Very Important Person. Im Hospitality-Kontext ein Gast mit besonderem operativen Status: prominente Einzelgäste, Loyalty-Programm-Mitglieder auf höchster Stufe, wirtschaftlich bedeutende Kunden (Tagungsentscheider, Travel Manager), Eigentümer-Verbindungen oder Referral-Partner des Hauses. Entscheidend ist: VIP ist eine Service-Markierung, kein Rabattsystem. Der Status wird im PMS hinterlegt und löst einen abweichenden Check-in-, Zimmer- und Amenity-Prozess aus.

Abgrenzung

Nicht jeder wiederkehrende Gast ist VIP — dafür gibt es den Begriff Repeat Guest, der rein auf die Aufenthaltshäufigkeit zielt. High Roller ist eine Casino-Kategorie über Spieleinsatz, ein A-Kunde im Sales-Sprachgebrauch eine Umsatzkategorie. VIP dagegen ist ein qualitativ vergebener Service-Marker; er kann auch an einen nicht besonders umsatzstarken Gast vergeben werden, wenn der Einfluss des Gastes auf zukünftige Buchungen oder die Reputation hoch ist.

In der Praxis

Standard-VIP-Prozess im Upscale-Segment: Zimmer-Pre-Block und -Kontrolle durch den Guest Relations Manager, Welcome-Amenity nach Vorliebenprofil (Weinsorte, Blumenfarbe, Schokolade statt Obst), kurzer Begrüßungsanruf nach Ankunft, Late-Check-out ohne Gebühr. Drei interne Stufen sind üblich: VIP3 (Standard-Upgrade + Amenity), VIP2 (Suite + persönliche Begrüßung durch GM oder F&B Manager), VIP1 (Full-Service inklusive Flughafen-Transfer, individuellem Ansprechpartner, Menü-Preview im Restaurant, Turndown-Service mit persönlichem Gruß). Die Pre-Opening-Meetings des Morgens (Ten-at-Ten, Flash Meeting) behandeln die erwarteten VIPs immer als festen Tagesordnungspunkt.

Herkunft

Militärjargon des Zweiten Weltkriegs, nachweislich zuerst bei der britischen Royal Air Force für hochrangige Passagiere benutzt. Ab den 1950er-Jahren in die Zivilluftfahrt und den Gesellschaftsbereich übernommen, im Hotelbereich seit den 1970ern Standard.

Weiterfuehrend: Hotelverband Deutschland (IHA)