Alessandro Casola führt das KOOS Hotel & Apartments in München und spricht im Gespräch über Gastgeberrolle, Hotelmarketing und die Frage, wie man Menschen für eine Idee gewinnt. Im Fokus stehen auch das Selbstverständnis des Hauses, Nachhaltigkeitsbausteine wie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und ein Insektenhotel auf dem Gelände.
Das Interview zeigt auch, warum München als Reiseziel für Hotels weiter stark bleibt: Geschäft, Events, City-Trip und internationale Nachfrage treffen hier aufeinander. Genau das macht die Arbeit im Hotelmarketing gerade anspruchsvoll.
Alessandro Casola will keine große Show verkaufen. Er spricht über Haltung, Team und ein Haus, das im Alltag funktionieren muss.
KOOS Hotel & Apartments auf einen Blick
- Ort
- München
- Position
- Geschäftsführer
- Haus
- KOOS Hotel & Apartments
- Thema
- Hotelmarketing, Gastgeberrolle, Teamkultur
Was Casola an der Hotellerie reizt
Im Kern geht es ihm um Menschen. Nicht um Floskeln, sondern um den Alltag im Haus: ankommen, helfen, Probleme lösen, den Laden sauber halten. Das ist anstrengend. Und genau deshalb spannend.
Wer in der Hotellerie führt, muss viele Rollen gleichzeitig ausfüllen. Operativ denken, Zahlen im Blick behalten, das Team mitnehmen, Gäste ernst nehmen. Casola steht für diesen Mix. Das passt zu einem unabhängigen Stadthotel wie dem KOOS.
- Gäste kommen mit sehr unterschiedlichen Erwartungen nach München.
- Das Haus muss im Alltag funktionieren, nicht nur auf Fotos.
- Marketing zieht nur, wenn das Produkt vor Ort stimmt.
Warum München für Hotels so stark bleibt
München lebt von mehreren Nachfragetreibern: Messen, Business-Reisen, City-Trips und internationale Besucher. Dazu kommt eine Stadt, die klar positioniert ist. Wer München bucht, weiß meist ziemlich genau, was ihn erwartet.
München gehört zu den meistgefragten Hotelmärkten in Deutschland. Für Häuser wie das KOOS zählt deshalb nicht nur die Lage, sondern auch die Fähigkeit, in einem dichten Wettbewerbsumfeld sichtbar zu bleiben. Hotelmarketing muss hier schnell, konkret und glaubwürdig sein.
Genau dort liegt die Aufgabe: nicht lauter werden als die anderen, sondern klarer. Wer ein Stadthotel in München führt, braucht ein scharfes Profil. Sonst geht das Haus neben Ketten, Apartments und Designhotels unter.
Was das für die Praxis heißt
- Klare Zielgruppen statt breit gestreuter Ansprache
- Saubere Botschaften auf Website und Buchungsstrecke
- Gute Fotos, die wirklich das Haus zeigen
- Ein Produkt, das zur Kommunikation passt
Nachhaltigkeit ohne großes Theater
Im Material zum Haus nennt das Team eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und ein Insektenhotel auf dem Gelände. Dazu kommt die Formulierung, man wolle „Mensch und Natur wertschätzen und nachhaltig handeln“. Das ist kein Show-Case für Konferenztitel, sondern eher ein Signal aus dem Betrieb.
Das ist der vernünftigere Weg. Viele Hotels reden über Verantwortung. Wenige zeigen im Alltag, was sie konkret tun. Genau diese Lücke fällt Gästen längst auf.
Hotelmarketing 2026: Was jetzt zählt
Casola sieht im Hotelmarketing ein Feld mit Druck. Das liegt nicht nur an der Konkurrenz, sondern auch an der Geschwindigkeit, mit der Gäste vergleichen. Wer heute bucht, prüft in Minuten Preis, Lage, Bewertungen und Bilder.
Für unabhängige Häuser heißt das: weniger Nebel, mehr Nutzen. Wer ist das Hotel? Für wen ist es gedacht? Warum genau dieses Haus in dieser Stadt? Diese Antworten müssen schnell sitzen.
Drei Punkte, die jetzt wichtig sind
- Ein klares Versprechen pro Zielgruppe
- Ein konsistenter Auftritt über alle Kanäle
- Ein Betrieb, der das Marketing nicht sofort widerlegt
Das Gespräch mit Casola zeigt auch: Gastgeber sein heißt heute nicht nur verkaufen. Es heißt, eine Idee so konkret zu machen, dass Gäste, Mitarbeitende und Partner sie sofort verstehen.


