Kanadas Hotelbranche hat im März 2026 den dritten Monat in Folge ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Die nationale Auslastung kletterte auf 60,6 Prozent, der RevPAR sprang um 7,9 Prozent auf CAD 120,12. Neufundland und Vancouver gehören zu den stärksten Märkten – bei Auslastung, ADR und Gesamtumsatz.
Drei Monate, drei Mal Wachstum: Kanadas Hotelbranche zeigt eine stabile Aufwärtsbewegung. Das geht aus CoStar-Daten für März 2026 hervor, die zum dritten Mal in Folge einen Anstieg bei allen drei zentralen KPIs ausweisen – Occupancy, ADR und RevPAR.
Was hinter den Zahlen steckt
Ein RevPAR-Wachstum von fast acht Prozent ist für einen reifen Markt wie Kanada keine Kleinigkeit. Treiber sind laut Cushman & Wakefield vor allem zwei Faktoren: steigender Freizeitreisebedarf und weiter anziehende Zimmerpreise. Die Occupancy normalisiert sich zwar langsam, aber die Ratenentwicklung kompensiert das mehr als.
Brian Flood, Vice-Chairman und Leiter der kanadischen Hotel- und Leisure-Praxis bei Cushman & Wakefield, beschreibt den Sektor als stabil wachsend. Das deckt sich mit den Jahreszahlen: Per Ende 2025 lag der nationale RevPAR bereits bei CAD 143 – ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber 2024.
- Nationale Auslastung März 2026: 60,6 % (+1,9 % YoY)
- RevPAR März 2026: CAD 120,12 (+7,9 % YoY)
- RevPAR Jahresende 2025: CAD 143 (+4,4 % ggü. 2024)
- Stärkste Märkte: Neufundland, Vancouver
- Haupttreiber: Freizeitreisen, steigende ADR
- Datenquelle: CoStar, März 2026
Regionale Gewinner: Neufundland und Vancouver
Nicht alle Märkte performen gleich stark – das ist in Kanada nicht anders als anderswo. Neufundland und Vancouver stechen laut CoStar-Daten besonders heraus: Beide Regionen verzeichneten Zuwächse bei Auslastung, ADR und RevPAR gleichzeitig. Das ist keine Selbstverständlichkeit – oft steigt einer der Indikatoren auf Kosten eines anderen.
Vancouver: Starkes Städte-Comeback
Vancouver profitiert von seiner Doppelfunktion als Leisure- und Business-Destination. Die Nähe zu Asien macht die Stadt zu einem wichtigen Eingangstor für internationale Reisende – ein Faktor, der nach den pandemiebedingten Reisebeschränkungen zunehmend wieder zum Tragen kommt.
Neufundland: Überraschungsstar der Saison
Neufundland ist kein klassisches Top-5-Hotelmarkt Kanadas – aber genau das macht das Wachstum dort interessant. Die Provinz setzt auf Naturerlebnisse und Outdoor-Tourismus, ein Segment, das seit 2022 strukturell zulegt. Für Hoteliers in der Region bedeutet das: Die Nachfrage ist echt, nicht künstlich durch Großevents getrieben.
Leisure-Nachfrage ist derzeit der verlässlichste Wachstumsmotor der kanadischen Hotellerie – stabiler als Business Travel, das weiterhin unter dem Vor-Pandemie-Niveau liegt.Drei Monate Wachstum – wie nachhaltig ist das?
Drei positive Monate in Folge sind ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis für einen dauerhaften Trend. Ein paar Faktoren sprechen für Kontinuität, andere mahnen zur Vorsicht.
- Freizeitreisen bleiben strukturell stark – besonders bei unter 45-Jährigen
- Ratenentwicklung stabilisiert sich auf hohem Niveau
- Neue Hotelangebote in Lifestyle- und Boutique-Segment kurbeln Nachfrage an
- Jahresend-RevPAR 2025 zeigt solides Fundament (CAD 143)
- Business Travel erholt sich langsamer als Leisure
- Normalisierung der Auslastung könnte Ratenspielraum begrenzen
- Wechselkurs-Effekte beeinflussen US-Inbound-Tourismus
- Inflationsdruck auf operative Kosten bleibt hoch
Was das für Hoteliers bedeutet
Wer in Kanada ein Hotel betreibt oder dort investiert, hat gerade Rückenwind. Aber der wird nicht ewig halten. Die entscheidende Frage ist, ob die Ratengewinne bei steigenden Betriebskosten auch in echte Marge umgewandelt werden können.
Märkte wie Neufundland zeigen außerdem: Auch abseits der großen Städte entstehen tragfähige Hotelmarkt-Segmente. Wer frühzeitig in Secondary Markets investiert, kann von niedrigeren Einstiegskosten und weniger Wettbewerb profitieren – solange die Freizeitnachfrage stabil bleibt.



