Das Wichtigste in Kürze

United Airlines hat laut Skift zuerst Delta und zuvor auch American für eine Fusion angesprochen. Beide Gespräche liefen an, blieben aber bei der Prüfung stehen. Im US-Markt ist damit erst einmal wieder Ruhe eingekehrt.

Die Lage ist trotzdem heikel. Die großen Airlines setzen lieber auf eigene Profitabilität, und genau das macht neue Übernahmen gerade unwahrscheinlicher.

Uniteds M&A-Kurs auf einen Blick

Gesuchte Partner
Delta Air Lines, American Airlines
Treiber
Scott Kirby, CEO von United
Status
Gespräche beendet, keine Fusion
Marktbild
Big Four kontrolliert rund 75 % des US-Markts

Warum United überhaupt auf Einkaufstour ging

United-Chef Scott Kirby drückte laut Skift schon länger auf große Deals. Zuerst stand American Airlines im Raum, später auch Delta Air Lines. Die Idee: mehr Marktmacht, mehr Slots, mehr Reichweite. Klingt brutal logisch. Genau deshalb blockt der Markt so hart.

Der Skift-Bericht verweist auf einen Wall Street Journal-Bericht, wonach Kirby Delta-CEO Ed Bastian direkt angesprochen hat. Delta prüfte den Vorschlag im Rahmen der Due Diligence, dann war Schluss. Kein Durchmarsch, kein Deal, kein neues Schwergewicht.

Das ist der Kern: Die großen US-Carrier schauen sich gegenseitig an, aber keiner will gerade den ersten Schritt in ein regulatorisches Minenfeld setzen.

Warum die Gespräche stecken blieben

Der wichtigste Punkt heißt Kartellrecht. Eine Fusion zwischen United und Delta hätte zwei der profitabelsten US-Airlines zusammengebracht. Bei American wäre das Bild ähnlich gewesen. Laut der Berichterstattung fürchteten Beteiligte genau diese antitrust-Fragen. Und die sind nicht klein.

  • United und Delta gehören zu den vier großen US-Carriern.
  • American, United, Delta und Southwest stehen zusammen für rund 75 % des US-Markts, wie die OAG im Marktumfeld beziffert.
  • Der US-Markt hat sich seit den 2000er-Jahren stark verdichtet.

Nach der Pandemie und den Sprüngen bei den Treibstoffkosten hätten viele Beobachter mehr Bewegung erwartet. Passiert ist das Gegenteil. Die Airlines verdienen wieder besser und haben wenig Lust, sich in einen langen Genehmigungskampf zu werfen.

Was das für JetBlue und die kleinere Runde heißt

Spannend ist jetzt vor allem der Rest des Markts. Wenn die ganz großen Deals ausfallen, bleibt oft nur die Konsolidierung bei kleineren Anbietern. Genau dort steht JetBlue weiter unter Druck. Im Skift-Text heißt es allerdings auch: Selbst dieses Segment kühlt gerade ab.

Wichtige Einordnung

Die große US-Airline-Konsolidierung läuft seit Jahren. Zwischen 2005 und 2016 schrumpfte die Zahl der großen Airlines von neun auf vier. Heute dominieren American, United, Delta und Southwest den Markt. Quelle: OAG und die im Skift-Artikel zitierte Markteinschätzung.

Das macht die Lage für kleinere Carrier nicht leichter. Aber es zeigt auch: Nicht jeder Markt lässt sich mit einer schnellen Fusion reparieren. Gerade in den USA schauen Regulatoren inzwischen sehr genau hin.

Warum der Markt jetzt abwartet

Große Airlines wollen erst ihre eigene Basis stärken

Delta und United setzen laut Skift lieber auf interne Profitabilität als auf Zukäufe. Das ist kein Rückzug aus dem Wettbewerb. Es ist nur deutlich vorsichtiger als früher. Die Unternehmen wollen ihre Erträge schützen, statt neue Baustellen aufzumachen.

Ultra-Low-Cost-Carrier bleiben ein Sonderfall

Mehr Bewegung könnte es eher bei angeschlagenen Billigfliegern geben. Doch auch dort ist das Tempo raus. Nach dem Deal von Allegiant mit Sun Country und dem Zusammenbruch von Spirit hat sich die Lage erneut verschärft. Das klingt nicht nach M&A-Fieber. Eher nach Stillstand mit Ansage.

  • United suchte zuerst American, dann Delta.
  • Delta prüfte den Vorschlag, ging aber nicht weiter.
  • Die großen US-Carrier bleiben vorerst unabhängig.
  • Kleinere und schwächere Airlines stehen weiter unter Druck.

Für die Branche heißt das: Weniger Show, mehr Analyse. Wer in den USA auf neue Airline-Fusionen gewartet hat, muss sich wohl gedulden. Die Karten liegen auf dem Tisch. Gespielt wird gerade trotzdem nicht.

HÄUFIGE FRAGEN

Warum wollte United überhaupt mit Delta oder American fusionieren?

United-Chef Scott Kirby suchte laut Skift nach einem großen Deal, um Reichweite und Marktmacht auszubauen. Bei solchen Fusionen geht es oft um Slots, Netzwerke und Verhandlungsmacht.

Warum sind die Gespräche mit Delta gestoppt?

Delta prüfte den Vorschlag im Rahmen der Due Diligence, dann kamen die Gespräche nicht weiter. Die regulatorischen Risiken und Kartellfragen spielten dabei eine zentrale Rolle.

Wie groß ist der US-Airline-Markt heute konzentriert?

American, United, Delta und Southwest stehen zusammen für rund 75 % des US-Markts, wie OAG im Branchenkontext beziffert. Seit den 2000er-Jahren hat sich die Branche deutlich verdichtet.

Was bedeutet das für JetBlue und kleinere Airlines?

Wenn die großen Carrier nicht kaufen, bleibt Konsolidierung eher bei schwächeren Anbietern ein Thema. Auch dort ist die Dynamik gerade aber abgeflaut.
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