Das Carlton Cannes, seit 2023 Teil der Regent-Hotels-Collection unter IHG Hotels & Resorts, empfängt zur 79. Ausgabe der Filmfestspiele wieder Stars, Produzenten und Brancheninsider. Die Verbindung zwischen Haus und Festival reicht bis 1946 zurück – das allererste Filmfestival von Cannes fand im alten Casino des Hotels statt. Heute zählt das Carlton zu den begehrtesten Adressen während der elftägigen Festivalzeit.
Ein Haus, das das Festival mitgründete
Wer die Geschichte der Filmfestspiele von Cannes kennt, kommt am Carlton nicht vorbei. Das Carlton Cannes, a Regent Hotel, war 1946 nicht nur Kulisse – das alte Kasino des Hauses war Veranstaltungsort des allerersten Festivals überhaupt. Seitdem hat sich das Haus an der Croisette als fester Bestandteil des Festivals etabliert, nicht als Randnotiz, sondern als eigentlicher Mittelpunkt des Branchengeschehens.
Zur 78. Ausgabe 2025 war das Carlton Gastgeber des Vanity Fair-Lunches, den IHG Hotels & Resorts ausrichtete. Unter den Gästen: Naomie Harris, Julia Garner und Nava Mau. Solche Events sind kein Zufall – sie spiegeln den Status des Hauses wider.
- Lage: Boulevard de la Croisette, direkt am Strand
- Marke: Regent Hotels & Resorts (Teil von IHG Hotels & Resorts)
- Historisches Alleinstellungsmerkmal: Veranstaltungsort des ersten Cannes Film Festivals 1946
- Aktuelle Festspielausgabe: 79. Filmfestspiele von Cannes
- Bekannt für: legendäre Suiten, Terrassenbetrieb während der Festivalzeit, exklusive Branchenevents
Was das Carlton während der Festspiele ausmacht
Die Filmfestspiele verwandeln Cannes jedes Jahr in einen zehntägigen Ausnahmezustand. Hotels an der Croisette werden zu temporären Hauptquartieren für Studios, Agenturen und Verleihfirmen. Das Carlton hat dabei eine besondere Funktion: Es ist gleichzeitig Prestige-Adresse, Arbeitsort und Bühne.
Suiten als Dealmaking-Räume
Während des Festivals werden die Suiten des Carlton nicht primär als Unterkünfte genutzt – viele dienen als temporäre Büros für Einkäufer, Produzenten und Agenten. Screening-Deals, Koproduktionsverträge und Casting-Gespräche finden in diesen Räumen statt. Die Lage direkt am Palais des Festivals macht kurze Wege möglich.
Öffentliche Terrasse, geschlossene Gesellschaft
Die Außenbereiche des Carlton funktionieren während der Festspiele auf zwei Ebenen gleichzeitig: sichtbar für alle, zugänglich nur für wenige. Die Terrasse ist für Passanten an der Croisette einsehbar – was sich dort abspielt, ist jedoch fest in den Händen der Festivalklientel. Genau diese Spannung macht das Carlton zu einem der meistfotografierten Gebäude während der Festspielzeit.
79. Filmfestspiele: Was sich verändert hat
Die Cannes-Festspiele sind seit Jahren im Wandel. Streaming-Plattformen wie Netflix und Amazon haben die Machtstrukturen in der Branche verschoben – und damit auch die Art, wie das Festival genutzt wird. Traditionelle Einkaufsgespräche laufen heute parallel zu algorithmisch gesteuerten Acquisitions-Strategien. Das Carlton reagiert darauf mit einem hybriden Angebot: Prestige für klassische Studioklienten, aber auch Infrastruktur für digitale Branchenplayer.
Für Fachkräfte in Hotellerie und Veranstaltungsmanagement ist das Carlton ein Lehrstück in Sachen temporäre Nutzungskonzepte. Innerhalb weniger Tage wird das Haus von einem Luxushotel in eine Art Festival-Campus umgebaut – mit eigenen Sicherheitsprotokollen, angepassten F&B-Konzepten und einem Buchungsmanagement, das Jahrzehnte Erfahrung mit dieser speziellen Klientel widerspiegelt.
Was Hotelfachkräfte davon lernen können
Das Carlton-Modell ist kein Einzelfall – aber ein besonders klares Beispiel dafür, wie Hospitality und Kulturevents strategisch verzahnt werden können. Wer in der Hotellerie arbeitet, findet hier drei konkrete Ansätze:
- Historische Narrative als Differenzierung: Die Verbindung zum ersten Festival 1946 ist kein Marketing-Gimmick – sie ist ein echter Wettbewerbsvorteil, der sich nicht replizieren lässt.
- Flexible Raumnutzung: Suiten als temporäre Büros, Terrassen als Networking-Flächen – das Carlton denkt Hotelräume nicht nur als Schlafstätten.
- Partnerschaft mit Leitevents: Die Zusammenarbeit mit IHG als Festivalsponsor zeigt, wie Konzernzugehörigkeit konkrete Event-Mandate generieren kann.
- Staffing und Protokoll: Spezifische Sicherheitsanforderungen, VIP-Protokolle und angepasste Serviceabläufe während der Festspielzeit erfordern jahrelange Vorbereitung und eingespieltes Personal.

