IHG meldet für Dubai und weite Teile des Nahen Ostens eine kurzfristige Nachfrageschwäche. Für das vierte Quartal 2026 sieht der Konzern wieder mehr Buchungen, vor allem von Gästen aus den GCC-Staaten und aus Indien.
Saudi-Arabien und Ägypten rücken dabei nach vorn. IHG betreibt in der Region 39 Hotels in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 48 in Saudi-Arabien und 10 in Ägypten.
Warum Dubai gerade Druck bekommt
Der Nachfragerückgang kommt nicht aus dem Nichts. Im Skift-Artikel verweist IHG auf die Folgen des Konflikts in der Region. Das trifft vor allem Dubai, wo internationale Firmenreisen und Kongresse noch nicht auf dem alten Niveau laufen. Die kurze Version: weniger Fernmärkte, mehr Vorsicht, zähere Last-Minute-Buchungen.
Haitham Mattar, Managing Director für India, Middle East and Africa bei IHG Hotels & Resorts, spricht im Original von „short-term softness in demand“ und sieht die Buchungslage für das letzte Quartal wieder besser laufen. Das ist kein Vollgas-Signal, aber eben auch kein Einbruch ohne Ende. Es ist eher ein Dämpfer mit Gegenbewegung.
Wer die Zimmer jetzt füllt
Im Moment tragen vor allem Gäste aus dem GCC-Raum und Reisende aus Indien die Nachfrage. Der europäische Markt hat sich laut Skift noch nicht erholt. Genau das verschiebt die Mischung in vielen Häusern: kürzere Wege, andere Buchungsfenster, mehr regionale Aufenthalte.
- GCC-Gäste stützen die kurzfristige Nachfrage.
- Indische Reisende sorgen für zusätzliche Belegung.
- Europäische Märkte kommen langsamer zurück.
Das hat Folgen für Revenue-Teams. Wer nur auf klassische Fernmärkte setzt, schaut in solchen Phasen schnell in die Röhre. Wer den regionalen Mix im Griff hat, hält die Auslastung eher stabil.
Was das für Dubai bedeutet
Dubai bleibt ein starker Markt, aber nicht jeder Teil läuft gleich. Kongresse im internationalen Segment fehlen noch, dafür kommen kleinere und mittlere Regional-Meetings zurück. Genau da liegt der Unterschied: weniger große Wellen, mehr mittelgroße Wellen. Klingt unspektakulär. Hält aber Häuser am Laufen.
Warum Saudi-Arabien und Ägypten profitieren
Die Nachfrage verschwindet nicht einfach. Sie wandert innerhalb der Region. Saudi-Arabien und Ägypten ziehen davon einen Teil ab, weil beide Märkte stark entwickeln und in großem Stil Betten nachschieben. Laut der Zusatzrecherche plant Saudi-Arabien bis 2030 mehr als 230.000 zusätzliche Hotelzimmer. Das ist massiv. Und teuer.
Ägypten hat nach der Zusatzrecherche 84 Tourismus-Investmentprojekte gestartet, die rund 48.500 Zimmer bringen sollen. Viele davon liegen an der Roten See und an der Nordküste. Das passt zur aktuellen Nachfrage, weil regionale und nahöstliche Märkte dort schneller Volumen liefern als lange Fernreisen.
Die Pipeline macht den Unterschied
IHG baut genau dort aus, wo der Markt weiter wächst. Der Konzern erwartet rund 27 neue Hotels in MENA bis 2027. Das ist kein kleines Nebenprojekt, sondern ein klarer Schwenk auf Märkte mit mehr Bewegung. Für Betreiber heißt das: mehr Konkurrenz, aber auch mehr Chancen in Märkten, die Gäste nicht erst über einen langen Langstreckenflug holen müssen.
- Saudi-Arabien zieht Nachfrage und Projektkapital an.
- Ägypten profitiert von Freizeit- und Resort-Nachfrage.
- Dubai bleibt wichtig, braucht aber wieder mehr internationale Flüge und Meetings.
Was Investoren jetzt beobachten
Für IHG bleibt die Stimmung laut Bericht robust. Die Signings liegen über den Zielen, obwohl Lieferketten einzelne Eröffnungen nach hinten schieben. Das ist ein Detail, das in der Branche gerade öfter vorkommt: Projekte stehen, aber Teile fehlen. Möbel. Technik. Bauzubehör. Dann rutscht der Termin eben nach hinten.
Wer in MENA investiert, schaut deshalb auf drei Punkte: Nachfrage-Mix, Eröffnungstempo und Fluganbindung. Ohne Airline-Kapazität läuft in Dubai wenig. Ohne regionale Reisebereitschaft läuft in Saudi-Arabien und Ägypten auch nicht alles von selbst. Aber die Perspektive ist klarer als in vielen anderen Märkten der Region.
- Entwickelt sich die europäische Nachfrage wirklich zurück?
- Kommt das internationale MICE-Geschäft in Dubai wieder an?
- Bleiben GCC- und Indien-Reisen stark genug für Q4?
- Verschieben sich Eröffnungen wegen Material- oder Lieferproblemen weiter nach hinten?
Für Hoteliers in der Region ist das kein Ruhmesblatt, aber ein realistisches Bild: Nicht jeder Markt holt gleichzeitig auf. Manche Häuser in Dubai brauchen noch Geduld. Andere Standorte in Saudi-Arabien und Ägypten ziehen schon wieder. Genau dort verdient die nächste Wachstumsrunde ihr Geld.

