Das Wichtigste in Kürze

Skift hat ChatGPT Apps und Claude Connectors für Reise-Apps getestet. Ergebnis: Eine Verbindung reicht nicht. Der Chatbot muss die App auch aktiv vorschlagen und nutzen.

Betroffen sind unter anderem Booking.com, Expedia und Viator. Claude griff in den Tests zuverlässiger auf die Integrationen zu, ChatGPT umging sie teils oder behauptete sogar fälschlich, die App sei nicht nutzbar.

Worum es bei dem Test geht

Skift hat die Einbindung von Reise-Apps in KI-Chatbots getestet und dabei einen klaren Bruch zwischen Verfügbarkeit und Nutzung gesehen. In ChatGPT und Claude können Apps oder Connectors inzwischen Live-Ergebnisse, Preise und Buchungs-Buttons liefern. Aber: Erst muss der Nutzer die App verbinden, dann muss der Chatbot sie im richtigen Moment auch wirklich aufrufen.

Genau daran hakt es laut Test. Bei Skift funktionierte Claude in den Recherchen deutlich reibungsloser als ChatGPT. ChatGPT habe verbundene Reise-Apps wie Booking.com, Expedia und Viator teils zunächst nicht verwendet und sogar bestritten, dass sie nutzbar seien.

Die drei harten Fakten aus dem Test
  • Reise-Apps liefern in Chatbots bereits Live-Daten, Preise und Deep Links.
  • ChatGPT kann verbundene Apps trotzdem überspringen oder verneinen.
  • Expedia bestätigte laut Skift, dass dieses Verhalten ein Plattform-Bug ist.

Warum das für Travel-Marken zählt

Für Hotels, OTAs, Tourenanbieter und Attraktionen verschiebt sich damit eine alte Frage: Nicht nur Sichtbarkeit zählt. Entscheidend wird auch, ob ein Chatbot die eigene App überhaupt an die Oberfläche holt. Das ist eine neue Form von Referral-Risiko — neben Search, App-Store-Rankings und Metasearch.

Der Punkt ist simpel. Wenn ein Nutzer im Chat nach einer Reise sucht, kann der Bot die Antwort aus dem eigenen Modell ziehen, eine andere Quelle bevorzugen oder die verbundene App nehmen. Genau da entscheidet sich, ob eine Marke Traffic bekommt oder nicht. Sichtbar verbunden. Praktisch unsichtbar. Klingt absurd? Ist es auch.

Die eigentliche Währung heißt künftig nicht nur Integration, sondern auch Priorisierung. Wer im Chat nicht auftaucht, verliert den Klick, bevor er überhaupt entsteht.

Was Skift konkret beobachtet hat

  • Claude schlug relevante Connectors im Kontext aktiv vor.
  • ChatGPT ignorierte die verbundenen Apps in mehreren Fällen erst einmal.
  • Erst mit zusätzlichem Prompting liefen die Apps dann doch.

ChatGPT und Claude spielen nicht gleich

Skift beschreibt Claude als das deutlich offenere System im Test. Der Bot erkannte den Kontext und nutzte die verfügbaren Reise-Integrationen ohne große Reibung. ChatGPT dagegen lieferte teils lange technische Erklärungen, warum eine App angeblich nicht verfügbar sei — obwohl sie verbunden war.

Das ist nicht nur ein UX-Problem. Es verändert die Verteilung von Aufmerksamkeit im Buchungsprozess. Wer im Chat zuerst genannt wird, bekommt den Vorsprung. Wer vom Bot übergangen wird, verliert Reichweite, auch wenn die Integration technisch sauber steht.

Chatbot-Integration: Was spricht dafür, was dagegen?

Dafür spricht

  • Live-Preise und aktuelle Verfügbarkeiten im Chat
  • Kürzerer Weg zur Buchung
  • Neue Nachfragekanäle jenseits der klassischen Suche

Dagegen spricht

  • Der Bot kann die App trotzdem ignorieren
  • Fehler im Prompting brechen den Flow
  • Die Sichtbarkeit hängt von der Plattformlogik ab

Was das für die Praxis heißt

Wer eine Reise-App baut oder vermarktet, muss künftig zwei Dinge prüfen: Wird die App sauber verbunden? Und wird sie vom Modell auch in realen Nutzungssituationen gezogen? Genau diese zweite Stufe scheint derzeit die größere Baustelle zu sein.

Für Teams in Tourismus und Hospitality heißt das: Testen, testen, testen. Nicht nur im Demo-Flow, sondern mit echten Suchanfragen, echten Anschlussfragen und echten Buchungsszenarien. Sonst landet die App im System — und niemand merkt es.

Darauf solltest du jetzt achten
  1. Teste deine App mit mehreren Suchanfragen, nicht nur mit einer Standardfrage.
  2. Prüfe, ob der Chatbot die App aktiv erwähnt oder nur auf Nachfrage nutzt.
  3. Dokumentiere Fälle, in denen der Bot die App fälschlich ablehnt.
  4. Vergleiche ChatGPT und Claude getrennt voneinander.

Das kommt als Nächstes

OpenAI baut zugleich Werbung in die Chat-Ergebnisse ein, während Anthropic laut Skift keine Ads plant. Das macht die Lage noch spannender. Denn dann geht es nicht nur darum, ob ein Bot eine App kennt — sondern auch darum, welche Angebote er vorzieht und warum.

Für die Branche ist das kein Randthema. Reiseplanung wandert gerade in den Chat. Und dort gelten neue Regeln. Wer sie nicht versteht, verliert Reichweite, bevor die eigentliche Buchung beginnt.


Wichtige Quellen

HÄUFIGE FRAGEN

Worum geht es in dem Skift-Test?

Skift hat geprüft, wie ChatGPT und Claude mit Reise-Apps umgehen. Ergebnis: Verbundene Apps liefern zwar Live-Daten, werden aber nicht immer vom Bot genutzt.

Warum ist das für Reise-Marken wichtig?

Weil Sichtbarkeit im Chat direkt über Reichweite und Klicks entscheiden kann. Wenn der Bot eine App überspringt, verliert die Marke potenzielle Buchungen.

Wer schnitt im Test besser ab?

Claude. Laut Skift griff der Bot relevanter und direkter auf die Connectors zu als ChatGPT.

Welche Reiseanbieter waren im Test dabei?

Skift nannte unter anderem Booking.com, Expedia und Viator.

Was sollten Travel-Teams jetzt tun?

Sie sollten ihre App-Integration mit echten Suchanfragen prüfen und testen, ob der Bot die App nicht nur kennt, sondern auch aktiv nutzt.
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