82 Prozent der Europäer wollen zwischen April und September 2026 verreisen – der höchste Wert seit 2020, laut einer aktuellen Umfrage der European Travel Commission (ETC). Die Stimmung ist stark, aber das Verhalten hat sich verändert: kürzere Aufenthalte, Budgets unter 1.000 Euro pro Reise, starke Nachfrage nach Süd- und Mittelmeerzielen. Für Hotels und Gastronomiebetriebe bedeutet das: Flexibilität wird zum entscheidenden Verkaufsargument.
Rekordstimmung mit Einschränkungen
82 Prozent – das ist der höchste Wert, den die ETC seit 2020 gemessen hat. Europäer wollen reisen. Das ist die gute Nachricht. Die etwas komplizierte: Sie reisen kürzer, planen enger und geben weniger aus als in den Vor-Pandemie-Jahren.
Steigende Lebenshaltungskosten und geopolitische Unsicherheiten bremsen zwar nicht die Reisebereitschaft, aber den Geldbeutel. Die Mehrheit der Befragten plant Trips unter 1.000 Euro – Pauschal oder individuell. Das ist ein klares Signal an die Branche: Wer nur auf Premiumsegmente setzt, lässt Buchungen liegen.
Süden gewinnt – Mittelmeer boomt
Intra-europäischer Tourismus dominiert – und innerhalb Europas zieht der Süden. Südliche und mediterrane Destinationen verzeichnen besonders starke Nachfrage. Málaga gilt laut ETC-Prognose als Paradebeispiel: Für 2026 wird ein Plus von 10 Prozent beim intra-europäischen Incoming erwartet.
Das hat Konsequenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Airlines, OTAs, Reiseveranstalter und Hotels in Spanien, Italien, Griechenland, Portugal und Kroatien können sich auf eine starke Saison einstellen – wenn sie die richtigen Produkte anbieten.
Was das für Hotels konkret bedeutet
Kürzere Aufenthalte und knappere Budgets sind keine Entschuldigung für leere Betten – sie sind ein Briefing. Die ETC empfiehlt Betrieben explizit, ihr Angebot anzupassen. Was funktioniert:
- Short-Stay-Pakete (2–3 Nächte) mit klarem Preis-Leistungs-Versprechen
- Room-only-Raten für preissensible Gäste, die F&B selbst steuern wollen
- Flexible Stornierungsbedingungen als Buchungsanreiz
- Value-Bundles: Frühstück + Late Checkout oder ähnliche Kombis mit echtem Nutzwert
- Loyalty-Incentives, die auch für kurze Aufenthalte greifen
- Gezielte Rabatte für frühzeitige Buchungen oder Last-Minute-Fenster
- 82 % der Europäer planen Reisen April–September 2026 (ETC, höchster Wert seit 2020)
- Budget: Mehrheit plant unter 1.000 € pro Trip
- Trend: Kürzere Aufenthalte, stärkere Nachfrage nach flexiblen Buchungsoptionen
- Top-Destinationen: Südeuropa und Mittelmeer, u. a. Málaga mit prognostiziertem +10 % intra-europäischem Zuwachs
- Dominanter Reisestil: Intra-europäisch, also innerhalb des Kontinents
Für Airlines und OTAs: Verteilungskampf um kurze Trips
Steigende Nachfrage bei gleichzeitig knappem Budget heißt: Der Wettbewerb um die Buchung wird härter. Besonders OTAs und Airlines profitieren davon, wenn sie Spontan-Buchungen einfach machen und transparent preisen. Wer bei Kurztrips auf komplexe Preisstrukturen oder versteckte Gebühren setzt, verliert.
Für Travel Management Companies (TMCs) im Geschäftsreisesegment ist das Signal ähnlich: Auch Firmenkunden wählen häufiger kürzere, kosteneffizientere Reiseformate.
Fazit: Stärke nutzen, Angebot anpassen
82 Prozent Reisebereitschaft sind ein Pfund, mit dem die Branche wuchern kann – aber nur wenn das Produkt stimmt. Kurztrip-Pakete, flexible Konditionen und transparente Preise sind keine Nice-to-haves mehr. Sie entscheiden darüber, ob die Buchung bei dir landet oder beim Mitbewerber drei Klicks weiter.
Die Nachfrage ist da. Jetzt muss das Angebot nachziehen.



