Das Wichtigste in Kürze

IAG Loyalty will den operativen Gewinn mittelfristig auf mehr als 1 Milliarde Euro heben. Der Hebel liegt nicht nur im Fliegen, sondern vor allem bei Banken, Co-Brand-Karten und Partnern, die Avios kaufen.

Im Zentrum steht ein Modell, das weniger von einer einzigen Kartendeals abhängt als viele US-Programme. Laut Skift kommen mehr als 80 Prozent der Loyalty-Umsätze von externen Partnern; rund zwei Drittel davon aus dem Finanzbereich.

Was IAG gerade vorhat

Die Loyalty-Sparte von International Airlines Group hat im Geschäftsjahr 2025 laut den bei Skift zitierten Zahlen mehr als 500 Millionen Euro operativen Gewinn erzielt. Die Marge lag über 18 Prozent. Für den Konzern ist das längst kein Nebenkriegsschauplatz mehr. Loyalty steht inzwischen für knapp 12 Prozent des IAG-Betriebsgewinns.

Das Ziel: mittelfristig mehr als 1 Milliarde Euro operativer Gewinn. Also etwa eine Verdopplung. Das klingt ambitioniert? Ist es auch. Vor allem, weil IAG dafür nicht einfach nur mehr Tickets verkaufen will.

Die wichtigsten Hebel laut Skift
  • Mehr Flüge im IAG-Netz schaffen mehr Kontakte mit Avios-Nutzern.
  • Der britische Kreditkartenmarkt wächst laut Bericht seit Jahren um mehr als 5 Prozent.
  • Mehr Aktivierung soll die rund 35 Millionen registrierten, aber ruhenden Mitglieder zurückholen.
  • Partner außerhalb der Airline bringen den Großteil der Erlöse.

Warum Banken hier wichtiger sind als Airlines

Der Kern des Geschäfts liegt im Verkauf von Avios an Partner. Laut Skift stammen mehr als 80 Prozent der Loyalty-Erlöse von externen Partnern. Rund zwei Drittel davon kommen aus Financial Services. Dazu zählen Co-Brand-Karten, Punkte-zu-Avios-Programme und Bankpartnerschaften.

Genau das macht das Modell anders als viele US-Airlineprogramme, die stark an ein oder zwei große Kreditkarten-Deals gekoppelt sind. IAG verteilt das Risiko breiter. Das bringt Stabilität. Und es bringt Marge. Skift schreibt, dass der Verkauf eines Avios an eine Bank etwa doppelt so profitabel sei wie der Verkauf an die eigene Airline.

Was das in der Praxis heißt

  • 17 Co-Brand-Card-Partner
  • 23 Punkte-zu-Avios-Bankpartnerschaften
  • mehr als 80 Prozent der Erlöse über Partner
  • 40 bis 50 Prozent Marge beim Verkauf an Banken laut Skift

Damit wird Avios fast zu einer Finanzplattform mit Airline-Anschluss. Nicht nur zu einem Vielfliegerprogramm.

Das ist kein klassisches Loyalty-Spiel mehr. Das ist ein Netzwerkgeschäft mit Bankschalter im Maschinenraum.

Wo das Wachstum herkommen soll

IAG nennt vier Hebel. Erstens: das Marktumfeld. Mehr IAG-Flüge bedeuten mehr Menschen im Avios-Ökosystem. Zweitens: neue Kunden gewinnen. Drittens: bestehende Mitglieder stärker aktivieren. Viertens: mehr Nutzung über die Airline hinaus, etwa bei Reisen, Hotels und anderen Partnern.

Der Punkt mit der Aktivierung ist besonders wichtig. Laut Skift gibt es rund 35 Millionen eingeschriebene Mitglieder, die aber nicht aktiv sammeln. Wer die wieder in Bewegung bringt, hebt den Wert des Systems deutlich. Das steht auch im Artikel: Ein angemeldetes Mitglied sei fünfmal so wertvoll wie ein Nichtmitglied, und wer außerhalb des Flughafens Avios sammelt, sogar elfmal so wertvoll.

Das Problem mit ruhenden Accounts

Genau dort liegt die Schwachstelle jedes Loyalty-Programms: Viele Accounts schlafen einfach ein. Einmal registriert, nie wieder angefasst. IAG muss also nicht nur mehr Menschen anziehen. Es muss auch Gründe liefern, Avios im Alltag zu nutzen. Bankkarten helfen dabei. Hotelnächte auch. Genauso Mietwagen, Shopping oder Reisebuchungen.

  • Mitgliedschaft sichtbar machen
  • Avios über Alltagspartner nutzbar machen
  • ruhende Konten mit einfachen Aktionen reaktivieren
  • mehr Kontaktpunkte außerhalb der Airline schaffen

Warum das für die Branche zählt

IAG zeigt, wohin sich Airline-Treueprogramme bewegen: weg vom reinen Fluggeschäft, hin zu einem breiteren Commerce-Modell. Das ist für Airlines spannend, für Banken lukrativ und für Reiseanbieter ein Warnsignal. Wer Punkte zur eigenen Währung macht, bindet Kunden länger.

Für Hotellerie und Tourismus steckt darin ein klarer Hinweis: Loyalty funktioniert heute nur noch dann richtig gut, wenn es viele Berührungspunkte gibt. Ein einzelner Aufenthalt reicht selten. Wer Gäste halten will, braucht Alltag, Karte, App, Buchung und echten Nutzwert in einem System.


Was IAG jetzt beweisen muss

Der Plan steht. Die Frage ist, ob das System weiter wächst, ohne zu stark von Partnern und Kartenmärkten abzuhängen. Genau dort entscheidet sich, ob Avios ein starkes Bindungsinstrument bleibt oder ob die Airline am Ende vom eigenen Programm mitgezogen wird.

Spannend wird vor allem, wie schnell IAG die ruhenden Millionen Mitglieder aktiviert und wie gut die Bankpartnerschaften weiter tragen. Wenn das klappt, sieht die 1-Milliarde-Euro-Marke plötzlich nicht mehr nach Wunschdenken aus.

HÄUFIGE FRAGEN

Worum geht es bei IAG Loyalty?

IAG Loyalty ist die Loyalty-Sparte hinter Avios und British Airways Holidays. Die Einheit will mittelfristig mehr als 1 Milliarde Euro operativen Gewinn erreichen.

Warum spielen Banken bei Avios so eine große Rolle?

Mehr als 80 Prozent der Erlöse kommen laut Skift von externen Partnern, rund zwei Drittel davon aus dem Finanzbereich. Der Verkauf von Avios an Banken bringt zudem eine höhere Marge als der Verkauf an die eigene Airline.

Wie viele Mitglieder sind bei Avios registriert?

Laut Skift hat IAG Loyalty rund 35 Millionen eingeschriebene Mitglieder, die aber nicht aktiv sammeln. Genau diese Gruppe will das Unternehmen stärker reaktivieren.

Was ist der größte Hebel für das Wachstum?

IAG setzt auf mehr Flüge, neue Kunden, stärkere Aktivierung und mehr Nutzung außerhalb der Airline. Vor allem Bankpartnerschaften und der Alltagseinsatz von Avios sollen das System größer machen.

Warum ist das für andere Reiseanbieter relevant?

Der Fall zeigt, dass Loyalty heute nur mit vielen Kontaktpunkten funktioniert. Wer Gäste binden will, braucht ein System, das über den eigentlichen Aufenthalt hinaus genutzt wird.
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