Brand USA startet eine neue Kampagne, um kanadische Reisende zurückzugewinnen. Die Ankünfte aus Kanada brachen 2025 um 20 Prozent ein – der stärkste Rückgang unter allen wichtigen Quellmärkten der USA. Gleichzeitig kämpft Brand USA mit einem massiven Budgetschnitt von 80 Prozent und muss Ressourcen neu priorisieren.
Kanada ist der zweitgrößte Quellmarkt für Reisen in die USA – und genau dort läuft es gerade richtig schlecht. Wie Skift berichtet, verkündete Fred Dixon, President und CEO von Brand USA, auf der IPW-Reisemesse in Fort Lauderdale das Gegenmittel: eine neue Kampagne, die Kanadier explizit willkommen heißen soll.
„We're coming out with a new message for this moment to make sure that Canadians know that we welcome them, and we want them back“, sagte Dixon auf der Veranstaltung. „We're 100% committed to the market.“
Warum Kanadier den USA den Rücken kehren
Der Rückgang hat einen klaren Auslöser: die Handelspolitik und politische Rhetorik der Trump-Administration. Kanadische Reisende reagierten deutlich empfindlicher darauf als Besucher aus anderen Ländern. Das Ergebnis: minus 20 Prozent bei den Ankünften 2025 – kein anderer Top-Quellmarkt verzeichnete einen ähnlich starken Einbruch.
Gleichzeitig zeigt aktuelle Marktforschung von Brand USA, dass das Bild differenzierter ist, als die Schlagzahl vermuten lässt. Drei Viertel der kanadischen Auslandsreisenden sind laut dieser Daten grundsätzlich offen dafür, in die USA zu fahren – sie brauchen nur den richtigen Anstoß.
- −20 % kanadische Ankünfte in den USA 2025 – stärkster Einbruch unter den Top-Quellmärkten
- 75 % der kanadischen Outbound-Reisenden noch offen für USA-Trips (Brand USA-Forschung)
- −80 % Budgetkürzung für Brand USA durch den Bund – massiver Handlungsspielraum-Verlust
- Kanada ist der zweitgrößte Quellmarkt für internationale Reisen in die USA
Wer wird angesprochen – und wie?
Brand USAs Chief Marketing Officer Leah Chandler beschreibt die Zielgruppe als „movable travelers“ – Kanadier, die mit den richtigen Argumenten überzeugt werden können. Die Kampagne zielt nicht darauf ab, überzeugte USA-Boykotteure umzustimmen. Stattdessen geht es um den großen mittleren Block: Menschen, die noch keine feste Entscheidung gegen die USA getroffen haben.
Der Start ist rund ein Jahr nach dem Rollout der übergeordneten „America the Beautiful“-Plattform geplant, die Brand USA auf der IPW 2025 lanciert hat. Diese Dachkampagne soll internationale Reisende generell ansprechen – die Kanada-Initiative wird darunter als gezielter Pilot laufen.
„America the Beautiful“ + „Get Facts. Get Going.“ – unter diesen zwei Dachbotschaften bündelt Brand USA seine internationale Kommunikation 2026.Zwei neue Programme, ein begrenztes Budget
Auf der IPW in Fort Lauderdale und parallel auf der IMEX in Frankfurt stellte Dixon zwei Initiativen vor, die unter dem „America the Beautiful“-Dach laufen:
- America the Beautiful – übergeordnete Markenkampagne für Leisure-Tourismus, fokussiert auf internationale Besucher
- Get Facts. Get Going. – ein dauerhafter Kanal, der Echtzeit-Informationen zu Visa-Regeln, Einreisegebühren und Einreisebedingungen liefert. Zielgruppe: Reisende, die durch Unsicherheit abgeschreckt werden
Beide Programme klingen nach viel – das Haken daran ist das Budget. Brand USA kassierte zuletzt eine Kürzung der Bundesförderung um 80 Prozent. Das zwingt die Organisation dazu, Mittel stark zu priorisieren. Kanada bleibt trotzdem ganz oben auf der Liste, wie Dixon betonte.
Was das für die Branche bedeutet
Der Rückgang aus Kanada ist kein isoliertes Phänomen. Die US Travel Association verzeichnet insgesamt sinkende internationale Ankünfte – politische Unsicherheit und ein verändertes Bild der USA im Ausland drücken auf die Zahlen. Brand USA versucht, mit Transparenz (Get Facts. Get Going.) und emotionaler Ansprache (America the Beautiful) gegenzusteuern.
Für Hotels, Resorts und Attraktionen an den Grenzen zu Kanada – etwa in New York, Michigan oder Washington State – ist die Kampagne ein direktes Signal: Auf schnelle Erholung sollten sie sich nicht verlassen. Die Nachfrage kommt zurück, aber sie braucht Zeit und aktive Überzeugungsarbeit.
- Kanadische Reisebüro-Partnerschaften reaktivieren oder aufbauen – Brand USA stützt sich auf Trade-Netzwerke
- Eigene Kommunikation auf Canadians ausrichten: klare Einreiseinformationen auf der Website, idealerweise auf Englisch und Französisch
- Tarife und Pakete für grenznahe Märkte (Ontario, British Columbia, Quebec) überprüfen – Preis-Sensibilität gestiegen
- Social Proof einsetzen: Bewertungen und Erlebnisberichte von kanadischen Gästen sichtbar machen


