Airbnb bietet erstmals Mietwagen an. Der Start läuft über CarTrawler und ist in den USA, Frankreich, Italien, Spanien und Australien live.
Für Buchungen bei Partnern wie Avis, Hertz, Budget und Enterprise gibt es bis zu 20 Prozent Airbnb-Guthaben, maximal 200 US-Dollar. Das Guthaben gilt zwei Jahre und kommt innerhalb von 60 Tagen nach der Rückgabe.
Airbnb geht den nächsten Schritt Richtung klassische Online-Reiseplattform. Mietwagen laufen jetzt über CarTrawler, einen B2B-Anbieter aus Irland, und das Angebot ist laut Skift sowie Airbnb in fünf Ländern verfügbar.
Die Daten zum Start
- Länder
- 5
- Märkte
- USA, Frankreich, Italien, Spanien, Australien
- Guthaben
- bis zu 20 %
- Maximaler Credit
- 200 US-Dollar
Warum Airbnb diesen Weg geht
Die neue Mietwagenfunktion passt zur breiteren Services-Strategie des Unternehmens. Airbnb hat in den letzten Monaten schon unabhängige Hotels, Fahrten zu Verkehrsknotenpunkten, Grocery Delivery und Gepäckaufbewahrung in die App gezogen, wie Reuters berichtet.
Das ist kein Nebenschauplatz. Airbnb greift damit näher an die Logik von Booking.com und Expedia heran: Reise planen, Zusatzleistung buchen, alles in einer Oberfläche. Für die Branche heißt das mehr Wettbewerb um den gleichen Moment im Buchungsprozess.
Was CarTrawler dabei liefert
CarTrawler sitzt in Dublin und arbeitet als B2B-Plattform für Mietwagen und Mobilität. Das Unternehmen verknüpft nach eigenen Angaben Reiseunternehmen mit Mietwagen- und Mobilitätsanbietern weltweit.
Laut CarTrawler umfasst das Netzwerk mehr als 2.200 Fahrzeugvermieter in 150 Ländern. CarTrawler betreibt außerdem die Marken Holiday Autos und Argus Car Hire. Mehr dazu steht auf der Unternehmensseite von CarTrawler.
- CarTrawler übernimmt die technische und operative Abwicklung.
- Airbnb bleibt die Buchungsoberfläche für den Kunden.
- Der Credit-Anreiz soll die Mietwagenbuchung an weitere Airbnb-Käufe koppeln.
Was das für Expedia bedeuten kann
Skift schrieb im Mai, Expedia sei auf Kurs, CarTrawler für rund 350 Millionen US-Dollar zu übernehmen. Falls das so kommt, entsteht eine schräge Konstellation: Expedia würde dann einen Partner im Portfolio haben, der gleichzeitig bei Airbnb im Einsatz ist. Mehr Reibung im Markt geht kaum.
Für Airbnb ist das trotzdem logisch. Das Unternehmen versucht gerade, aus dem Ferienwohnungs-Label herauszuwachsen. Je mehr Services in der App hängen, desto mehr Buchungen bleiben im eigenen System. Genau darum geht es.
1. Wer kontrolliert den Checkout?
2. Wer trägt Service und Support?
3. Wie stark koppelt der Anbieter die Zusatzleistung an Credits oder Rabatte?
4. Werden externe Partner wie CarTrawler zum stillen Betriebssystem der Reise?
Warum das auch Hotels und Vermieter betrifft
Wenn Airbnb bei Mietwagen stärker wird, verschiebt sich der Wettbewerb nicht nur zu Booking und Expedia. Auch lokale Vermieter, Hotel-Concierges und Mobilitätsanbieter bekommen Druck. Wer unterwegs Zimmer verkauft, muss plötzlich mehr als Betten denken.
Das gilt besonders an Flughäfen, Bahnhöfen und in Ferienregionen. Dort zählt nicht mehr nur das Hotelzimmer. Es zählt der komplette Reiseablauf, vom Transfer bis zur Rückgabe des Wagens.
- Buchung von Unterkunft und Mobilität in einer App
- Weniger Brüche zwischen Reisebausteinen
- Mehr Kontrolle über Zusatzumsatz
- Stärkere Bindung über Credits und Services
Airbnb baut damit weiter an der eigenen Plattformlogik. Nicht romantisch, aber clever. Die eigentliche Frage ist jetzt: Wer hält dagegen, wenn Reisebuchung, Mobilität und Services immer enger zusammenrücken?

