Der US-amerikanische Hotelmarkt hat in der Woche vom 12. bis 18. April 2026 deutlich zugelegt: Die Auslastung stieg auf 66,5 Prozent (+8,4 %), der RevPAR kletterte um 14,6 Prozent auf 111,14 US-Dollar. Treiber ist der Oster-Kalendereffekt – Easter fiel 2026 früher als 2025, was den Vergleichszeitraum begünstigt. Die Daten stammen von CoStar.
Oster-Timing als Wachstumstreiber
Der Ostertermin hat im US-Hotelmarkt 2026 mehr bewegt als mancher Revenue-Manager vorhersagen konnte. Weil Easter in diesem Jahr früher lag als 2025, fiel die Nachfragespitze direkt in die Kalenderwoche 16 – und der Vorjahresvergleich profitiert doppelt: mehr Reisende diesmal, weniger im Referenzzeitraum.
Das Ergebnis laut CoStar: 21 der 25 größten US-Märkte verbuchen positive Jahresvergleiche. Das ist kein Zufall, sondern ein klassisches Beispiel dafür, wie stark saisonale Verschiebungen die KPIs verzerren – in beide Richtungen.
Was die Zahlen wirklich bedeuten
Ein RevPAR von 111,14 US-Dollar klingt solide – und ist es auch, wenn man den Kontext kennt. Die 14,6-Prozent-Steigerung gegenüber der Vorjahreswoche ist allerdings nicht ausschließlich auf echtes Nachfragewachstum zurückzuführen.
Wenn ein Feiertag wie Ostern in einem Jahr früher liegt als im Vorjahr, verschiebt sich die Nachfragespitze. Der direkte Wochenvergleich (KW 16/2026 vs. KW 16/2025) zeigt dann einen künstlichen Anstieg – weil 2025 Ostern in einer anderen Woche lag und die Reiseaktivität entsprechend geringer war. Revenue Manager bereinigen solche Kalendereffekte in der Regel für die strategische Planung.
Für die Praxis heißt das: Die Zahlen sind gut, aber die Erwartungen für die Folgewochen sollten entsprechend justiert werden. Sobald der Basis-Effekt wegfällt, wird das Wachstumsbild nüchterner.
Marktbreite: 21 von 25 im Plus
Dass 21 der 25 größten US-Märkte positive Jahresvergleiche melden, zeigt eine bemerkenswert breite Erholung – nicht nur einzelne Destinationen profitieren, sondern der Markt insgesamt. Welche vier Märkte hinter der Erwartung blieben, geht aus den CoStar-Daten in dieser Zusammenfassung nicht hervor.
- 66,5 % Auslastung – deutlich über der psychologischen 60-Prozent-Marke, die viele Häuser als Break-even-Schwelle sehen
- +8,4 % Auslastungssteigerung gegenüber der Vergleichswoche 2025
- 21 von 25 Top-Märkten mit positiven Year-over-Year-Zahlen
- Datenbasis: CoStar-Wochenbericht, Erhebungszeitraum 12.–18. April 2026
Einordnung für die Branche
Für europäische Hoteliers, die den US-Markt als Indikator beobachten, gilt: Das Signal ist positiv, aber saisonal verzerrt. Spannender wird der Blick auf die Wochen nach Ostern – dann zeigt sich, ob die Grundnachfrage trägt oder ob der April-Boom ein statistisches Strohfeuer war.
CoStar veröffentlicht die Wochendaten regelmäßig – der nächste Report zur Woche bis 25. April dürfte zeigen, wie schnell der Kalendereffekt aus den Zahlen herausfällt.



