Das Wichtigste in Kürze

Am 15. Mai 2025 lud die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) zum Gastwelt Summit 2025 nach Berlin ein – nur wenige Tage nach der Regierungsbildung. Branchenvertreter aus Hotellerie und Gastgewerbe diskutierten mit Politikern wirtschaftspolitische Fragen. Der Abend endete mit einem parlamentarischen Empfang im Bundestag.

Kurz nach der Kanzlerwahl, mitten im Aufbruch einer neuen Bundesregierung: Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt nutzte den Moment. Am 15. Mai 2025 brachte die DZG gemeinsam mit weiteren Branchenverbänden Hoteliers, Gastronomen und Entscheidungsträger aus der Politik zu einem branchenübergreifenden Dialog zusammen. Austragungsort: Berlin, mit anschließendem parlamentarischen Abend im Bundestag.

Warum jetzt – und warum im Bundestag?

Das Timing war kein Zufall. Die DZG setzte bewusst auf den Moment unmittelbar nach der Regierungsbildung, um wirtschaftspolitische Erwartungen der Branche frühzeitig in den politischen Raum zu tragen. Das Kalkül: Wer jetzt Gehör findet, hat bessere Chancen, in den kommenden Jahren relevant zu bleiben.

Hotellerie und Gastgewerbe kämpfen seit Jahren mit strukturellen Problemen – steigende Betriebskosten, Fachkräftemangel, schwache Binnennachfrage. Gleichzeitig fehlt auf Bundesebene ein klares tourismuspolitisches Profil. Genau das adressierte der Summit.

Gastwelt Summit 2025 – Eckdaten
  • Datum: 15. Mai 2025
  • Ort: Berlin (mit parlamentarischem Abend im Bundestag)
  • Veranstalter: Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) und weitere Branchenverbände
  • Format: Branchenübergreifender Dialog + parlamentarischer Empfang
  • Rahmen: Kurz nach Regierungsbildung und Kanzlerwahl 2025

Studie zur Tourismuspolitik: Deutschland im Vergleich

Prof. Dr. Ralf Vogler von der Hochschule Heilbronn präsentierte beim Summit einen Vorab-Einblick in eine neue DZG-Studie. Sie untersucht, wie Tourismuspolitik auf nationaler Ebene in verschiedenen europäischen Ländern organisiert ist – und wo Deutschland im Vergleich steht.

Konkrete Ergebnisse der Studie wurden noch nicht veröffentlicht. Der Blick ins europäische Ausland dürfte jedoch eine zentrale These untermauern: In vielen Nachbarländern hat Tourismuspolitik einen deutlich höheren Stellenwert auf Regierungsebene als hierzulande.

Tourismuspolitik auf Bundesebene ist in Deutschland traditionell fragmentiert – zwischen Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturressorts aufgeteilt, ohne klare Federführung.

Was die Branche von der neuen Regierung erwartet

Beim Summit standen drei Kernthemen auf der Agenda:

  • Wirtschaftspolitik und Standortfragen: Bürokratieabbau, Energiekosten, steuerliche Rahmenbedingungen für Betriebe
  • Fachkräfte und Arbeitsmarkt: Ausbildung, Zuwanderung, Beschäftigungsbedingungen
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Die Rolle von Gastronomie und Hotellerie als Infrastruktur für Begegnung und Gemeinschaft
Redaktions-Einschätzung: Der Zeitpunkt ist geschickt gewählt. Wer nach einer Regierungsbildung nicht sofort sichtbar ist, wartet schnell vier Jahre auf die nächste Chance.

Format mit Wiederholungspotenzial

Der Gastwelt Summit ist kein einmaliges Ereignis. Für 2026 läuft bereits die Einladung – mit dem gleichen Ansatz: Branchenvertreter sollen ihre Perspektiven im politischen Raum sichtbar halten. Der parlamentarische Abend als Abschlussformat gibt dem Summit dabei eine Dimension, die reine Verbandstreffen nicht haben: direkten Zugang zu Abgeordneten in ihrem eigenen Haus.

  • Wirtschaftspolitische Forderungen frühzeitig platzieren
  • Kontakte zu Abgeordneten der neuen Regierungsmehrheit aufbauen
  • Tourismuspolitik als eigenständiges Politikfeld stärken
  • Europäische Benchmarks als Argumentation nutzen

Ausblick: Was jetzt passiert

Ob aus dem Gastwelt Summit konkrete politische Zusagen oder Initiativen entstehen, bleibt abzuwarten. Die DZG hat mit dem Format aber ein Instrument geschaffen, das regelmäßig stattfinden soll – und damit kontinuierlichen Zugang zur Politik sichert statt punktueller Lobbyarbeit.

Die vollständigen Ergebnisse der Vogler-Studie zur europäischen Tourismuspolitik dürften nach der Veröffentlichung wichtige Argumente liefern – etwa dafür, warum Deutschland ein eigenes Tourismusministerium oder zumindest eine klarer zugeordnete Ressortzuständigkeit braucht.

HÄUFIGE FRAGEN

Was ist der Gastwelt Summit der DZG?

Der Gastwelt Summit ist ein Branchendialog der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG), bei dem Vertreter aus Hotellerie und Gastgewerbe direkt mit Politikern ins Gespräch kommen. 2025 fand er am 15. Mai in Berlin statt, mit parlamentarischem Abend im Bundestag.

Warum fand der Gastwelt Summit 2025 kurz nach der Regierungsbildung statt?

Die DZG wollte die wirtschaftspolitischen Erwartungen der Branche frühzeitig in den politischen Prozess einbringen – unmittelbar nach der Kanzlerwahl, wenn neue Regierungen noch offen für externe Impulse sind.

Welche Studie wurde beim Gastwelt Summit 2025 vorgestellt?

Prof. Dr. Ralf Vogler von der Hochschule Heilbronn gab einen Vorab-Einblick in eine DZG-Studie, die untersucht, wie Tourismuspolitik auf nationaler Ebene im europäischen Vergleich organisiert ist.

Welche Themen standen beim Summit auf der Agenda?

Diskutiert wurden Wirtschaftspolitik und Standortfragen, der Fachkräftemangel im Gastgewerbe sowie die gesellschaftliche Rolle von Hotellerie und Gastronomie als Infrastruktur für Begegnung.

Gibt es einen Gastwelt Summit 2026?

Ja, die DZG hat bereits zum Gastwelt Summit 2026 eingeladen. Das Format soll regelmäßig stattfinden, um die Branche dauerhaft im politischen Raum sichtbar zu halten.
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