Die EU-Kommission will das Emissionshandelssystem auf internationale Flüge ausweiten. Flüge über 5.000 Kilometer bleiben aber ausgenommen — das betrifft viele Verbindungen in die USA und nach China. Private Jets und Business-Jets sollen dagegen erstmals in den ETS fallen.
Brüssel zieht bei den Flügen an der Klimaschraube. Die EU-Kommission will das Emissions Trading System auf internationale Flüge ausweiten und so auch CO2 aus dem Luftverkehr bepreisen.
Was die Kommission genau plant
Nach den neuen Regeln sollen internationale Flüge, die in Europa starten oder landen, grundsätzlich stärker unter den ETS fallen. Eine harte Grenze bleibt aber bestehen: Strecken über 5.000 Kilometer sind ausgenommen. Genau dort liegen viele der großen Langstreckenverbindungen in die USA und nach China.
Die Kommission nimmt außerdem private und geschäftliche Jets mit in den Handel ein. Das ist ein klarer Einschnitt, weil diese Flüge bisher oft nicht in die gleiche Regulierung fielen wie Linienflüge.
- Erste Ausweitung des ETS auf internationale Flüge
- Ausnahme für Flüge über 5.000 Kilometer
- Private Jets und Business-Jets werden einbezogen
- Die Regeln sollen ab 2029 greifen
Warum Airlines und Verbände dagegenhalten
Die Luftfahrtbranche kritisiert den Vorstoß aus zwei Richtungen. Die eine Seite sagt: Die Ausnahmen gehen zu weit. Die andere sagt: Die Regeln greifen überhaupt zu tief ein.
Der Branchenverband IATA lehnt eine solche Bepreisung internationaler Flüge ab und warnt vor neuen Spannungen mit den USA und China. Dort wächst der Druck auf die EU, weil die langen Strecken aus dem System fallen, kürzere aber nicht.
CORSIA gegen EU ETS
Die EU-Kommission setzt mit dem ETS auf ein verpflichtendes System. Das unterscheidet sich vom UN-Programm CORSIA der ICAO, das auf freiwillige Klimakompensation setzt. Genau deshalb hält Brüssel CORSIA allein für zu schwach.
Der Streit ist also kein Detail. Es geht darum, wer für Luftverkehrsemissionen zahlt — und wie hart die Regeln ausfallen.
Was das für Ticketpreise bedeuten kann
Laut der von Skift zitierten Analyse von Transport & Environment dürfte der Effekt für Reisende zunächst klein bleiben. Für Paris–Madrid liegt die Schätzung bei rund 10 Euro mehr, für Paris–Istanbul bei rund 31 Euro mehr.
Für Hotels, Airlines und Reiseveranstalter heißt das: Der Preis wird nicht allein über den Flug entschieden. Aber jede Zusatzabgabe verändert die Rechnung, gerade auf Kurz- und Mittelstrecken in Europa.
- Kurzstrecken könnten schneller teurer werden als Interkontinentalflüge.
- Private Jet-Reisen geraten stärker in den Fokus.
- Die Debatte um SAF, also nachhaltige Flugkraftstoffe, bekommt mehr Druck.
Was jetzt offen bleibt
Die EU will das Modell 2032 noch einmal prüfen. Dann könnte Brüssel den Geltungsbereich wieder anheben oder die Ausnahme für Langstrecken streichen. Das hängt auch davon ab, wie sich der Luftverkehr, die politische Lage und die Kosten für CO2-Zertifikate entwickeln.
Für die Branche ist das kein abgeschlossenes Thema. Eher der erste Zug in einem längeren Spiel. Und der endet nicht an der Grenze von 5.000 Kilometern.

