Thomas Bühner, ehemaliger Drei-Sterne-Koch des Restaurants La Vie in Osnabrück, zieht sich aus seinem geplanten Hamburger Gastro-Projekt zurück. Auf einer 600 Quadratmeter großen Premiumfläche im Westfield Hamburg-Überseequartier, Gebäude Lee, sollte ein modernes All-Day-Dining-Konzept mit Wasserblick entstehen. Das Projekt ist gescheitert – Gründe nannte Bühner nur andeutungsweise.
Die HafenCity bekommt kein neues Bühner-Restaurant. Thomas Bühner, der das Drei-Sterne-Lokal La Vie in Osnabrück bis zu seiner Schließung 2018 führte, hat sein geplantes Projekt im Westfield Hamburg-Überseequartier abgesagt. Das bestätigte er dem Hamburger Abendblatt.
Was geplant war
Die Fläche im Gebäude Lee des Westfield war keine Durchschnittslocation: 600 Quadratmeter, direkte Wasserlage, Blick auf die HafenCity-Waterfront. Bühner hatte dort ein All-Day-Dining-Konzept geplant – ein Restaurant, das Gäste nicht nur abends, sondern rund um die Uhr ansprechen sollte.
Der Standort im Westfield Hamburg-Überseequartier, direkt an der Waterfront, hätte perfekt zu dem gepasst, was ich dort vorhatte. Ein modernes All-Day-Dining-Konzept, das Menschen jeden Tag willkommen heißt, nicht nur zu ...
– Thomas Bühner, gegenüber dem Hamburger Abendblatt
Das Zitat bricht ab – der vollständige Wortlaut liegt TURNDOWN nicht vor. Was konkret zum Scheitern des Projekts geführt hat, ist öffentlich nicht bekannt. Bühner äußerte sich dazu nicht im Detail.
Ein schwieriges Haus sucht Mieter
Das Westfield Hamburg-Überseequartier ist seit seiner Eröffnung im Herbst 2024 eines der meistdiskutierten Einzelhandelsprojekte Deutschlands – und eines der umstrittensten. Das Milliarden-Projekt des australischen Entwicklers Scentre Group sollte die HafenCity beleben und Hamburgs Gastro-Szene ein neues Zentrum geben.
Bühners Rückzug trifft das Westfield zu einem Zeitpunkt, an dem der Standort noch mit dem Anlaufen kämpft. Mehrere hochkarätige Gastro-Konzepte sollten das Überseequartier als kulinarische Destination etablieren. Ob und wie die 600-Quadratmeter-Fläche nun neu bespielt wird, ist offen.
- Führte das Restaurant La Vie in Osnabrück mit drei Michelin-Sternen
- La Vie schloss 2018 – nach über einem Jahrzehnt auf Spitzenniveau
- Gehörte zu den bekanntesten Köchen Deutschlands in der Hochküche
- Geplantes Hamburg-Projekt: 600 m² Premiumfläche, Gebäude Lee, Wasserblick
- Konzept: All-Day-Dining für ein breites, tägliches Publikum
Was der Fall zeigt
Sternegastronomen, die nach dem Ende eines Spitzenrestaurants neu starten, stehen vor einer grundsätzlichen Frage: Wie viel Kompromiss verträgt ein Konzept, das auf Zugänglichkeit setzt, wenn der Standort bestimmte Bedingungen mitbringt? Shopping-Center und Hochküche haben in Deutschland eine durchwachsene Geschichte – die Laufkundschaft eines Einkaufszentrums ist nicht zwingend das Publikum, das sich ein ehemaliger Drei-Sterne-Koch vorstellt.
Bühners Projekt war kein klassisches Fine-Dining-Vorhaben, sondern bewusst breiter angelegt. Trotzdem hat es nicht funktioniert – zumindest nicht in dieser Form, an diesem Standort.


