Heiko Antoniewicz, Spitzenkoch, Buchautor und Gastronomie-Berater, schreibt in einem Gastbeitrag bei Rolling Pin über Gleichberechtigung in der Gastronomie. Sein Argument: Frauen in der Küche sind keine Frage von Toleranz oder Meinung – sondern von Intellekt und Selbstverständnis. Der Kommentar trifft eine Branche, die nach wie vor stark männlich dominiert ist.
Ein Satz, der provoziert – und genau das soll er
„Frauen an den Herd!“ – wer diesen Satz hört, denkt an Reaktion, Rückschritt, altes Rollenbild. Antoniewicz dreht das Narrativ um. Er meint es wörtlich: Frauen gehören an den Herd. Nicht weil es ihre Pflicht ist. Sondern weil sie dort genauso gut, oft besser und in jedem Fall gleichberechtigt arbeiten wie ihre männlichen Kollegen.
Der Gastbeitrag ist kurz, aber pointiert. Gleichberechtigung in der Gastronomie, schreibt Antoniewicz, sei keine Frage der Meinung. Sie sei eine Frage von Intellekt – und von Selbstverständnis.
Wer ist Heiko Antoniewicz?
Antoniewicz ist seit 2006 als selbständiger Berater und Trainer tätig, mit Schwerpunkten in Sous-vide, Catering, Qualitätsmanagement und Produktentwicklung. Er hat der Sternegastronomie bewusst den Rücken gekehrt – nicht aus Frustration, sondern um freier und kreativer arbeiten zu können.
Als Buchautor wurde er mehrfach ausgezeichnet: sein Werk Fingerfood erhielt den Titel „Innovativstes Kochbuch der Welt“, Brot wurde als „Bestes Brotbuch der Welt“ geehrt. Er gilt als gastronomischer Impulsgeber – jemand, der Themen aufgreift, bevor sie Mainstream werden.
- Seit 2006 selbständiger Berater und Trainer
- Schwerpunkte: Sous-vide, Catering, Qualitätsmanagement, Produktentwicklung
- Buch Fingerfood: „Innovativstes Kochbuch der Welt“
- Buch Brot: „Bestes Brotbuch der Welt“
- Gastautor bei Rolling Pin
Die Realität in deutschen Profiküchen
Der Gastbeitrag kommt nicht im Vakuum. Die Gastronomie ist eine der Branchen, in der der Gender-Gap in Führungspositionen besonders ausgeprägt bleibt. Während in Hauswirtschaft und Service der Frauenanteil hoch ist, sieht es in den Brigaden der Spitzengastronomie anders aus – und erst recht bei den Namen, die in der Öffentlichkeit stehen.
- Köchinnen sind in der Brigadestruktur professioneller Küchen nach wie vor unterrepräsentiert
- Michelin-Sterne gehen statistisch deutlich seltener an Frauen als an Männer
- In Ausbildungsberufen der Gastronomie ist der Frauenanteil zwar gestiegen, aber Führungspositionen bleiben mehrheitlich männlich besetzt
Antoniewicz stellt sich mit seinem Kommentar gegen diese Normalität. Nicht mit Forderungen oder Quoten – sondern mit einer klaren Haltung: Wer das anders sieht, hat ein Problem mit dem eigenen Selbstverständnis.
Warum solche Kommentare wirken
Gastbeiträge von Brancheninsidern funktionieren dann, wenn sie echte Meinungen transportieren – keine PR, keine Pressemitteilung. Antoniewicz ist bekannt dafür, Klartext zu reden. Dass er das Thema Gleichberechtigung nicht in einem akademischen Ton abhandelt, sondern mit einem provokativen Satz aufmacht, ist Methode.
„Gleichberechtigung ist keine Frage der Meinung. Sie ist eine Frage von Intellekt.“ – das ist kein Appell. Das ist eine Feststellung. Und genau dieser Ton fehlt in vielen Branchendiskussionen.
- Klare Haltung statt Weichspüler-Rhetorik
- Branchenkenner mit Glaubwürdigkeit spricht Thema an
- Provokante Formulierung erzeugt Aufmerksamkeit – und Auseinandersetzung
- Kein Appell an andere, sondern Selbstverständnis als Argument
Was die Branche jetzt braucht
Kommentare wie dieser sind ein Anfang. Aber die Gastronomie braucht mehr als Haltung in Gastbeiträgen – sie braucht Strukturen, die Frauen in Küchenpositionen fördern, gleich bezahlen und sichtbar machen. Kochschulen, Ausbildungsbetriebe und Gastronomie-Verbände wie der DEHOGA haben hier Hebel, die über Einzelstimmen hinausgehen.
Dass Antoniewicz das Thema bei Rolling Pin platziert – einem der reichweitenstärksten deutschsprachigen Gastronomie-Medien – ist kein Zufall. Die Zielgruppe sind Fachkräfte, Köche, Gastronomen. Genau die Menschen, die den Alltag in den Küchen prägen.


