GetYourGuide hat mit seinem Spring-2026-Update eine Reihe KI-gestützter Funktionen gelauncht – für Reisende und für Operatoren. Hintergrund: Laut eigener Forschung startet bereits jede dritte Reiseplanung mit KI, aber die Buchung bleibt oft aus. Das Unternehmen will genau diese Lücke schließen und sich als AI-first-Plattform positionieren – nach seinem ersten profitablen Jahr 2025.
Wer mit ChatGPT seinen Städtetrip plant und am Ende trotzdem nichts bucht, ist kein Einzelfall. GetYourGuide hat dieses Verhaltensmuster analysiert und macht es zur Grundlage seines nächsten großen Produktschritts: Das Spring-2026-Update dreht sich fast vollständig darum, den Moment zwischen „Ich hab's gefunden“ und „Ich hab's gebucht“ zu verkürzen.
Das Problem: KI plant, aber bucht nicht
Die Zahlen sind eindeutig. Laut einer Studie, die GetYourGuide im Mai 2026 gemeinsam mit Arival veröffentlichen will, beginnt bereits jede dritte Reiseplanung mit einem KI-Tool. Der nächste Schritt – die tatsächliche Buchung – passiert aber oft woanders oder gar nicht. Das ist das Problem, das GetYourGuide lösen will.
Der Touren-und-Aktivitäten-Markt gilt als eines der fragmentiertesten Segmente der gesamten Reisebranche. Tausende Anbieter, kaum Standardisierung, schlechte Vergleichbarkeit. Wer nicht weiß, ob eine Tour ihr Geld wert ist, bucht im Zweifel nichts.
- KI-generierte Review-Zusammenfassungen aus verifizierten Gästebewertungen – direkt auf der Angebotsseite
- Personalisierte Suche – Ergebnisse sollen stärker auf Reisestil und Präferenzen zugeschnitten sein
- Performance-Dashboards für Operatoren – Aktivitätsanbieter sehen ihre Kennzahlen strukturierter
- KI-vorgeschlagene Antworten für den Kundensupport der Anbieter
- Expansion in Live-Events und Shows als neue Buchungskategorie
Für Reisende: weniger lesen, schneller entscheiden
Wer heute eine Aktivität auf GetYourGuide anschaut, sieht oft Hunderte von Bewertungen. Das ist gut für Vertrauen, schlecht für Entscheidungsgeschwindigkeit. Die neuen KI-Summaries fassen das Wesentliche aus verifizierten Gästebewertungen zusammen – Stärken, typische Kritikpunkte, für wen die Tour besonders geeignet ist.
Dazu kommt eine verbesserte Personalisierung in der Suche. Was das konkret heißt: Wer regelmäßig Outdoor-Aktivitäten bucht, soll weniger Städteführungen angezeigt bekommen. Klingt simpel – war aber bisher für viele Plattformen dieser Größe noch nicht konsequent umgesetzt.
Jede dritte Reiseplanung startet laut GetYourGuide-Forschung bereits mit KI – die Buchung findet trotzdem woanders statt.Für Operatoren: Dashboards und KI-Unterstützung im Support
Die zweite Hälfte des Updates richtet sich an Tourenanbieter und Guides. Für sie ist das Update mindestens genauso relevant – denn die Qualität der Anbieterseite entscheidet mit, ob ein Reisender bucht oder nicht.
- Neue Performance-Dashboards zeigen Buchungsraten, Sichtbarkeit und Bewertungsmetriken strukturierter auf
- KI schlägt Antworten auf Kundenfragen vor – spart Zeit, besonders für kleinere Operatoren ohne Vollzeit-Support
- Die Erweiterung auf Live-Events und Shows öffnet eine neue Buchungskategorie – damit kann GetYourGuide auch Konzerte, Theater oder Sportevents ins Portfolio integrieren
Hintergrund: Erstes profitables Jahr als Ausgangspunkt
2025 war für GetYourGuide ein Wendepunkt: Das Unternehmen erzielte zum ersten Mal in seiner Geschichte ein profitables Geschäftsjahr. Das gibt Spielraum – und offenbar auch Richtung. Der Kurs heißt jetzt „AI-first“, und das Spring-2026-Update ist der bisher konkreteste Beweis dafür.
Das ist kein kleines Unternehmen, das hier experimentiert. GetYourGuide gehört zu den größten Buchungsplattformen für Touren und Aktivitäten weltweit. Wenn eine Plattform dieser Größe konsequent auf KI in der Entscheidungsphase setzt, wird das den Wettbewerb unter Druck setzen – Viator, Klook und ähnliche Anbieter dürften die Entwicklung genau beobachten.
Was das für die Branche bedeutet
Der Ansatz von GetYourGuide zeigt, wo KI im Travel-Bereich gerade tatsächlich gebraucht wird: nicht beim Träumen und nicht beim Bezahlen, sondern genau dazwischen. Die Entscheidungsphase – „Ist das die richtige Tour? Ist sie das wert? Was sagen andere?“ – ist der kritische Moment.
- KI-Review-Summaries reduzieren Informationsüberflutung und beschleunigen Kaufentscheidungen
- Personalisierte Suche erhöht Relevanz – und damit Conversion
- Operator-Tools senken die Einstiegshürde für kleinere Anbieter
- Live-Events als neue Kategorie verbreitert das Buchungsportfolio deutlich
Ob das funktioniert, wird sich in den Buchungszahlen der nächsten Quartale zeigen. Die Richtung ist aber klar: GetYourGuide will nicht nur die Plattform sein, auf der Touren gelistet sind – sondern die, auf der Reisende auch wirklich buchen. Das ist ein Unterschied, den die Plattform lange nicht klar genug kommuniziert hat. Jetzt schon.



