Vom 22. bis 24. Juni 2025 treffen sich in Riyadh Investoren, Betreiber und Entwickler beim Future Hospitality Summit Saudi Arabia. Im Mittelpunkt: eine Hotelkette mit 358.000 Zimmern in der Pipeline und die Frage, wer von diesem Wachstum profitiert. Wyndham, The First Group, Amsa und Ewaa Hotel Group geben vorab ihre Einschätzung zur Investitionslage.
Saudi-Arabien baut. Massiv. Die Zahlen sprechen für sich: 358.000 Hotelzimmer stecken aktuell in der Entwicklungspipeline des Königreichs – ein Volumen, das kaum ein Markt weltweit gerade ansatzweise erreicht. Wer investiert, mit wem, und wo die Chancen und Risiken liegen – genau das debattiert die Branche beim FHS Saudi Arabia in Riyadh.
Was das FHS Saudi Arabia ist – und warum es zählt
Das Future Hospitality Summit Saudi Arabia gilt als wichtigste Hospitality-Investmentkonferenz des Königreichs. 2025 findet es vom 22. bis 24. Juni im Mandarin Oriental Al Faisaliah in Riyadh statt. Die Ausgabe des Vorjahres zog über 1.100 Investoren, Entwickler und Entscheider an – und brachte elf Hotel-Signings sowie strategische Ankündigungen mit sich.
Das Format zielt direkt auf Kapitalflüsse: Eigentümer, Betreiber, Marken und Finanziers aus Saudi-Arabien und dem Ausland sollen hier konkrete Deals anbahnen. Der Fokus liegt dabei bewusst auf dem Privatsektor und auf Chancen jenseits der großen Zentren – also in Sekundärstädten und aufstrebenden Destinationen des Königreichs.
Die Akteure: Wer beim Summit das Wort ergreift
Vier Namen tauchen im Vorfeld besonders auf. Wyndham, mit über 9.000 Hotels weltweit eine der größten Hotelketten, ist traditionell stark im Economy- und Midscale-Segment – genau das, was Saudi-Arabien für seine wachsende Binnentourismus-Infrastruktur braucht. The First Group aus Dubai hat sich als Entwickler auf Branded Residences und Hotel-Investments in Wachstumsmärkten des Nahen Ostens spezialisiert.
Amsa Hospitality ist ein saudi-arabischer Hotelbetreiber, der gezielt lokale Konzepte für den Heimatmarkt entwickelt. Ewaa Hotel Group steht für Aparthotel- und Extended-Stay-Konzepte – ein Format, das in Saudi-Arabien stark nachgefragt wird, weil viele Gäste für Arbeitsprojekte im Zusammenhang mit Vision 2030 längere Aufenthalte buchen.
Die Hotelentwicklung im Königreich ist direkt an Vision 2030 geknüpft – das Reformprogramm von Kronprinz Mohammed bin Salman, das Saudi-Arabien unabhängiger vom Öl machen soll. Tourismus ist dabei ein Kernpfeiler: Bis 2030 will das Königreich 150 Millionen Touristenbesuche pro Jahr erreichen. 2023 wurden laut Saudi Tourism Authority bereits rund 100 Millionen Besuche gezählt. Großprojekte wie NEOM, Diriyah, Red Sea Project und AlUla treiben den Zimmer-Bedarf massiv nach oben.
Was auf der Agenda steht
Das FHS Saudi Arabia arbeitet eng mit dem Privatsektor zusammen. Das Programm 2025 beleuchtet Investment-Chancen quer durch das Königreich – mit einem klaren Blick auf Destinationen jenseits von Riad und Dschidda. Neu in diesem Jahr: das NextGen Investment Forum, das gezielt jüngere Führungskräfte und die nächste Generation von Investoren einbinden soll.
- Cross-Border-Partnerschaften zwischen saudischen und internationalen Investoren
- Kapitalflüsse in aufstrebende Sekundärstandorte des Königreichs
- Betreibermodelle für Economy, Midscale und Extended Stay
- NextGen Investment Forum für jüngere Entscheider und Nachwuchs-Investoren
- Deal-Anbahnung: Hotel-Signings direkt auf der Konferenz
Comeback 2026 bereits bestätigt
Der Erfolg der aktuellen Ausgabe hat den Veranstalter bereits dazu bewogen, die Fortsetzung zu bestätigen: Das FHS Saudi Arabia 2026 findet vom 20. bis 22. April 2026 statt – erneut im Mandarin Oriental Al Faisaliah in Riyadh. Wer jetzt in Riyadh Netzwerke knüpft, hat also gute Chancen, beim nächsten Summit mit konkreten Projekten zurückzukehren.
Lohnt sich der Blick auf Saudi-Arabien?
358.000 Zimmer in der Pipeline klingen nach viel – und das sind sie. Zum Vergleich: Deutschland hat laut Destatis insgesamt rund 900.000 Hotelzimmer, aufgebaut über Jahrzehnte. Saudi-Arabien will einen erheblichen Teil seiner Pipeline bis 2030 fertigstellen. Das erzeugt Druck auf alle Beteiligten – Entwickler, Betreiber, Finanziers und auch Personal.
Für internationale Hotelketten ist der Markt dennoch attraktiv: Günstige Finanzierungsbedingungen durch staatlich gestützte Projekte, eine junge und konsumorientierte Bevölkerung sowie wachsender Inlandstourismus sorgen für Nachfrage. Die entscheidende Frage beim Summit dürfte sein, welche Segmente und Standorte sich wirklich tragen – und welche Projekte Substanz hinter den Fassaden haben.
- Economy und Midscale: größte Lücke, stärkste Nachfrage aus dem Binnentourismus
- Extended Stay / Aparthotels: wächst durch langfristige Arbeitsprojekte (Vision-2030-Baustellen)
- Luxury und Branded Residences: durch Megaprojekte wie NEOM und Red Sea getrieben
- Sekundärstädte: Mekka und Medina boomen durch Pilgertourismus, AlUla durch Kulturtourismus


