Air Canada hat Anko Van der Werff zum neuen CEO berufen. Er folgt auf Michael Rousseau, der am 31. August 2026 geht. Der Wechsel zieht sich bis Ende Januar 2027 hin, damit die Übergabe sauber läuft.
Spannend wird vor allem der Sprach- und Politikfaktor: Der Führungswechsel folgt auf Kritik an Rousseaus Französisch-Kenntnissen. Van der Werff spricht laut Unternehmensangaben Französisch und fünf weitere Sprachen.
Wer Air Canada jetzt führt
Air Canada holt den Chef von SAS an die Spitze. Anko Van der Werff übernimmt bis Ende Januar 2027 und wird auch in den Verwaltungsrat einziehen. Michael Rousseau hört am 31. August 2026 auf.
Van der Werff kommt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Airline-Branche. Vor SAS führte er Avianca. Davor arbeitete er unter anderem bei KLM, Qatar Airways und Aeroméxico. Das ist kein Quereinsteiger, das ist ein Mann aus dem Maschinenraum des Geschäfts.
Warum der Zeitpunkt so weit nach vorne gezogen ist
Air Canada setzt auf einen langen Übergang. Das Unternehmen sagt, das Executive Committee berichte in der Zwischenzeit direkt an den Vorstand. So bleibt die Leitung handlungsfähig, obwohl der neue Chef erst Anfang 2027 anfängt.
Neuer CEO: Anko Van der Werff
Wechsel wirksam: bis Ende Januar 2027
Rousseaus letzter Arbeitstag: 31. August 2026
Sprachen von Van der Werff: Französisch plus fünf weitere Sprachen
Branche: über 25 Jahre Airline-Erfahrung
Der Auslöser lag in Québec
Der Wechsel hängt eng mit der Sprachdebatte in Kanada zusammen. Rousseau geriet unter Druck, weil er nach dem tödlichen Air-Canada-Express-Unfall in LaGuardia nur auf Englisch Stellung nahm. In Québec löste das heftige Kritik aus, auch von Politikern auf Bundesebene.
Air Canada hat bei der Suche offenbar bewusst auf Französischfähigkeit geachtet. Das passt zur Realität des Marktes. Montreal ist Sitz der Airline. Québec ist politisch sensibel. Und Sprache ist dort kein Nebenthema.
- Montreal sitzt im zweisprachigen Kernmarkt der Airline.
- Französisch spielt in Québec auch auf Vorstandsebene eine Rolle.
- Der öffentliche Ton der Airline wird damit neu bewertet.
Was Van der Werff mitbringt
Laut Unternehmensangaben spricht Van der Werff sechs Sprachen. Dazu kommen Stationen in Europa, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Er hat also nicht nur Flugzeuge, Routen und Kosten auf dem Tisch gehabt, sondern auch sehr unterschiedliche Märkte und Kulturen.
Was SAS jetzt löst
Van der Werffs Abgang reißt eine Lücke bei SAS auf. Die Airline steht gerade unter Kontrolle von Air France-KLM und hat erst kurz zuvor eine Flottenbestellung über mehr als 10 Milliarden Dollar angekündigt. So eine Führungslücke kommt da ziemlich unpraktisch.
Wer dort übernimmt, bleibt vorerst offen. Genau das macht die Sache spannend. SAS braucht nach dem Umbau Stabilität, während Air Canada einen Manager verliert, der die Sanierung und Neupositionierung von SAS mitgeprägt hat.
- Air Canada bekommt einen international erfahrenen Manager.
- Die Airline gewinnt einen CEO mit starkem Französischprofil.
- SAS verliert den Chef in einer heiklen Übergangsphase.
Was Air Canada damit ändern kann
Ein CEO mit Sprachkompetenz löst keine Bilanzprobleme. Aber er kann den öffentlichen Auftritt der Airline schärfen. Gerade in Kanada zählt das. Wer national führen will, muss national klingen — und im Zweifel auch national antworten.
Van der Werff steht jetzt für genau diese Mischung aus operativer Airline-Erfahrung und politischer Passfähigkeit. Das ist kein PR-Gag. Das ist Management unter kanadischen Bedingungen.
Die eigentliche Frage lautet jetzt: Nutzt Air Canada den Wechsel nur für einen Neustart an der Spitze — oder auch für einen anderen Ton gegenüber Kunden, Politik und Mitarbeitern? Genau dort wird sich zeigen, wie ernst es der Airline mit dem Kurswechsel ist.

