Das Wichtigste in Kürze

Allegiant Air sieht Kreditkarten und Loyalitätsprogramme als größten Hebel für mehr Umsatz ohne Ticketverkauf. Laut CEO Greg Anderson stammen aktuell rund 5 Prozent des Umsatzes aus Co-Brand-Kreditkarten; bei großen Netzwerk-Airlines liegt der Anteil laut seiner Einordnung eher bei 15 Prozent oder mehr.

Die Airline hat den Weg für neue Pläne nach der Übernahme von Sun Country frei und will später im Jahr oder Anfang 2027 mehr dazu sagen. Parallel läuft der Ausbau des Flugbetriebs mit neuen Maschinen und einem weiter schlanken Modell.

Worum es bei Allegiant gerade geht

Allegiant Air will an einer Stelle wachsen, die bei vielen Airlines schon längst viel Geld bringt: bei Kreditkartenumsätzen und Loyalty. CEO Greg Anderson sagte auf der CAPA Americas Conference in Charleston, dass das für ihn die größte Chance bei den Nicht-Ticket-Erlösen sei. Die Zahl ist klar: etwa 5 Prozent des Umsatzes kommen bei Allegiant aus Co-Brand-Kreditkarten.

Zum Vergleich nannte Anderson große US-Carrier wie Alaska und Southwest, die aus seiner Sicht über 15 Prozent liegen. Das ist kein kleiner Abstand, das ist eine Lücke.

Was Allegiant konkret meint

5 % der Umsätze kommen aus Co-Brand-Karten.

15 %+ nennt Anderson als Größenordnung bei Legacy-Carriern.

435.000 Kundinnen und Kunden haben laut weiterer Berichterstattung eine Allegiant-Mastercard.

46.000 neue Anmeldungen kamen im ersten Quartal dazu.

Warum Kreditkarten so wichtig sind

Bei Airlines geht es bei Co-Brand-Karten nicht nur um Meilen. Es geht um Gebühren, Provisionen und wiederkehrende Zahlungen von Banken. Für Billigflieger ist das besonders spannend, weil der Ticketpreis oft knapp kalkuliert bleibt. Zusatzerlöse machen dann den Unterschied.

Das Geschäftsmodell dahinter

  • Jede Kartennutzung bringt Geld rein, auch wenn kein Flug verkauft wird.
  • Loyalty bindet Gäste an die eigene Marke.
  • Ein starkes Kartenprogramm kann Buchungen und Zusatzkäufe stützen.

Allegiant sitzt dabei in einer speziellen Nische. Die Airline fliegt vor allem unterversorgte Punkt-zu-Punkt-Strecken für preissensible Freizeitreisende. Genau deshalb blieb ein großes Treueprogramm lange eher Beifang. Jetzt scheint das Unternehmen diesen Teil ernster zu nehmen.

Das ist ein typischer Move für Airlines, die zu lange nur auf den Ticketpreis geschaut haben. Das Zusatzgeschäft kann brutaler zählen als ein vollerer Flieger.

Was die Übernahme von Sun Country verändert

Die jüngste Übernahme von Sun Country gibt Allegiant mehr Spielraum. Laut Skift wurde der Deal über 1,5 Milliarden Dollar geschlossen. Gleichzeitig arbeitet die Airline an einem breiteren Netz und mehr neuen Routen. Für ein größeres Loyalty-Setup braucht es genau das: mehr Berührungspunkte, mehr Buchungen, mehr Gründe für die Karte im Portemonnaie.

Für den Markt ist das spannend, weil Allegiant damit einen Teil seines Modells aufbohrt. Die Airline bleibt low-cost. Aber sie will stärker an den Erlösen pro Kunde ziehen.

Was noch offen ist

  • Wie das Loyalty-Programm neu aufgesetzt wird, sagt Allegiant erst später.
  • Ob die Kreditkarte mehr Benefits bekommt, bleibt offen.
  • Ob Sun Country dabei eine Rolle spielt, hat das Unternehmen nicht konkret erklärt.

Was andere Airlines daraus lernen können

Allegiant zeigt ziemlich deutlich, wohin sich Nebenumsätze verschieben können. Wer nur auf Flugtickets schaut, lässt Geld liegen. Wer ein starkes Co-Brand-Programm baut, holt sich planbarere Erlöse rein. Das gilt besonders dort, wo Freizeitgäste oft wiederkehren und trotzdem preissensibel bleiben.

Kreditkartenfokus: stark oder riskant?

Dafür spricht

  • Mehr Erlöse ohne zusätzliche Flüge
  • Stärkere Kundenbindung
  • Besser planbare Einnahmen

Dagegen spricht

  • Abhängigkeit von Bankpartnern
  • Hoher Aufwand für ein gutes Loyalitätsangebot
  • Im Billigsegment nicht jeder Gast will eine Karte

Warum das Thema jetzt zieht

Die US-Airline-Branche lebt seit Jahren von Zusatzumsätzen. Lounge-Zugang, Gepäck, Sitzplatzwahl, Kreditkarten, Statusvorteile: All das bringt mehr als der reine Flugpreis. Allegiant hinkt bei der Kartenquote noch hinterher. Genau deshalb sieht das Management dort den größten Hebel.

Ob der Plan aufgeht, hängt davon ab, wie stark Allegiant das Programm neu denkt. Ein bisschen mehr Punkte reichen nicht. Es braucht ein Angebot, das wirklich zieht. Sonst bleibt es nur ein hübscher Nebensatz in der Quartalspräsentation.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viel Umsatz macht Allegiant mit Kreditkarten?

Laut CEO Greg Anderson kommen rund 5 Prozent des Umsatzes aus Co-Brand-Kreditkarten.

Warum ist das für Allegiant so wichtig?

Die Airline will mehr Geld ohne Ticketverkauf holen. Genau dafür sind Kreditkarten und Loyalty-Programme bei Airlines oft stark.

Wie groß ist die Allegiant-Kreditkartenbasis?

Laut der zusätzlichen Webrecherche haben rund 435.000 Kundinnen und Kunden eine Allegiant-Co-Brand-Mastercard. Im ersten Quartal kamen mehr als 46.000 neue Anmeldungen dazu.

Was ist nach der Sun-Country-Übernahme geplant?

Allegiant will später im Jahr oder Anfang 2027 mehr über die nächsten Schritte bei Non-Ticket-Revenue, Loyalität und Kreditkarte sagen.
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