Die U.S. Travel Association hat einen neuen Report zum Gruppenreisemarkt veröffentlicht. Ergebnis: 2025 stagnierte der Markt – internationaler Rückgang drückt die Zahlen. 2026 soll das Trendwende-Jahr werden, getragen von Business-Meetings und Events. Was das für die Branche bedeutet.
2025: Stagnation mit Warnsignal
Der Gruppenreisemarkt in den USA ist 2025 im Wesentlichen auf der Stelle geblieben. Während der Inlandsmarkt stabil bleibt, bricht ein entscheidender Faktor weg: internationale Besucher. Laut Report bedroht der anhaltende Rückgang internationaler Gäste „Milliarden an Ausgaben und tausende Jobs“ – das sind die O-Töne aus dem Dokument der U.S. Travel Association selbst.
Für Hotels, Kongresszentren und Veranstaltungslocations ist das keine abstrakte Zahl. Internationale Gruppen buchen früher, bleiben länger und geben pro Kopf mehr aus als inländische Delegationen. Ihr Ausbleiben hinterlässt eine Lücke, die domestischer Demand nur bedingt schließt.
- Rückläufige internationale Besucherzahlen in den USA
- Steigende Kosten im Incentive-Travel-Segment (laut Branchenumfrage)
- Veränderte Amenity-Präferenzen bei Reiseentscheidern
- Politischer Kontext: veraltete Reiseinfrastruktur in den USA, fehlende Modernisierung
Was 2026 zum Wendepunkt macht
Der Report bezeichnet 2026 ausdrücklich als potenziellen „Inflection Point“. Drei Segmente gelten als Wachstumstreiber:
- Business-Meetings: Der Bedarf nach persönlichem Austausch bleibt hoch – hybride Formate haben das Präsenz-Meeting nicht ersetzt, sondern neu gewichtet.
- Corporate Events & Konferenzen: Unternehmen investieren wieder in Offsite-Formate, nach Jahren pandemiebedingter Zurückhaltung.
- Youth Sports Travel: Ein wachsendes Nischensegment, das Hotels und Destinationen außerhalb der klassischen Kongress-Saisons auslastet.
Der Wert des persönlichen Treffens – und warum er messbar ist
Ein zentrales Argument des Reports: Gruppenreisen sind kein Nice-to-have. Sie sind wirtschaftlich messbar. Meetings generieren Entscheidungen, Kooperationen und Innovationen, die remote nicht entstehen – oder zumindest deutlich langsamer.
Das ist kein neues Argument, aber 2025 bekommt es neue Dringlichkeit. Unternehmen, die Post-COVID auf vollständige Virtualisierung gesetzt haben, stellen Fluktuation, sinkende Teamkohäsion und verlangsamte Innovationszyklen fest. Die Gruppenreise kehrt zurück – diesmal mit Business-Case.
Incentive Travel: Kosten steigen, Erwartungen auch
Ein eigenes Kapitel verdient das Incentive-Segment. Laut der ebenfalls veröffentlichten Group Travel Sentiment Survey steigen die Kosten für Incentive-Reisen spürbar – gleichzeitig verschieben sich die Präferenzen der Teilnehmenden. Wer früher mit einem All-inclusive-Resort punkten konnte, muss heute Erlebnisse bieten, die man nicht googeln kann.
- Exklusive lokale Erlebnisse statt Standardprogramm
- Nachhaltige Destination-Optionen gewinnen an Relevanz
- Personalisierung auf Gruppenebene: kein One-size-fits-all mehr
- Wellness-Komponenten als fester Bestandteil, nicht optional
Was die Politik damit zu tun hat
Der Report macht keinen Bogen um das politische Umfeld. Die U.S. Travel Association fordert ausdrücklich, dass Washington die Reiseinfrastruktur modernisiert – mit Blick auf nationale Sicherheit, Wirtschaftswachstum und Reiseerlebnis. Konkret: langsamere Visa-Prozesse, veraltete Einreisesysteme und fehlende Kapazitäten an Grenzpunkten bremsen internationalen Tourismus aktiv aus.
Das ist für Hospitality-Fachkräfte in Europa nur bedingt steuerbar – aber es erklärt, warum europäische Destinationen von der US-Schwäche profitieren könnten. Wer internationale Gruppen anspricht, hat gerade ein Fenster.
Was das für dich bedeutet
Ob du im Veranstaltungsverkauf eines Hotels arbeitest, eine Location betreibst oder im Revenue Management sitzt: 2026 kommt Nachfrage. Die Frage ist, ob dein Haus vorbereitet ist. Pakete für Business-Gruppen, flexible Meeting-Räume und klare Pricing-Strukturen für Incentive-Gruppen sind keine Kür – sie sind 2026 die Grundvoraussetzung.
Der Report der U.S. Travel Association ist kostenlos verfügbar und lohnt sich als Benchmark – auch wenn du auf dem deutschen Markt arbeitest. Die Dynamiken sind vergleichbar, der Vorlauf gibt dir Zeit zum Handeln.

