Die Wiener Schani Hotels haben im April 2026 ihr fünftes Haus eröffnet: das Hotel Schani City in der Großen Schiffgasse 10 in Wien-Leopoldstadt. Das Haus steht auf historischem Boden – dem ehemaligen Gelände des jüdisch-orthodoxen Vereins Adass Jisroel – und trägt diese Geschichte bewusst in sein Konzept. 126 Zimmer in sechs Kategorien, koscherfähige Ausstattung und ein begrünter Innenhof runden das Angebot ab.
Rund 450 Gäste, Klezmer-Musik, ein Hummus-Workshop und die Segnung durch Dompfarrer Toni Faber: Das Opening des Hotel Schani City in der Wiener Leopoldstadt war kein gewöhnlicher Hoteleröffnungsabend. Die familiengeführte Gruppe um CEO Benedikt Komarek hat damit Mitte April 2026 ihren fünften Standort in der österreichischen Hauptstadt in Betrieb genommen.
Das Hotel Schani City ist eine Oase. Mitten in der City. Ein Platz zum Durchatmen. Zum Ankommen. Zum Bleiben.
– Benedikt Komarek, CEO und Mitgründer, Schani Hotels
Ein Grundstück mit Geschichte
Der Standort in der Großen Schiffgasse 10 ist kein zufällig gewählter Fleck Wien. Das Grundstück gehörte dem jüdisch-orthodoxen Verein Adass Jisroel – eine Vergangenheit, die das Haus nicht verschweigt, sondern aktiv in sein Selbstverständnis integriert. Die Leopoldstadt, Wiens zweiter Bezirk, gilt als einer der historisch vielschichtigsten der Stadt: einst jüdisches Viertel, heute lebendiger urbaner Raum.
Sami Kern, Vizepräsident des Vereins Adass Jisroel, war beim Opening persönlich anwesend. Die Verbindung zur Geschichte des Ortes war auch programmatisch spürbar: Die literarisch-musikalische Performance „My Beloved Sargnagel“ mit Michael Maertens und Daniel Keberle sowie Klezmer Reloaded, Hermann-Leopoldi-Interpretationen von Philipp Landgraf und DJ Herr Hermes mit „ausgesucht groovigen Klezmer-Vibes“ setzten klare Akzente.
- Adresse: Große Schiffgasse 10, 1020 Wien (Leopoldstadt)
- Zimmer: 126 in sechs Kategorien, darunter koscher-freundlich ausgestattete Zimmer
- Architektur: Hoppe+Partner
- Innenarchitektur: Büro Alles Wird Gut
- Projektentwicklung: PKF Hotelexperts unter Leitung von Michael Widmann
- Kunst-Kuratorin: Alexandra Grubeck
- Gastronomie: Urban-mediterran – Pinsa, Hummus, kleine Gerichte; Bar mit Signature Drinks und eigenem Seven Botanicals Gin
- Eröffnung: April 2026
Design: Warm, reduziert, erzählerisch
Das Interieur des Schani City arbeitet mit natürlichen Materialien – Holz, Stein, Baumwolle, Leinen – und einer reduzierten Farbwelt. Das Büro Alles Wird Gut hat klare Linien mit subtilen erzählerischen Elementen kombiniert: Kakteen und Palmen setzen unerwartete Akzente im Raum.
Für die künstlerische Ebene sorgte Kuratorin Alexandra Grubeck, die zur Eröffnung gemeinsam mit Bildhauer Erwin Wurm erschien. Im Haus zu sehen sind Arbeiten von Michael Horowitz, Alexander Ruthner und Michaela Schwarz-Weismann. Künstlerin Cristina Fiorenza gestaltete zwei markante Elemente: den Brunnen im Innenhof und die grüne Wand im „Hidden Room – Bar & Kitchen“.
Schani's Garten: Der ruhige Kern
Mitten im Stadtleben, aber erkennbar gegen den Lärm geplant: Im begrünten Innenhof liegt „Schani's Garten“ – ein Rückzugsort, der sich in Leopoldstadts dichtem Gründerzeitnetz bemerkenswert offen anfühlt. Für Wien-Kenner hat ein Innenhof dieser Art echtes Geheimtipp-Potenzial.
Das passt zum Gesamtansatz der Gruppe: Die Schani Hotels haben sich in Wien mit designorientierten Stadthotels positioniert, die nicht laut auftreten müssen. Kein Lifestyle-Brimborium, kein Rooftop-Hype – sondern Konzentration auf Atmosphäre und Aufenthaltsqualität.
Fünf Häuser, eine Stadt – was die Expansion zeigt
Mit dem Schani City betreibt die familiengeführte Gruppe jetzt fünf Standorte in Wien. Das ist für ein unabhängiges Stadthotel-Label bemerkenswert – vor allem in einem Markt, in dem internationale Ketten erhebliche Skalenvorteile haben. Schani setzt dagegen auf lokale Verwurzelung, klare Designhandschrift und inhaltliche Tiefe.
- Fünfter Wiener Standort einer unabhängigen, familiengeführten Gruppe
- Koscherfähige Zimmer als bewusstes Angebot – selten in Stadthotels dieser Größe
- Kunstprogramm mit kuratorischer Begleitung von Beginn an integriert
- Gastronomie mit Innenhof-Potenzial für Locals und Gäste
- Historischer Standortbezug nicht als Marketing-Gag, sondern als konzeptueller Rahmen
Ob das Schani City seinen Platz in Leopoldstadt so selbstverständlich findet wie die anderen Häuser in ihren Vierteln, wird sich zeigen. Der Start war jedenfalls alles andere als leise.
