Die European Travel Commission hat Miguel Sanz als Präsidenten wiedergewählt und Arnar Már Ólafsson zum Vizepräsidenten ernannt. Gleichzeitig holt die Organisation mit Booking.com, Feratel, GetYourGuide und Skyscanner vier neue Associate Members an Bord.
Das Treffen fand in Montenegro statt. Für die ETC, die laut eigener Website Europas nationale Tourismusorganisationen bündelt, ist das vor allem ein Signal: mehr privates Know-how, mehr Reichweite, mehr Druck auf gemeinsame Standards.
Was in Montenegro entschieden wurde
Die European Travel Commission (ETC) hat bei ihrer Generalversammlung in Montenegro die Spitze bestätigt und erweitert. Miguel Sanz bleibt Präsident. Arnar Már Ólafsson übernimmt das Amt des Vizepräsidenten.
Neu dazu kommen als Associate Members Booking.com, Feratel, GetYourGuide und Skyscanner. Die ETC spricht von einer Erweiterung ihres Netzwerks um private Marktteilnehmer. Das ist kein Schmuckstück für die Pressemitteilung. Das ist ein Signal dafür, dass Destinationsmarketing heute ohne Plattformen und Distribution kaum noch läuft.
Gründung: 1948
Mitglieder: 36 nationale Tourismusorganisationen
Aufgabe: Europas Position als Reiseziel stärken
Format: Non-Profit-Verbund mit privaten Associate Members
Warum das für die Branche wichtig ist
Die ETC arbeitet nicht wie ein klassischer Verband mit Mitgliedsbeitrag und Pflichtprogramm. Sie koordiniert, vernetzt und liefert Marktinfos. Auf der eigenen Website beschreibt sich die Organisation als Zusammenschluss europäischer nationaler Tourismusorganisationen, die gemeinsam an Marktkenntnis, Kooperation und Promotion arbeiten. Genau da liegt der Punkt: Wer Europa als Reiseziel vermarkten will, braucht heute Daten, Reichweite und Partner, die Buchung und Sichtbarkeit direkt mitdenken.
- Booking.com bringt Distribution und Nachfrage mit.
- Feratel sitzt nah an Destination-Software und Gästeinformation.
- GetYourGuide steht für Erlebnisse und Aktivitäten vor Ort.
- Skyscanner lenkt die Reiseplanung früh in den Funnel.
Die Mischung passt. Und ja: Das ist auch politisch interessant. Eine Tourismusorganisation, die mit Plattformen, Tech-Anbietern und Vermittlern enger zusammenarbeitet, kann schneller auf Reisetrends reagieren. Gerade bei Themen wie Besucherlenkung, Saisonverteilung und Sichtbarkeit kleinerer Regionen zählt das.
Was die neuen Mitglieder mitbringen
Booking.com und Skyscanner
Beide Namen stehen für Reichweite. Booking.com ist einer der größten Buchungsmarktplätze im Markt. Skyscanner bringt Suchverhalten und Preisvergleich früh in die Reiseplanung. Für die ETC heißt das: mehr Zugriff auf internationale Nachfrage und mehr Daten darüber, wie sich Reisen nach Europa entwickeln.
Feratel und GetYourGuide
Feratel arbeitet seit Jahren an digitalen Lösungen für Destinationen und Betriebe. GetYourGuide sitzt an der Schnittstelle zwischen Reiseziel und Aktivität. Genau dort entscheidet sich oft, ob eine Region nur als Durchgangsstation läuft oder Einnahmen vor Ort erzeugt.
Der größere Kontext
Die Generalversammlung in Montenegro fällt in eine Phase, in der europäische Destinationen stärker um Aufmerksamkeit kämpfen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Tourismusakteure, Reisen besser zu verteilen und die Wirtschaftskraft des Sektors sichtbarer zu machen. Die ETC setzt dafür auf Kooperation statt Einzelkampf.
Laut ihrer eigenen Organisation arbeitet die ETC mit 36 nationalen Tourismusorganisationen zusammen. Das ist kein kleiner Klub, sondern ein Netzwerk mit politischem Gewicht. Wenn nun weitere private Partner dazukommen, verschiebt sich das Verhältnis zwischen öffentlicher Steuerung und Marktlogik ein Stück weiter. Spannend wird, wie offen die Zusammenarbeit bleibt und ob daraus konkrete Projekte entstehen, die Betriebe und Destinationen wirklich im Alltag spüren.
Kern der Nachricht: Die ETC stärkt ihre Spitze und baut zugleich ihr privates Netzwerk aus. Für Europas Tourismus heißt das: mehr Vernetzung, mehr Plattformnähe, mehr Fokus auf Daten und Vermarktung.


