Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland lagen im 1. Quartal 2026 um 2,4 % über dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem 4. Quartal 2025 ging es um 1,2 % nach oben.
Für Hotellerie, Gastronomie und andere Dienstleister heißt das: Kosten laufen weiter hoch. Personal, Energie und Material drücken auf die Kalkulation.
Die neue Destatis-Mitteilung vom 19. Juni 2026 zeigt vor allem eins: Dienstleister haben Anfang 2026 erneut an den Preisen gedreht.
+2,4 % gegenüber dem 1. Quartal 2025
+1,2 % gegenüber dem 4. Quartal 2025
Auslöser laut Destatis: höhere Kosten für Energie, Personal und Material
Was die Statistik für Betriebe bedeutet
Die Bewegung kommt nicht aus dem Nichts. Wenn Dienstleister ihre Preise anheben, landen diese Anpassungen oft später auch in Hotelrechnungen, Logistikverträgen, IT-Services oder Immobilienkosten.
Gerade für Betriebe mit vielen Fremdleistungen zählt das schnell doppelt. Was du einkaufst, wird teurer. Was du selbst anbietest, musst du sauberer bepreisen.
- Verträge mit Dienstleistern werden schneller zum Kostentreiber.
- Preisgleitklauseln rücken stärker in den Fokus.
- Wer kalkuliert, braucht aktuellere Annahmen als noch 2025.
Wo die Preise besonders ziehen
Verkehr und Lagerei
Im Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei stiegen die Preise laut Destatis um 0,9 % zum Vorjahresquartal. In der Mitteilung nennt das Amt unter anderem höhere Energie- und Personalkosten als Grund für Lagerung und lagereiverwandte Dienstleistungen.
Spürbar teurer wurde auch der Straßengüterkraftverkehr mit +2,8 %. In der See- und Küstenschifffahrt sanken die Preise dagegen um 9,1 %.
Information und Kommunikation
Auch digitale Dienstleistungen blieben nicht stehen. Destatis nennt für Information und Kommunikation ein Plus von 1,8 %.
Leitungsgebundene Telekommunikation lag bei +1,6 %, Software und Softwarelizenzen bei +1,3 %. IT-Beratung und Support kamen auf +0,9 %.
Was du in der Praxis prüfen solltest
Wer heute Verträge verlängert oder neu verhandelt, sollte die Preisbasis nicht einfach aus dem Vorjahr übernehmen. Vor allem bei externen Dienstleistern lohnt ein Blick auf Laufzeit, Indexbindung und Abrechnungslogik.
- Prüfe, ob dein Vertrag Preisänderungen automatisch erlaubt.
- Vergleiche neue Angebote nicht nur nach Grundpreis, sondern nach Nebenkosten.
- Hinterfrage Pauschalen bei Energie, Logistik und Support.
- Halte deine Kalkulation vierteljährlich aktuell.
Warum das für die Hospitality-Branche zählt
Hotels und Restaurants hängen an vielen Stellschrauben, die von Dienstleistungspreisen abhängen: Reinigungsservices, Wäscherei, Lieferlogistik, IT-Support, Mieten, Verwaltung. Wenn diese Kette teurer wird, bleibt am Ende weniger Luft in der Marge.
Das ist kein Alarmruf. Aber ein klarer Hinweis: Wer 2026 nur auf Gästeumsatz schaut, sieht nur die halbe Rechnung.
Zur Einordnung gehört auch der Blick auf den Gesamtmarkt. Im Bereich Grundstücks- und Wohnungswesen meldet Destatis ein Plus von 2,5 %. Bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen lag der Anstieg laut Mitteilung ebenfalls bei 2,6 %.

