Google setzt beim agentischen Buchen zunächst auf Partner wie Booking.com und Expedia. Parallel zeigt eine neue h2c-Studie: 86 % der europäischen Hotelketten nutzen KI, aber 80 % haben keine formale KI-Strategie.
Im selben Moment kauft Lighthouse Hotelrank.ai, um Sichtbarkeit in ChatGPT und Gemini messbar zu machen. Das ist kein Nebenschauplatz. Das ist Distribution, Revpar und Sichtbarkeit in einem.
Google geht nicht an den OTAs vorbei
Der spannendste Satz in dieser Entwicklung steckt nicht in einer Pressemitteilung, sondern in der Partnerlogik: Googles erste Liste für agentic booking führt über Booking.com und Expedia. Genau die Namen, die viele Hoteliers gern aus der Kette drücken würden. Die neue Technik baut also erst einmal auf den bestehenden Marktplätzen auf, statt sie zu umgehen.
Damit verschiebt sich die Frage. Nicht mehr: Wie umgehen Hotels die OTAs? Sondern: Wer kontrolliert die Sichtbarkeit, wenn die Suche selbst bucht?
3 Punkte für dein Team:
- Prüfe, ob deine Rate- und Verfügbarkeitslogik in KI-Suchumgebungen sauber ausgespielt wird.
- Miss, ob Anfragen aus ChatGPT, Gemini oder Google überhaupt auf dein Direktangebot führen.
- Definiere, wer im Haus AI, Distribution und Revenue zusammen denkt.
86 Prozent nutzen KI, 80 Prozent steuern sie nicht
Die h2c/Pertlink-Studie zu europäischen Hotelketten zeigt ein klares Bild: 86 % der Ketten nutzen KI-Tools, aber 80 % haben keine formale Strategie dafür. Das ist viel Bewegung, wenig Steuerung. Oder anders: Viele Häuser experimentieren, aber nur wenige legen fest, wofür KI im Betrieb wirklich zuständig ist.
Die Studie nennt zwei Hauptbremsen: fehlende Skills und schwache Dateninfrastruktur. Genau da wird’s unbequem. Denn ohne saubere Daten, klare Zuständigkeiten und einen Blick auf den Einsatz im Tagesgeschäft bleibt KI oft ein Tool-Kauf statt ein Arbeitswerkzeug.
Wo die Lücke im Alltag sitzt
- Revenue-Teams testen Tools, aber die Strategie fehlt.
- Marketing nutzt KI für Texte, aber die Datenbasis bleibt dünn.
- Operations hofft auf Entlastung, bekommt aber oft neue Abstimmungen.
Genau diese Lücke entscheidet am Ende über Profit oder Frust. KI kann im Hotel helfen. Sie ersetzt aber keine Prozesse, die vorher schon wackeln.
Lighthouse setzt auf AI Visibility
Mit dem Kauf von Hotelrank.ai will Lighthouse Hotels eine bessere Sicht auf ihre Darstellung in KI-Suchen geben. Die Plattform soll zeigen, wie häufig ein Haus genannt wird, wie es rankt und ob KI-Antworten auf die Direktbuchung oder auf eine OTA führen. Für Revenue Manager ist das ein neuer Blick auf ein altes Problem: Sichtbarkeit kostet Geld, wenn sie verloren geht.
Das Thema ist praktisch relevant, weil Buchungsentscheidungen immer öfter in Interfaces fallen, die nicht wie klassische Suchmaschinen funktionieren. Wer dort nicht auftaucht, verliert nicht nur Klicks. Er verliert auch die Chance auf direkte Buchung.
- Welche Seiten liefern die besten Direktbuchungs-Signale?
- Welche Inhalte liest eine KI überhaupt aus?
- Wer kontrolliert Metadaten, Inhalte und Buchungswege?
Pay-at-hotel gerät unter Druck
Der World Panel hebt eine Frage hervor, die im Alltag vieler Hotels sofort Wirkung hätte: Was passiert mit dem Modell „pay at hotel“, wenn digitale Wallets, Agenten und Vorabzahlung normal werden? Für Häuser mit hoher Abhängigkeit von Anreisezahlung ist das ein harter Punkt, weil sich Cashflow, Storno-Logik und No-Show-Risiko verschieben.
Das muss nicht morgen kippen. Aber die Richtung ist klar: Mehr Vorabzahlung, mehr Automatisierung, weniger Reibung an der Rezeption. Das ist für Gäste bequem. Für Hotels kann es eng werden, wenn die Prozesse nicht sauber stehen.
Was Hotels jetzt tun sollten
1. KI nicht als Spielwiese behandeln
Lege fest, wer KI-Projekte verantwortet. Ohne Owner verschwinden Projekte im Tagesgeschäft.
2. Distribution mit Sichtbarkeit verbinden
Prüfe, wie dein Haus in Google, ChatGPT und Gemini auftaucht. Nicht nur in der direkten Suche, auch in Antworten.
3. Die Payment-Logik mitdenken
Wenn Agenten Buchungen stärker automatisieren, brauchst du klare Regeln für Vorauszahlung, Storno und No-Show-Handling.
Die Botschaft ist ziemlich klar: Agentic AI nimmt OTAs nicht sofort aus dem Spiel. Sie legt erst eine neue Schicht darüber. Wer jetzt nur Tools kauft, verliert Zeit. Wer Struktur baut, gewinnt später Reichweite.


