Die Niederlande haben den Mehrwertsteuersatz auf touristische Übernachtungen von 9 auf 21 Prozent angehoben. Betroffen sind Hotels, Ferienhäuser, Ferienparks, B&Bs, Glamping und teils Campingplätze. Große Anbieter wie EuroParcs, Molecaten, Landal und Roompot reagieren mit Rabatten von bis zu 25 Prozent.
Fast eine Verdreifachung auf einen Schlag: Die niederländische Regierung hat den reduzierten Mehrwertsteuersatz für touristische Übernachtungen aufgehoben und auf den Standardsatz von 21 Prozent angehoben. Vorher lagen Übernachtungen bei 9 Prozent. Das trifft den gesamten Übernachtungsmarkt – von Hotels und Ferienhäusern über Bungalows in Ferienparks und Bed & Breakfasts bis hin zu Glamping-Angeboten. Campingplätze sind teilweise betroffen, vor allem wenn Mietunterkünfte wie Chalets oder Mobilheime dazugehören.
Für die Branche ist das keine Kleinigkeit. +12 Prozentpunkte Mehrwertsteuer bedeuten bei einem Ferienhaus für 1.000 Euro netto rund 120 Euro Mehrkosten für den Gast – wenn Anbieter die Steuer vollständig weitergeben. Genau das versuchen viele gerade zu vermeiden.
Wer die Steuer abfedert – und wie
Mehrere große Ferienpark-Betreiber in Zeeland haben bereits auf die veränderte Lage reagiert. Die Aktionen laufen teils befristet, teils als Dauermaßnahme für Frühbucher.
- EuroParcs bietet im Rahmen eines „Summer Holiday Sale“ bis zu 25 Prozent Rabatt auf ausgewählte Sommeraufenthalte – besonders Familien mit Kindern profitieren laut Unternehmensangaben davon.
- Molecaten gewährt rund 8 Prozent Frühbucherrabatt auf verschiedene Unterkünfte und Campingangebote, was sich vor allem bei längeren Hauptsaison-Buchungen rechnet.
- Landal und Roompot haben mit Cashback-Aktionen von bis zu 100 Euro für Sommerbuchungen reagiert sowie regelmäßig wechselnde Sonderangebote auf Ferienhäuser in beliebten Parks aufgelegt.
- Hotels und Aparthotels
- Ferienhäuser und Ferienwohnungen
- Bungalows in Ferienparks
- Bed & Breakfasts
- Glamping-Unterkünfte (Fässer, Zelte, Tiny Houses)
- Campingplätze – teilweise, vor allem Mietunterkünfte wie Chalets und Mobilheime
Klassische Zeltstellplätze können je nach Ausgestaltung anders behandelt werden – prüfe das direkt beim Anbieter vor der Buchung.
Zeeland bleibt ein Kurzreiseziel mit kurzen Wegen
Trotz der Preissteigerung bleibt Zeeland für deutsche Gäste strukturell attraktiv: Die Region liegt von vielen deutschen Städten aus in weniger als fünf Fahrstunden, bietet breite Sandstrände, eine dichte Auswahl an Ferienparks und gilt als eine der familienfreundlichsten Küstenregionen Nordwesteuropas. Bekannte Badeorte wie Renesse, Domburg, Breskens, Nieuwvliet, Zoutelande und Cadzand ziehen jedes Jahr hunderttausende deutschsprachige Besucher an.
Der steuerliche Schritt der niederländischen Regierung ist Teil einer breiteren Haushaltsdiskussion in Den Haag. Tourismus-Verbände hatten im Vorfeld gewarnt, dass gerade kleine Betreiber – B&Bs, inhabergeführte Ferienhäuser – kaum Spielraum haben, die Mehrkosten durch Aktionen zu kompensieren. Große Ketten mit Volumen können Rabatte leichter querfinanzieren als ein Einzelanbieter mit vier Zimmern.
Was das für Betreiber bedeutet
Für Hoteliers und Ferienpark-Betreiber in den Niederlanden stellt sich die Frage, wie viel sie vom Steueranstieg selbst schlucken und wie viel sie weitergeben. Wer im Wettbewerb mit deutschen Nordseezielen oder belgischen Küstenorten steht, hat wenig Preissetzungsmacht. Die aktuelle Rabattwelle zeigt: Viele Anbieter entscheiden sich für Marktanteil statt Marge – zumindest in der Einführungsphase.
- Frühzeitig buchen und Rabattaktionen aktiv vergleichen
- Buchungsbestätigung auf Bruttopreis prüfen – Mehrwertsteuer muss ausgewiesen sein
- Mietunterkunft vs. eigener Stellplatz: Steuerbehandlung kann sich unterscheiden
- Stornobedingungen im Blick behalten – Preisgarantien gelten meist nur bei Frübbuchertarifen


