Die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung (ahgz) veröffentlicht seit 38 Jahren das Ranking der umsatzstärksten Einzelhotels Deutschlands. Die Ausgabe 2025 enthält erstmals auch eine Auswertung der zehn Hotels mit den höchsten Durchschnittspreisen – darunter zwei Neueinsteiger. Das Grand Green Familux Resort in Oberhof belegt auf Anhieb Platz 4.
Was das Preisführer-Ranking zeigt
Umsatz ist nicht alles. Wer im ahgz-Top-100-Ranking nach oben will, braucht Volumen – viele Zimmer, hohe Auslastung, starke Belegungszahlen. Wer aber die höchsten Durchschnittspreise erzielt, spielt ein anderes Spiel: weniger Masse, mehr Marge. Genau diese Unterscheidung macht die diesjährige Auswertung interessant.
Die ahgz hat 2025 erstmals die zehn Hotels mit den höchsten Zimmer-Durchschnittspreisen aus dem Top-100-Feld herausgearbeitet. Die Daten stammen aus Eigenangaben der Hoteliers – eine Methodik, die der Verlag seit fast vier Jahrzehnten anwendet.
- Erhebungsmethode: Eigenangaben der Hoteliers
- Laufzeit: seit 38 Jahren kontinuierlich erhoben
- Spitzenreiter nach Gesamtumsatz 2024: Estrel Berlin mit knapp 93 Mio. Euro
- Platz 2 nach Umsatz: Centre Parcs Allgäu mit 87,6 Mio. Euro
- Datenbasis: Geschäftsjahr 2024, veröffentlicht 2025
Zwei Neueinsteiger direkt in den Top 10
Dass ein Hotel auf Anhieb unter die Preisführer kommt, ist selten. 2025 gelingt das gleich zwei Häusern. Besonders auffällig: das Grand Green Familux Resort in Oberhof (Thüringen). Der Neueinsteiger im Top-100-Feld landet beim Durchschnittspreis-Ranking direkt auf Platz 4 – ohne Anlaufzeit, ohne Warming-up.
Familux ist eine deutsche Premiummarke für Familienresorts, bekannt für konsequentes Upscaling in einem Segment, das lange als preissensitiv galt. Dass ein Familienresort unter den Preisführern landet, ist ein Signal: Familien geben mehr aus, wenn das Produkt stimmt.
Preisführerschaft vs. Umsatzführerschaft
Die beiden Rankings messen unterschiedliche Stärken. Das klassische Top-100-Ranking bewertet den Gesamtumsatz – hier dominieren große Stadthotels und Resorts mit hoher Zimmerzahl. Das Estrel Berlin führt dieses Feld mit fast 93 Mio. Euro Umsatz an, gefolgt vom Centre Parcs Allgäu mit 87,6 Mio. Euro.
Das Preisführer-Ranking dagegen zeigt, welche Häuser pro Zimmer und Nacht den höchsten Ertrag erzielen. Kleine Luxusresorts mit 50 oder 80 Zimmern können hier locker an Stadthotels mit 500 Zimmern vorbeiziehen – wenn der Preis stimmt.
- Hoher Durchschnittspreis = starke Positionierung im Premium-Segment
- Hoher Gesamtumsatz = Kombination aus Preis und Volumen
- Beide Kennziffern sagen etwas über das Geschäftsmodell – aber unterschiedliche Dinge
- Neueinsteiger in der Preisführer-Liste deuten auf gezielte Hochpreis-Positionierungen hin
Marktumfeld 2025: Wachstum trotz schwieriger Lage
Die Rahmenbedingungen für die deutsche Hotellerie haben sich 2025 kaum verbessert. Energiekosten, Personalmangel und schwache Konsumlaune belasten das operative Geschäft. Trotzdem haben die umsatzstärksten Einzelhotels ihre Erlöse im Schnitt gesteigert – ein Hinweis darauf, dass die Schere zwischen starken und schwachen Häusern weiter aufgeht.
Wer in der Top-100-Liga spielt, hat Preissetzungsmacht. Wer zusätzlich in der Preisführer-Liste auftaucht, hat sie konsequent genutzt.

