Bremen startet im Mai 2026 das Programm BremenPay: Wer klimafreundlich anreist, Mehrwegbecher nutzt oder auf die tägliche Zimmerreinigung verzichtet, bekommt von über 50 Partnern direkte Gegenleistungen – von Gratispostkarten über Bargutscheine bis zu Hotelrabatten. Das Konzept orientiert sich am Kopenhagener Vorbild CopenPay. Berlin plant für Sommer 2026 eine ähnliche Initiative.
Ein Gutschein fürs DB-Bistro, weil man mit der Bahn angereist ist. Ein Fünf-Euro-Bon an der Hotelbar, weil man auf frische Handtücher verzichtet hat. Klingt simpel – und genau das ist der Punkt. BremenPay macht nachhaltige Entscheidungen sofort spürbar, nicht abstrakt.
Was ist BremenPay – und wie funktioniert es?
Das Programm läuft ausschließlich im Mai 2026 und ist als zeitlich begrenztes Wertschätzungsprogramm konzipiert. Die Idee: Wer in Bremen umweltfreundlich handelt, wird direkt vor Ort belohnt – ohne App, ohne Punktekonto, ohne komplizierten Mechanismus.
Konkret funktioniert es so: Du machst etwas Klimafreundliches – Bahnanreise, Fahrradtour, ÖPNV-Nutzung, Mehrwegbecher, längerer Aufenthalt – und ein Partnerbetrieb gibt dir dafür einen Vorteil zurück. Direkt, beim nächsten Einkauf oder Besuch.
- Deutsche Bahn: Anreise mit der Bahn → 5-Euro-Gutschein fürs DB-Bistro
- John & Will Hotel: Mehrere Übernachtungen buchen → Rabatt auf die Tagesrate
- Kunsthalle Bremen: Klimafreundliche Anreise → Postkartenpaket gratis
- Hotel Munte: Zimmerreinigung aussetzen → 5-Euro-Gutschein für die Bar oder 5-Euro-Spende
- Weitere Partner: Werder Bremen, Parkhotel, Universum Bremen, Bremer Ratskeller-Weinhandel, ATLANTIC Hotels, Brauerei Hopfenfänger
Wer besonders aktiv mitmacht, kann sein umweltfreundliches Verhalten in einem physischen Sammelheft abstempeln lassen. Bei acht gesammelten Aktivitäten gibt es ein kleines Geschenk – abzuholen in der Bremen Information in der Böttcherstraße. Das Heft liegt bei allen beteiligten Partnern aus.
Vorbild Kopenhagen: Was Bremen von CopenPay übernimmt
Das Konzept stammt nicht aus Bremen. Visit Copenhagen hat mit CopenPay gezeigt, dass nachhaltiges Verhalten und Tourismus kein Widerspruch sind – wenn man Gäste direkt belohnt statt nur appelliert. Das Modell wurde international beachtet und gilt als einer der meistzitierten Ansätze für Destination Marketing mit echtem Verhaltensanreiz.
Bremen überträgt die Idee auf norddeutsche Verhältnisse: partnerschaftlich organisiert, ohne zentrales digitales System, dafür mit lokalen Akteuren aus Hotellerie, Kultur, Sport und Gastronomie. Das reduziert die Einstiegshürde für Partner und macht das Programm niedrigschwellig erlebbar.
Bremen als Vorreiterin – und was andere Städte planen
Mit BremenPay positioniert sich die Hansestadt als erste deutsche Großstadt, die das CopenPay-Modell strukturiert umsetzt. Gleichzeitig ist klar: Das Konzept macht Schule. Berlin plant laut Pressemitteilung von Bremen Tourismus für Sommer 2026 ein „BerlinPay“ mit Fokus auf Wassertourismus.
Für Bremen passt das Timing: Die neue „Tourismusstrategie Stadt Bremen 2030+“ definiert Nachhaltigkeit als verbindendes Leitmotiv – BremenPay ist damit kein Einzelprojekt, sondern Teil einer längeren Positionierung.
Warum gerade jetzt?
Das Reiseverhalten verändert sich. Gäste wollen keine Greenwashing-Versprechen, sie wollen konkrete Erlebnisse. Authentizität schlägt Hochglanz. Wer mit der Bahn kommt und dafür einen Kaffee bekommt, erzählt das weiter – das ist organisches Marketing mit echtem Nutzwert.
- Über 50 Partner aus Hotellerie, Kultur, Sport und Gastronomie
- Programm läuft ausschließlich im Mai 2026
- Kein App-Download nötig – Vorteile direkt vor Ort
- Sammelheft für 8 Aktivitäten mit Geschenk als Gamification-Element
- Eingebettet in die Tourismusstrategie Bremen 2030+
Was das für die Branche bedeutet
Für Hotels und Gastrobetriebe ist BremenPay ein interessantes Modell: niedrige Kosten, hohe Sichtbarkeit, klare Botschaft. Ein 5-Euro-Gutschein an der Bar bei Verzicht auf Zimmerreinigung spart dem Betrieb gleichzeitig Personalkosten und Wasser – win-win, der sich rechnet.
Das Parkhotel und die ATLANTIC Hotels zeigen, dass auch größere Häuser mitmachen. Das ist wichtig für die Glaubwürdigkeit des Programms: Wenn nur kleine Nischenanbieter teilnehmen, bleibt die Reichweite gering. Breite Partnerschaft ist hier Voraussetzung für Wirkung.
- Zimmerreinigung-Verzicht reduziert Betriebskosten und zahlt auf ESG-Ziele ein
- Partnerbetriebe profitieren von Sichtbarkeit im BremenPay-Portfolio
- Längere Aufenthalte durch „Stay Longer“-Anreize steigern RevPAR
- Programm funktioniert als PR-Multiplikator ohne großes Marketingbudget
