Hessens Gastronomen rechnen zur Fußball-WM 2026 mit mehr Umsatz durch Public Viewing und Fußballabende. Der Haken: Viele Spiele laufen nachts, dazu kommen GEMA-Kosten und Rechtefragen.
Warum die WM für Gastro trotzdem zählt
Die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko startet am 11. Juni 2026. Für die Branche ist das kein Randthema. Viele Betriebe setzen auf volle Tische, längere Öffnungszeiten und Fans, die vor dem Anpfiff noch etwas essen und trinken.
Laut dem Dehoga Hessen planen einige Häuser spezielle Karten und Angebote für die Spieltage. Hauptgeschäftsführer Gisbert Kern verweist darauf, dass vor allem Betriebe mit Erfahrung bei Public Screening wieder einsteigen wollen.
Was sich viele Gastgeber erhoffen
Mehr Laufkundschaft. Längere Verweildauer. Neue Stammgäste. Genau darauf zielt das Geschäft mit Fußballabenden ab. Wenn die Stimmung stimmt, bleiben Gruppen meist länger sitzen. Das bringt am Ende nicht nur Bierumsatz, sondern auch Küche und Snacks nach vorn.
- zusätzliche Gäste vor und nach dem Spiel
- mehr Umsatz pro Tisch durch verlängerte Aufenthalte
- neue Kontakte für Wiederbesuche nach der WM
Die Hürden sind real
Das Turnier bringt aber auch Probleme mit. Laut dpa liegen bei der WM in Nordamerika viele Spiele in den Nachtstunden. Insgesamt gibt es 17 verschiedene Anstoßzeiten. Das macht die Planung schwer, gerade für Betriebe mit Personalengpässen.
Dazu kommen Zusatzkosten für GEMA und die Beachtung der Urheberrechte rund um die WM. Wer ein Public-Viewing-Angebot aufsetzt, muss also mehr klären als nur die Bierkühlung.
- Öffnungszeiten mit den späten Kickoff-Zeiten abgleichen
- Rechte und GEMA früh prüfen
- Menükarte auf schnelle Ausgaben trimmen
- Personal für Nacht- und Spätschichten sichern
- Reservierungen statt Laufgeschäft mitdenken
Warum die Nachtspiele ein echtes Risiko sind
Das deutsche Team startet laut Meldung am 11. Juni. Das erste Vorrundenspiel gegen Curaçao beginnt um 19.00 Uhr, die Partien gegen die Elfenbeinküste und Ecuador um 22.00 Uhr. Später wird’s deutlich schwieriger. Genau da liegt der Knackpunkt für Gastronomen, die nicht nur auf Stammgäste setzen.
Die Frage ist schlicht: Kommen die Leute wirklich noch um Mitternacht oder danach? Viele Betriebe warten deshalb ab, statt blind auf große Public-Viewing-Aktionen zu setzen.
So holen Betriebe trotzdem etwas raus
Die beste Lösung ist oft nicht das ganz große Zelt, sondern ein sauberes, kleines Format. Ein klarer Fußball-Abend mit reservierten Plätzen, kurzer Karte und wenigen, gut laufenden Gerichten senkt das Risiko. Genau hier liegt die Chance für Bars, Wirtshäuser und moderne Stadtgastronomie.
- Einlass ab einer festen Uhrzeit
- 2 bis 4 passende Gerichte statt einer vollen Karte
- Getränkepreise vorab klar kommunizieren
- Verbindliche Reservierungen statt offener Hoffnung
Wer die WM nutzt, braucht kein Riesenevent. Er braucht einen Plan. Und ja: Der sollte auch nachts funktionieren.


