Das Gastgewerbe in Deutschland hat im März 2026 real 5,2 Prozent weniger Umsatz gemacht als im Vorjahresmonat – obwohl die nominalen Einnahmen um 2,5 Prozent gestiegen sind. Preise steigen, Gäste bleiben aus. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) liegt das reale Umsatzniveau damit wieder auf dem Stand von vor vier Jahren.
Was die Zahlen sagen
Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten haben im März 2026 zwar nominal mehr eingenommen als im Vorjahr – plus 2,5 Prozent. Aber wer Preiserhöhungen herausrechnet, sieht das eigentliche Problem: Real sank der Umsatz um 5,2 Prozent gegenüber März 2025.
Auch im Monatsvergleich zeigt die Kurve nach unten. Gegenüber Februar 2026 fiel der Umsatz kalender- und saisonbereinigt real um 2,2 Prozent, nominal um 1,3 Prozent. Die Branche verliert also nicht nur echte Kaufkraft – sie verliert auch Gäste.
Vier Jahre Stagnation – in Zahlen
Das reale Umsatzniveau des deutschen Gastgewerbes liegt laut Destatis wieder auf dem Stand von 2022. Was bedeutet das konkret? Vier Jahre Preissteigerungen, gestiegene Personal- und Energiekosten, höhere Lebensmittelpreise – und unterm Strich kein Wachstum in Kaufkraft. Die nominalen Zuwächse der vergangenen Jahre haben die Inflation im Gastgewerbe nicht ausgeglichen, sondern sie bestenfalls kaschiert.
- Real ggü. Vormonat (Feb 2026): −2,2 %
- Nominal ggü. Vormonat: −1,3 %
- Real ggü. Vorjahr (Mrz 2025): −5,2 %
- Nominal ggü. Vorjahr: +2,5 %
- Methodik: kalender- und saisonbereinigt, vorläufige Ergebnisse
- Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Mai 2026
Warum Nominal und Real so weit auseinandergehen
Der Unterschied zwischen +2,5 % nominal und −5,2 % real ist kein Rechentrick – er zeigt, wie stark die Preise im Gastgewerbe gestiegen sind. Restaurants und Hotels haben ihre Preise erhöht, um gestiegene Kosten weiterzugeben. Gäste zahlen also mehr pro Besuch. Aber: Es kommen weniger Besuche. Das Volumen schrumpft.
Preisbereinigt verliert die Branche reale Kaufkraft – ein Zeichen dafür, dass Preiserhöhungen die Nachfrage dämpfen, ohne die Kosten vollständig zu decken.
Was das für die Branche bedeutet
Die Zahlen treffen eine Branche, die ohnehin unter Druck steht: Personalmangel, hohe Energiekosten, steigende Lebensmittelpreise. Wenn dazu noch das reale Gästevolumen sinkt, wird der Spielraum enger.
- Nominalwachstum täuscht: Wer nur auf Umsatz in Euro schaut, übersieht den echten Rückgang
- Preiserhöhungen haben Grenzen – höhere Preise drücken die Nachfrage weiter
- Das reale Niveau von 2022 bedeutet: keine echte Erholung seit vier Jahren
- Betriebe mit schwacher Auslastung haben kaum Puffer für weitere Kostensteigerungen
Ausblick: Keine schnelle Trendwende in Sicht
Destatis meldet für das erste Halbjahr insgesamt ein ähnliches Bild: preisbereinigt abermals im Minus gegenüber dem bereits schwachen Vorjahreszeitraum. Solange die Konsumzurückhaltung anhält und die Betriebskosten hoch bleiben, dürfte sich daran wenig ändern. Wer als Betrieb gegensteuern will, kommt an Effizienzmaßnahmen und einer klaren Preisstrategie kaum vorbei – denn auf steigende Besucherzahlen zu warten, ist derzeit keine verlässliche Planung.


