Marriott hat einen mehrjährigen Vertrag mit ResortPass geschlossen. Die Hotels der Gruppe können damit Tageszugang zu Pools, Cabanas und weiteren Bereichen verkaufen.
Der Deal zeigt, wohin sich der Markt bewegt: Hotels wollen nicht mehr nur Zimmer verkaufen, sondern auch freie Kapazitäten im Haus monetarisieren. Genau dort liegt der Reiz.
Was Marriott jetzt mit ResortPass macht
Marriott macht ResortPass zu einem freigegebenen Anbieter für Tageszugang bei ausgewählten Hotels. Laut Skift gilt das für Produkte wie Cabanas und Pools. Das Geschäft zielt auf Gäste, die tagsüber kommen und abends wieder gehen.
ResortPass beschreibt das Modell als Zugang zu Hotel-Annehmlichkeiten ohne Übernachtung. In der Recherche nennt das Unternehmen selbst eine Marktposition von 95 Prozent im Day-Guest-Segment und mehr als 1.300 Partnerhotels, darunter Waldorf Astoria, JW Marriott und Fontainebleau. Die Angaben stammen aus Unternehmenskontexten und Berichten wie Skift.
Warum Hotels das Geld mitnehmen
Die Logik ist simpel: Das Zimmer bleibt das Kerngeschäft, aber nicht jede Fläche im Haus muss leer bleiben, wenn kein Overnight-Gast da ist. Poolliegen, Spa-Slots, Daybeds, Fitnessbereiche und private Cabanas lassen sich auch an Menschen verkaufen, die nur ein paar Stunden bleiben.
Skift ordnet das als wachsenden Trend ein. Der Artikel verweist auch auf Airlines, die laut Bericht im Vorjahr 15 Prozent ihres Umsatzes mit Upsells gemacht haben. Hotels hängen dort noch deutlich hinterher. Genau deshalb schauen Betreiber jetzt auf Nebenumsätze.
- Locals zahlen für Tageszugang.
- Hotels verkaufen freie Kapazitäten.
- Die Marge liegt oft höher als beim Zimmerverkauf.
Wo der Hebel sitzt
Der Deal läuft nicht nur über Vertrieb. Hotels brauchen Regeln für Check-in, Badekarten, Umkleiden, Sicherheit und Timing. Genau das macht Day-Access bisher zäh. ResortPass verkauft also nicht nur Tickets, sondern auch einen Ablauf, den das Haus im Alltag nutzen kann.
Das erklärt, warum Plattformen in diesem Segment stärker werden. Sie bringen Preissteuerung, Buchung und Zugang unter einen Hut. Klingt trocken? Ist es aber nicht. Für den Betrieb zählt am Ende, ob ein leerer Liegestuhl Geld bringt.
Wer mitmischt und warum das Thema größer wird
ResortPass steht nicht allein im Markt. Skift nennt auch andere Ansätze wie OneSpaWorld und DayPass. Der Unterschied: ResortPass ist stärker auf den Hotelalltag und die Vermarktung einzelner Tagesprodukte zugeschnitten. Genau da setzt Marriott jetzt an.
Für die Branche ist das ein Signal. Hotels denken ihre Fläche neu und suchen Erlöse außerhalb der klassischen Nacht. Das passt zu einem Markt, in dem Gäste flexible Nutzung wollen: einmal Pool, einmal Spa, einmal Cabana. Kein Zimmer nötig.
Was das für Hotels praktisch bedeutet
Wer so ein Modell einführt, braucht mehr als einen Buchungslink. Es geht um Kapazitätssteuerung, Service und die Frage, wie viele externe Gäste ein Haus am Tag verträgt. Ohne klare Regeln kippt der Effekt schnell.
- Day-Guesting funktioniert vor allem dort, wo Pool und Spa sichtbar leer bleiben.
- Luxushäuser und Resorts haben den besten Hebel.
- Stadt- und Businesshotels profitieren eher punktuell, etwa mit Day Spa oder Meeting-Produkten.
Marriott zeigt mit dem ResortPass-Deal vor allem eins: Hotels suchen den nächsten Umsatzblock. Nicht irgendwann. Jetzt. Und wer Flächen, Zeiten und Preisstufen gut steuert, verdient an Gästen, die gar kein Zimmer brauchen.


