Uber und Expedia haben eine Partnerschaft angekündigt, die Hotelbuchungen direkt in der Uber-App ermöglicht. Über 700.000 Unterkünfte stehen zur Auswahl – zunächst für Nutzer in den USA. Der Schritt ist Teil von Ubers Strategie, sich zur Reise-Super-App zu entwickeln.
Wer nach einer Fahrt zum Flughafen noch schnell ein Hotel buchen will, kann das künftig ohne App-Wechsel erledigen. Uber integriert Hotelbuchungen direkt in seine App – und setzt dafür auf die Infrastruktur von Expedia.
Was die Partnerschaft konkret bedeutet
Die Technologie kommt von Expedia Group: Über 700.000 Unterkünfte lassen sich künftig direkt in der Uber-App suchen, buchen und bezahlen. Uber liefert das Interface und die Nutzerbasis, Expedia den Inventar-Zugang und die Buchungslogik im Hintergrund.
Der Roll-out startet in den USA. Eine internationale Ausweitung ist geplant, konkrete Märkte oder Zeitpläne hat Uber bislang nicht genannt.
- Über 700.000 Hotels direkt buchbar in der Uber-App
- Technologie und Inventar stammen von Expedia Group
- Start: USA, internationale Ausweitung geplant
- Buchung und Zahlung komplett innerhalb der Uber-App
- Angekündigt Ende April 2026
Super-App: Ubers nächstes Kapitel
Hotelbuchungen sind kein Einzelprojekt – sie sind Teil einer größeren Neuausrichtung. Ende April 2026 stellte Uber Technologies gleich mehrere neue Produkte vor: Neben der Expedia-Integration kamen erweiterte Flottenkooperationen mit Hertz und Oro Mobility für autonome Fahrdienste, ein sogenannter Travel Mode sowie KI-gestützte Sprachbuchungen dazu.
Das Ziel dahinter ist klar: Uber will zur zentralen Reiseplattform werden – ein Produkt für Fahrt, Flug, Hotel und mehr. Klassische Super-App-Logik, wie sie aus Asien bekannt ist, jetzt auf dem westlichen Markt.
Was das für Hotels bedeutet
Für Hoteliers ändert sich auf den ersten Blick wenig: Die Buchung läuft über Expedias bestehendes System, die Konditionen bleiben vorerst dieselben. Wer bereits im Expedia-Netzwerk gelistet ist, erscheint künftig auch in der Uber-App.
Langfristig aber wächst damit die Abhängigkeit von großen Plattformen. Uber hat monatlich weit mehr als 100 Millionen aktive Nutzer weltweit – ein Distributions-Kanal dieser Größe verändert das Kräfteverhältnis zwischen OTAs, Super-Apps und direkten Buchungskanälen weiter zugunsten der Plattformen.
- Expedia-Partner sind automatisch im Uber-Inventar sichtbar
- Keine separaten Verträge mit Uber nötig (Stand: Launch)
- Buchungskonditionen laufen über die bestehende Expedia-Vereinbarung
- Direktbuchungs-Quote könnte mittelfristig unter Druck geraten
Kontext: Wer baut gerade Super-Apps für Reisen?
Uber ist nicht allein. Google testet seit Jahren Reisefunktionen tief im Search-Interface. Apple Maps integriert Restaurantbuchungen. Und auch große OTAs wie Booking Holdings entwickeln ihre Apps zu Komplettlösungen weiter.
Der Unterschied bei Uber: Der Einstieg kommt nicht aus dem Reise-, sondern aus dem Mobilitäts-Kontext. Wer ohnehin Ubers Fahrdienst nutzt, soll dort bleiben – vom Airport-Transfer bis zur Hotelreservierung. Das macht die Plattform für bestimmte Reisende besonders stickig.
Wer noch nicht im Expedia-Netzwerk gelistet ist, verliert künftig auch potenzielle Uber-Bucher. Wer drin ist, gewinnt Reichweite – zahlt aber die übliche OTA-Provision. Die Frage, die sich stellt: Lässt sich diese Reichweite in Direktbuchungen umwandeln, bevor Super-Apps den Gast vollständig einfangen?

