Die Karibik legt beim RevPAR um 5,1 % zu — Mexiko dagegen verliert teils über 13 % beim GOPPAR. Der LAC Hotels Monitor Issue 15 von Whitebridge Hospitality, RLB und HotStats zeigt eine Region, die touristisch boomt, aber wirtschaftlich unter Druck steht. Das Wachstum der Gesamtregion bleibt laut Weltbank mit 2,1 % (2025) und 2,4 % (2026) das schwächste weltweit.
Karibik: RevPAR-Wachstum trotz schwierigem Umfeld
Für die Gesamtkaribik weist Issue 15 des LAC Hotels Monitor ein RevPAR-Plus von 5,1 % aus. Das klingt solide — und ist es im regionalen Vergleich auch. Denn gleichzeitig kämpft die gesamte LAC-Region mit strukturellen Bremsen: niedrige Investitionsbereitschaft, hohe Fremdkapitalkosten, instabile lokale Rahmenbedingungen.
Rio de Janeiro sticht im aktuellen Report besonders hervor. Die brasilianische Metropole führt das regionale Ranking an — ein Zeichen dafür, dass Großstadthotellerie in Südamerika gerade stärker performt als klassische Beach-Destinationen in anderen Märkten.
Mexiko: Touristen kommen — Profitabilität bleibt aus
Das ist die eigentliche Überraschung des Reports: Mexikanische Destinationen verlieren beim GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room) teils über 13 %. Das zeigt, wie weit Auslastung und operative Profitabilität auseinanderlaufen können.
Gäste kommen — aber die Kosten fressen die Marge. Steigende Personalkosten, Energiepreise und ein nach wie vor teures Fremdkapital treffen mexikanische Hotelbetreiber härter als ihre karibischen Konkurrenten. RevPAR und GOPPAR entwickeln sich entgegengesetzt — ein Signal, das Revenue-Manager und Investoren ernst nehmen sollten.
RevPAR (Revenue per Available Room) misst den Umsatz pro verfügbarem Zimmer — also die reine Einnahmeseite. GOPPAR (Gross Operating Profit per Available Room) zieht alle operativen Kosten ab und zeigt, was unterm Strich übrig bleibt. Ein steigender RevPAR bei fallendem GOPPAR bedeutet: Das Hotel macht mehr Umsatz, aber die Kosten steigen schneller. Genau das beschreibt die aktuelle Situation in mehreren mexikanischen Märkten.
Strukturelle Bremsen für die gesamte Region
Der Weltbank zufolge wächst die LAC-Region 2025 mit 2,1 % und 2026 mit 2,4 % — langsamer als jede andere Weltregion. Der LAC Hotels Monitor nennt drei Kernprobleme:
- Niedrige Investitionsbereitschaft: Wenige Deals, wenig frisches Kapital für neue Projekte
- Hohe Fremdkapitalkosten: Kredite bleiben teuer, Refinanzierungen belasten Bestandshotels
- Lokale Risikofaktoren: Politische Instabilität, Währungsschwankungen, regulatorische Unsicherheit in einzelnen Märkten
Das drückt die Investitionsbereitschaft — und bremst den Aufbau neuer Kapazitäten genau dann, wenn die Nachfrage eigentlich da wäre.
Was das für Hoteliers und Investoren bedeutet
Der Report kommt von Whitebridge Hospitality gemeinsam mit RLB und HotStats — drei Firmen, die sich auf Beratung, Projektmanagement und Hoteldaten-Analyse in der Hospitality-Branche spezialisiert haben. Die Kombination macht den LAC Hotels Monitor zu einem der wenigen regionsspezifischen Benchmarks für Latein- und Südamerika.
Karibik vs. Mexiko — Investitionsperspektive
Karibik: Stärken
- RevPAR-Wachstum von 5,1 % bestätigt Nachfragekraft
- Destinationen wie Rio de Janeiro performen überdurchschnittlich
- Tourismus-Infrastruktur weiter ausgebaut
Mexiko: Risiken
- GOPPAR-Rückgänge bis −13,1 % in einzelnen Destinationen
- Kosten steigen schneller als Umsätze
- Regionale Unsicherheiten belasten operative Planung
Für Hoteliers und Asset-Manager in der Region gilt: Wer jetzt nur auf RevPAR schaut, verpasst das eigentliche Problem. Die Kostenseite entscheidet, ob ein Haus wirklich verdient — oder nur Umsatz dreht. Der aktuelle LAC Hotels Monitor Issue 15 liefert dafür die konkreteste regionale Datenbasis, die derzeit öffentlich verfügbar ist.


