Hotels und Gaststätten haben im März 2025 real 5,2 Prozent weniger Umsatz gemacht als ein Jahr zuvor – und liegen damit auf dem Niveau des März 2022, mitten in der Nachwirkung der Pandemie. Nominal stiegen die Einnahmen durch Preiserhöhungen zwar um 2,5 Prozent. Kaufkraftbereinigt schrumpft das Gastgewerbe aber weiter. Quelle: Statistisches Bundesamt.
Die Zahlen im Klartext
Wer nur auf den Nominalwert schaut, sieht ein kleines Plus. 2,5 Prozent mehr Geld floss im März 2025 in die Kassen von Hotels und Gaststätten als im März des Vorjahres. Das klingt nach Erholung – ist aber keins. Denn nach Abzug der Preissteigerungen sank der reale Umsatz um 5,2 Prozent. Kurz gesagt: Betriebe nehmen mehr Geld ein, weil alles teurer geworden ist. Gäste kommen trotzdem seltener.
Noch schlechter sieht der Monatsvergleich aus. Gegenüber Februar 2025 verlor das Gewerbe 1,3 Prozent nominale Umsätze – real waren es 2,2 Prozent. Alle Werte wurden laut Destatis kalender- und saisonbereinigt berechnet.
Vier Jahre Fortschritt – weg
Der reale Umsatz liegt jetzt wieder auf dem Niveau des März 2022. Das war kein guter Monat: Pandemie-Nachwirkungen, geschlossene Betriebe, verunsicherte Gäste. Dass das Gastgewerbe drei Jahre später denselben Stand erreicht, ist kein Rückfall in eine kurzfristige Delle. Es ist ein strukturelles Signal.
- Realer Umsatz −5,2 % (Mrz 2025 vs. Mrz 2024): Kaufkraftbereinigter Rückgang – Gäste kommen seltener oder geben weniger aus.
- Nominaler Umsatz +2,5 %: Das Plus entsteht fast ausschließlich durch Preiserhöhungen, nicht durch mehr Nachfrage.
- Monatsvergleich −2,2 % real (März vs. Februar): Nach einem kleinen Plus im Februar (+0,2 % real) folgte direkt der nächste Abschwung.
- Vergleichsniveau: März 2022 – damals noch unter spürbarem Pandemie-Einfluss.
Das Preisdilemma
Betriebe stecken in einer Zwickmühle. Energie, Lebensmittel, Personal – alles kostet mehr. Also steigen die Preise. Gleichzeitig reagieren Gäste sensibel auf höhere Rechnungen: Sie kommen weniger oft, buchen kürzer, greifen seltener zur teuren Option. Das Ergebnis ist ein Nominalplus, das real ins Minus dreht.
Was das für Betriebe bedeutet
Kurzfristige Buchungseinbrüche lassen sich wegdiskutieren. Ein realer Umsatz auf Pandemie-Niveau nicht. Wer jetzt Handlungsbedarf ignoriert, riskiert, dass aus einem Abschwung ein Dauerzustand wird.
- Kostenstruktur auf den Prüfstand: Wo lässt sich Marge zurückgewinnen, ohne Preise weiter zu erhöhen?
- Nachfrageschwäche analysieren: Bleiben Gäste wegen des Preises aus – oder wegen des Angebots?
- Auslastung statt Durchschnittspreis optimieren: Mehr Gäste zu moderatem Preis kann sinnvoller sein als weniger zu hohem.
- Förder- und Beratungsangebote prüfen: DEHOGA und regionale Wirtschaftsförderungen bieten teils konkrete Instrumente.


