Viele Hotels in den 16 WM-Gastgeberstädten in den USA, Mexiko und Kanada sehen bisher keinen klaren Nachfrage-Schub. Laut American Hotel & Lodging Association melden rund 80 Prozent der befragten Hotels, dass die Buchungen hinter den Erwartungen liegen.
Branchenvertreter setzen jetzt auf Last-Minute-Reisen, wenn die K.-o.-Runde steht und Fans ihre Teams kennen. Gleichzeitig drücken hohe Flugpreise, teure Tickets und Hürden bei Einreise und Visa auf die Nachfrage.
Warum der WM-Boom bisher ausbleibt
Hotels haben Anfang 2026 die Preise hochgezogen und teils Mindestaufenthalte verlangt. Laut Skift sprach Evan Saunders von Azira von einer „reality check associated with the lack of demand“.
Das Problem ist simpel: Viele Fans warten ab. Erst wenn klar ist, wer in die K.-o.-Phase kommt, buchen sie Flüge, Zimmer und Restprogramm. Das bremst vor allem Städte mit frühen Gruppenspielen.
16 Gastgeberstädte verteilen sich auf die USA, Mexiko und Kanada. Die K.-o.-Runde startet am 28. Juni, das Finale steigt am 19. Juli. In den USA hat die AHLA die Lage im Report FIFA World Cup 2026 Hotel Outlook beschrieben.
Wo Hotels noch auf Hoffnung setzen
Die Branche rechnet mit einem späten Schub, sobald die Achtel-, Viertel- und Halbfinals feststehen. Dann reisen oft auch Fans an, die nicht das ganze Turnier begleiten, sondern nur ein oder zwei Spiele mitnehmen.
Was für eine späte Buchungswelle spricht
- Viele Gäste entscheiden erst nach den Gruppenspielen.
- Internationale Fans planen oft nach Spielplan und Gegnern.
- Späte Hotelbuchungen bringen meist höhere Raten als frühe Restkontingente.
In der Praxis heißt das: Häuser mit guter Lage in Nähe der Stadien haben noch Spielraum. Wer in New York, Philadelphia oder San Francisco auf einen schnellen Peak gehofft hat, wartet laut der von Forbes zitierten Hotelverbände bisher vergeblich.
Was die Nachfrage zusätzlich bremst
Neben dem sportlichen Verlauf spielen harte Reisekosten eine große Rolle. Wenn Flüge teuer sind, Hotels schon früh hohe Raten setzen und die Einreise für manche Gäste kompliziert bleibt, bleibt ein Teil der Nachfrage einfach zu Hause.
Die wichtigsten Bremsen im Überblick
- hohe Flugpreise
- teure Tickets für starke Spiele
- Visa- und Einreisehürden für internationale Gäste
- unsichere Team-Konstellationen in der Gruppenphase
Genau deshalb hat die AHLA in ihrem Report keine Jubelmeldung geliefert, sondern ein Warnsignal. Die Erwartung war hoch. Die Buchungslage nicht.
Was Hotels jetzt konkret tun
Für Häuser in den WM-Städten zählt jetzt Tempo statt Hoffnung. Wer Bestände flexibel hält, Preise täglich prüft und mit Restriktionen vorsichtig bleibt, kann auf kurzfristige Nachfrage besser reagieren.
- Kontingente nicht zu früh blockieren.
- Stornos und Mindestaufenthalte eng prüfen.
- Preise für K.-o.-Spiele separat steuern.
- Direktbuchung und Last-Minute-Verfügbarkeit sichtbar machen.
Das ist kein Selbstläufer. Aber genau dort liegt jetzt die Chance: Wer die letzten Wochen sauber steuert, fängt den späten Fan-Ansturm eher ab als Häuser, die auf einmalige Großprognosen gesetzt haben.
Der Markt bleibt also offen. Ob die World Cup Hotels am Ende doch voll laufen, hängt weniger vom Hype ab als vom Spielplan, den Teams und der Reisekasse der Fans.

