Das Wichtigste in Kürze

Laut Skift Research sagen 78 % der Reisenden, dass Nachhaltigkeit ihre Entscheidungen beeinflusst. Nur 24 % suchen aktiv nach grünen Optionen und nehmen dafür echte Abstriche in Kauf.

Erlebnisse ziehen deutlich besser: 70 % sagen, dass Experiences eine Reise überhaupt erst lohnend machen. 43 % halten sie für den wichtigsten Teil der Reise.

Das Problem ist nicht das Thema, sondern das Packaging

Reisende mögen Nachhaltigkeit in der Theorie. Im Portemonnaie zeigt sich davon aber wenig. Genau das beschreibt Skift in seinem Beitrag vom 29. Juli 2026. Die Kernzahl ist brutal klar: 78 % finden Nachhaltigkeit wichtig, nur 24 % handeln danach.

Der Rest will vor allem eins: keinen Extraaufwand. Laut dem Survey wählen 32 % nur dann nachhaltige Optionen, wenn sie kein zusätzliches Geld oder keine zusätzliche Zeit kosten. 53 % nehmen sogar einen schnelleren, emissionsintensiveren Flug statt einer langsameren, grüneren Verbindung. Klingt unbequem? Ist es auch.

Die Skift-Zahlen auf einen Blick

Nachhaltigkeit ist wichtig
78 %
Aktive Suche nach grünen Optionen
24 %
Nur ohne Mehrkosten oder Zeitverlust
32 %
Schneller Flug statt grüner Verbindung
53 %
Erlebnisse machen die Reise lohnend
70 %
Erlebnisse sind der wichtigste Teil
43 %
Die Botschaft ist unbequem, aber nützlich: Nachhaltigkeit verkauft sich selten als Moraltest. Sie verkauft sich besser, wenn sie den Aufenthalt leichter, schöner oder einfacher macht.

Warum Experience-Premiums besser funktionieren

Skift nennt es klar: Experience premiums sind bankable, sustainability premiums nicht. Ein besonderes Dinner, eine private Tour oder ein kuratiertes Wellness-Programm fühlen sich nach Gegenwert an. Ein Aufpreis für „grüner“ dagegen oft nach Verzicht.

China und Indien zahlen eher für Erlebnisse

Besonders spannend ist der Blick auf die Märkte. In China sagen 53 % der Befragten, dass sie für einzigartige Erlebnisse mehr ausgeben würden. In Indien sind es 44 %. In Großbritannien und den USA liegt die Bereitschaft deutlich niedriger. Das spricht nicht gegen Erlebnisse. Es zeigt nur: Preisbereitschaft hängt stark davon ab, wie konkret der Nutzen rüberkommt.

  • Erlebnis verkauft sich über Erinnerung, Foto, Story.
  • Nachhaltigkeit verkauft sich über Haltung, das reicht oft nicht.
  • Wer beides verbindet, hat die bessere Karte.

Was Hotels und Travel Brands daraus machen können

Der Artikel verweist auf eine einfache Richtung: Nachhaltigkeit nicht separat vermarkten, sondern ins Kernprodukt ziehen. Also nicht „grünes Extra gegen Aufpreis“, sondern ein Angebot, das Zeit spart, Orientierung gibt und den Aufenthalt klarer macht.

So klingt das in der Praxis

  • Nonstop statt Umweg: weniger Stress, weniger Umstieg, bessere Conversion.
  • Eco-zertifizierte Hotels nicht als Moralpaket, sondern als bequemere Wahl mit klarer Qualität.
  • Destinationen ohne Überfüllung als ruhigere, angenehmere Alternative.
  • Material- und Energieeinsparung dort kommunizieren, wo der Gast direkt profitiert: Temperatur, Ruhe, Licht, Schlaf.

Genau hier liegt der Hebel für Hotels, Resorts und Reiseveranstalter. Nicht „Rette die Welt“. Sondern: „Du schläfst besser, sparst Zeit und bekommst ein klareres Erlebnis.“ Das ist ehrlicher. Und meist besser verkäuflich.

3 Hebel für bessere Conversion

1. Nutzen vor Moral: Zeig zuerst den Vorteil für den Gast, dann den Nachhaltigkeitsaspekt.
2. Kein Aufpreis-Gefühl: Wenn nachhaltige Optionen teurer wirken, bricht die Nachfrage schnell ein.
3. Erlebnis mit Wirkung: Verbinde grüne Maßnahmen mit etwas, das man sieht, spürt oder erzählt.

Warum reine Botschaften oft verpuffen

Skift zieht die Linie hart: Viele Reisende sagen das Richtige, handeln aber anders. Das ist kein Kommunikationsfehler allein. Es ist ein Preis- und Produktproblem. Wer Nachhaltigkeit wie ein Zusatzfeature verkauft, landet schnell im Vergleich mit schnelleren, billigeren oder bequemeren Optionen.

Spannend ist dabei auch der zweite Teil der Argumentation aus der Webrecherche: Wenn Marken Nachhaltigkeit in ihr Kernangebot einbauen, steigt die Bindung langfristig. Dazu kommt ein Punkt aus Investorensicht: Nachhaltigkeit hat einen Wert, wenn sie Kosten senkt, Risiken reduziert oder das Produkt stabiler macht. Das überzeugt eher als ein grünes Logo auf der Startseite.


Fazit: Mach Nachhaltigkeit spürbar

Reisende zahlen eher für etwas, das sie sofort fühlen. Ein Erlebnis hat diesen Effekt. Nachhaltigkeit nur dann, wenn sie denselben Effekt hat: weniger Aufwand, mehr Ruhe, besserer Ablauf, klarer Nutzen.

Für Hotels und Travel Brands heißt das: Hör auf, Nachhaltigkeit wie ein moralisches Extra zu behandeln. Bau sie so ins Produkt ein, dass der Gast sie als Verbesserung erlebt. Dann wird aus einem guten Vorsatz ein echter Kaufgrund.

HÄUFIGE FRAGEN

Warum verkauft sich Nachhaltigkeit so schwer?

Weil viele Reisende sie zwar wichtig finden, aber dafür keine Extra-Zeit und keine Extra-Kosten wollen. Skift nennt genau diese Lücke zwischen Einstellung und Kaufverhalten.

Was verkauft sich besser als ein grünes Versprechen?

Erlebnisse. Laut Skift sagen 70 % der Befragten, dass Experiences eine Reise überhaupt erst lohnend machen.

Wie können Hotels Nachhaltigkeit besser verkaufen?

Nicht als Moralbotschaft, sondern als Vorteil für den Gast: weniger Stress, klarerer Ablauf, mehr Ruhe und ein besseres Gesamterlebnis.

Welche Märkte zahlen eher für Erlebnisse?

Im Skift-Survey liegen China mit 53 % und Indien mit 44 % vorn, wenn es um zusätzliche Ausgaben für besondere Erfahrungen geht.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →
QUELLEN
skift.com ↗
KOMMENTARE (0)

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!