offen)

Warum es so lange gedauert hat

Flugzeuglieferketten gehören seit 2022 zu den hartnäckigsten Problemen der Branche. Boeing selbst kämpft mit Fertigungsengpässen beim 787-Programm – neue Airlines wie Riyadh Air spüren das besonders hart, weil sie keine Reserveflotte haben, auf die sie ausweichen könnten. Das Leihflugzeug „Jamila“ war genau die Antwort auf dieses Problem: operativen Betrieb aufrechterhalten, Crew und Abläufe einschleifen, ohne auf die eigentlichen Maschinen warten zu müssen.

Vision 2030

Riyadh Air ist kein normales Airline-Projekt. Saudi-Arabiens Vision 2030 hat das Ziel, die Wirtschaft weg vom Öl zu diversifizieren – Tourismus und Luftfahrt spielen dabei eine zentrale Rolle. Die saudische Hauptstadt soll zu einem globalen Drehkreuz werden, ähnlich wie Dubai mit Emirates. Riyadh Air ist das Instrument dafür: eine Airline, die internationale Reisende nach Riad bringt und gleichzeitig saudische Passagiere in die Welt fliegt.

Was als Nächstes kommt

Manchester ist als zweite europäische Destination angekündigt. Weitere Ziele sollen im Juni 2026 bekannt gegeben werden. Wie schnell das Netz wächst, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig Boeing weitere 787-9 ausliefert.

Riyadh Air – Chancen und Risiken

Dafür spricht

  • Staatsfonds PIF als kapitalkräftiger Backer
  • Modernes Produkt mit vier Kabinenklassen
  • Sfeer-Loyalitätsprogramm mit Share-Funktion
  • Wachsender Inbound-Tourismusmarkt Saudi-Arabien
  • 787-9 als eines der effizientesten Langstreckenflugzeuge

Dagegen spricht

  • Wiederholte Verschiebungen untergraben Vertrauen
  • Boeing-Lieferprobleme außerhalb der eigenen Kontrolle
  • Harter Wettbewerb mit Emirates, Qatar Airways, Turkish
  • Markenbekanntheit auf Langstrecke noch gering

Einordnung für die Branche

Für den Reise- und Hospitality-Sektor ist Riyadh Air mehr als eine neue Airline. Wenn Saudi-Arabien seinen Tourismusplan umsetzt und Riad tatsächlich zum Hub wird, entsteht ein komplett neuer Quellmarkt für europäische Hotels – und ein neuer Konkurrent im Premium-Langstreckensegment, das bisher von Gulf-Carriern dominiert wird. Das wird spannend.

HÄUFIGE FRAGEN

Wann startet Riyadh Air mit eigenen Flugzeugen nach London?

Ab 1. Juli 2026 fliegt Riyadh Air die Strecke Riad–London Heathrow ausschließlich mit eigenen Boeing 787-9 Dreamlinern. Bis dahin bleibt das Leihflugzeug 'Jamila' im Einsatz.

Was ist das Loyalitätsprogramm Sfeer von Riyadh Air?

Sfeer ist das Vielfliegerprogramm von Riyadh Air. Besonderheit: Mitglieder können Punkte und Statusvorteile mit Freunden und Familienmitgliedern teilen – das unterscheidet es von klassischen Meilenprogrammen.

Warum hat sich der Start von Riyadh Air so lange verzögert?

Boeing kämpft seit Jahren mit Fertigungsengpässen beim 787-Programm. Als neue Airline ohne Reserveflotte hat Riyadh Air das besonders gespürt und überbrückte die Zeit mit einem gemieteten Flugzeug im Testbetrieb.

Welche weiteren Routen plant Riyadh Air in Europa?

Als zweite europäische Destination ist Riad–Manchester angekündigt. Weitere Ziele sollen laut Airline im Juni 2026 bekannt gegeben werden.

Was hat Riyadh Air mit Vision 2030 zu tun?

Riyadh Air gehört dem staatlichen Public Investment Fund (PIF) und ist ein Kernelement von Vision 2030 – Saudi-Arabiens Plan, die Wirtschaft zu diversifizieren und Riad zu einem globalen Luftfahrt-Hub zu machen.
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