US-Reiseausgaben erreichen 2026 ein Rekordhoch von 1,37 Billionen Dollar – getragen vom Inlandsmarkt. Internationale Besucher brechen 2025 um 6,3 % ein. Laut U.S. Travel Association-Prognose erholt sich der Inbound-Tourismus erst bis 2029 vollständig.
Der amerikanische Reisemarkt wächst – aber nicht gleichmäßig. Die U.S. Travel Association hat ihre aktuelle Prognose vorgelegt, berechnet auf Basis von Modellen des Analysehauses Tourism Economics. Das Ergebnis: Rekordausgaben im Inland, gleichzeitig ein deutlicher Rückgang bei internationalen Gästen – und das auf Jahre hinaus.
Rekordumsatz 2026 – Inlandsreisen tragen das Wachstum
Für 2026 rechnet die Prognose mit Gesamtausgaben von 1,37 Billionen Dollar – ein neuer Rekordwert für den US-Reisemarkt. 2027 sollen es 1,42 Billionen Dollar sein, ein inflationsbereinigtes Plus von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr.
Treiber ist der Inlandsreisemarkt. Amerikanische Haushalte reisen weiterhin – trotz Inflation, wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen. Das Muster gleicht dem der Nachpandemiephase: Erlebniskonsum bleibt prioritär, auch wenn anderswo gespart wird.
Internationaler Einbruch: 6,3 % weniger Besucher 2025
Das Gegengewicht zum starken Inland ist ein massiver Rückgang bei Inbound-Tourismus. 2025 werden laut Prognose nur noch 67,9 Millionen internationale Besucher in die USA reisen – ein Minus von 6,3 % gegenüber dem Vorjahr. Das Gesamtwachstum der Reiseausgaben liegt 2025 deshalb nur bei mageren 1,1 %, auf 1,35 Billionen Dollar.
Gründe dafür sind mehrschichtig: geopolitische Unsicherheit, ein schwieriges Visaregime und das wahrgenommene politische Klima in den USA schrecken internationale Reisende ab. Die vollständige Erholung auf Vorkrisenniveau sieht die Prognose erst für 2029.
- 2025: 1,35 Billionen USD Gesamtausgaben (+1,1 %)
- 2025: 67,9 Mio. internationale Besucher (−6,3 % YoY)
- 2026: 1,37 Billionen USD – neuer Rekordwert
- 2027: 1,42 Billionen USD (+3,4 % inflationsbereinigt)
- Vollständige Inbound-Erholung: erst 2029 erwartet
- Datengrundlage: Tourism Economics für U.S. Travel Association
Was das für die Hotellerie bedeutet
Für Hotels, Resorts und Gastronomiebetriebe in den USA ist die Botschaft zweigeteilt. Wer vom Inlandsmarkt lebt – Roadtrip-Destinationen, Nationalparks, Suburban-Hotels – kann mit stabilem Wachstum planen. Wer stark von internationalen Gästen abhängt – Flaggschiff-Hotels in New York, Los Angeles oder Miami, Luxusresorts mit europäischer oder asiatischer Klientel – muss die nächsten vier Jahre mit strukturellen Einbußen einkalkulieren.
Besonders betroffen: Stadthotels in Gateway-Cities, die traditionell 30–50 % ihrer Belegung aus internationalen Buchungen ziehen. Ein RevPAR-Druck bis 2029 ist realistisch, sofern sich das geopolitische Umfeld nicht deutlich entspannt.
- Inlandsmarkt: stabile Nachfrage, Wachstumspfad intakt
- Internationale Märkte: struktureller Rückgang bis mindestens 2028
- Gateway-Hotels: Umsatzdiversifizierung empfehlenswert
- Revenue Management: Domestic-Segmente stärker priorisieren
- Langfristplanung: Inbound-Recovery erst ab 2029 einpreisen
Branchen-Trends verschärfen den Druck zusätzlich
Die Prognose der U.S. Travel Association trifft auf einen Markt im Umbau. Deloittes Travel Industry Outlook 2026, basierend auf Umfragen zwischen März und Oktober 2025, identifiziert vier Kräfte, die den Markt gleichzeitig formen: demografischer Wandel, Technologie, veränderte Reisemotivationen und politische Rahmenbedingungen.
Für europäische und asiatische Hotelbetreiber mit US-Standorten oder US-Abhängigkeit im Herkunftsmarkt ihrer Gäste gilt: Die Zahlen sind ein Frühwarnsignal. Der US-Binnenreisende bleibt stark – der internationale Austausch stockt.

