Airbnb hat Mietwagen in den USA, Frankreich, Italien, Spanien und Australien gestartet. Die Buchungen laufen über CarTrawler, während Expedia gleichzeitig bei CarTrawler einsteigt.
Damit verschiebt sich Airbnb weiter weg von der reinen Unterkunfts-App. Für Gastgeber ist das heikel, denn die Plattform bündelt immer mehr Reisebausteine unter einem Dach.
Was Airbnb jetzt anbietet
Airbnb hat den ersten eigenen Mietwagen-Baustein freigeschaltet. Laut Skift läuft das Angebot in den USA, Frankreich, Italien, Spanien und Australien. Die technische Anbindung kommt von CarTrawler.
Der Punkt ist klar: Airbnb verkauft nicht mehr nur Unterkünfte. Homes, Hotels, Experiences, Services, Airport Pickups und jetzt Mietwagen — das ist kein kleiner Zusatz mehr. Das ist ein kompletter Buchungskorb.
USA, Frankreich, Italien, Spanien und Australien. Mehr Märkte nennt Airbnb zum Start nicht. Wer die Funktion sieht, sollte die Bedingungen genau lesen: Der beworbene Kredit von bis zu 200 US-Dollar gilt nicht automatisch für jede Buchung.
Warum der Deal für Expedia spannend ist
Ausgerechnet Expedia Group bekommt mit dem geplanten Kauf von CarTrawler mehr Gewicht in genau dem Bereich, den Airbnb gerade öffnet. Das ist ein seltsamer Kreis: Die klassische OTA-Logik wandert in die Airbnb-App, und der Infrastrukturpartner landet bei einem direkten Konkurrenten.
Für den Markt heißt das: Car-Tower? Nein. CarTrawler wird zum Stück Infrastruktur, das Buchungsströme zwischen Plattformen verschiebt. Wer Mietwagen verkauft, kontrolliert nicht nur den Preis, sondern auch den Moment, in dem der Gast die Reise komplett macht.
Was das für Airbnb bedeutet
- Mehr Umsatz pro Trip, ohne eigene Flotte.
- Mehr Daten über Reiseverhalten rund um den Aufenthalt.
- Mehr Nähe zu klassischen OTAs wie Expedia und Booking.com.
Genau da liegt die Reibung. Airbnb wollte lange die Alternative zur OTA-Welt sein. Jetzt baut die App immer mehr Bausteine ein, die früher typisch für genau diese Welt waren.
Was Gastgeber davon halten dürften
Für Hosts ist das kein Randthema. Wenn Gäste über Airbnb nicht nur die Bleibe, sondern auch den Wagen buchen, bleibt mehr vom Trip im selben System. Das stärkt die Plattform. Nicht zwingend die einzelne Unterkunft.
Spannend wird, wie Airbnb die Oberfläche gewichtet. Wenn Mietwagen, Transfers und Services prominenter werden, rückt die Unterkunft als Kernprodukt etwas nach hinten. Das verändert die Wahrnehmung der Marke — und zwar spürbar.
Der größere Trend dahinter
Airbnb ist nicht allein mit dieser Richtung. Reiseplattformen suchen seit Jahren nach mehr Kontaktpunkten vor und nach der Übernachtung. Wer nur eine Nacht verkauft, verschenkt Geld. Wer den gesamten Trip bündelt, verdient an mehreren Stellen.
Das lässt sich auch im Marktumfeld sehen. Die Logik ist simpel: Je mehr Reisebausteine in einer App landen, desto schwerer wird es für einzelne Anbieter, den Gast unterwegs noch abzuholen. Die Buchung startet vielleicht bei einer Unterkunft. Am Ende endet sie in einem Paket aus Zimmer, Fahrt und Zusatzleistung.
Was du daraus mitnehmen kannst
Für Hoteliers und Vermieter bleibt die Frage offen: Wie viel Reise willst du an Plattformen abgeben? Wer nur auf Sichtbarkeit setzt, landet schnell in einem System, das immer breiter wird. Wer Direktbuchungen stärken will, muss den Gast früher und klarer binden.
Airbnb zeigt gerade ziemlich deutlich, wohin sich die App bewegt. Nicht weg vom Reisegeschäft. Sondern tiefer hinein.

